Kindergarten treibt Bürger um

Zweibrücken. Ruhig, sachlich und vor allem sehr informativ verlief gestern Abend die Einwohnerversammlung für die Bewohner aus dem Stadtteil Ernstweiler im Gasthaus "Alt Ernstwiller"

Zweibrücken. Ruhig, sachlich und vor allem sehr informativ verlief gestern Abend die Einwohnerversammlung für die Bewohner aus dem Stadtteil Ernstweiler im Gasthaus "Alt Ernstwiller". Dabei war im umfangreichen Fragenkatalog den das Ortskartell Ernstweiler, kurz OKE genannt und als eingetragener Verein die Quasi-Funktion eines Ortsbeirates wahrnehmend, für den Oberbürgermeister als Diskussionsleitfaden zusammen gestellt hatte, manches an Zündstoff verborgen. Dies sollten die Diskussionen nach den einleitenden Worten des Oberbürgermeisters zeigen. Herausragendes Thema dabei die Fragen jüngerer Versammlungsteilnehmer, die sich endlich Klarheit über den Sachstand zum Kindergartenumbau in Ernstweiler verschaffen wollten und, so ihr eigenes Bekunden, das Katz-und-Maus-Spiel zwischen der protestantischen Kirchengemeinde Ernstweiler und der Stadt Zweibrücken als größtem Geldgeber für die Umbaumaßnahme, schlichtweg satt haben, wie es Anja Molter auf den Punkt brachte. "Seit vier Jahren wird diskutiert und der Schwarze Peter hin und her geschoben. Inzwischen geht unsere Tochter schon in die Grundschule. Trotzdem fühle ich mich als frühere Elternsprecherin noch in die Pflicht genommen und möchte wissen, wie es um die Sache steht." Das galt ebenso für Dirk Hofer, der sich für eine offene Aussprache einsetzte. Auch wenn das eigene Kind nicht mehr in den Genuss einen umgebauten, erneuerten und zweckdienlicheren Kindergartens in Ernstweiler kommen wird. Tacheles sprach Oberbürgermeister Helmut Reichling zur Freude der Zuhörer nicht nur in diesem Punkt. "Am liebsten hätten wir selbst einen neuen Kindergarten im Stadtteil als Träger gebaut. Doch die Kirchengemeinde ist damit nicht einverstanden." Viel Positives für den Einrichtungsträger hatte der Oberbürgermeister zudem nicht zu berichten. In finanziellen Fragen habe sich die Kirchengemeinde überhaupt nicht bewegt. Helmut Reichling: "Die Stadt trägt die Hauptlast. Zum Wohle der Kinder, das geht in Ordnung und ist unser Ziel. Doch eine Bestandsgarantie für die Einrichtung wollte uns die Protestantische Kirchengemeinde nicht geben." Im Klartext: Wird fünf Jahre nach den städtischen Investitionen die Einrichtung von der Kirche geschlossen, sind die Kosten in den Sand gesetzt. Sicherungen oder Bestandsgarantien räume der Einrichtungsträger der Stadt partout nicht ein, so der OB gefrustet.