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Kerwerede in Käshofen: Von Terrorzellen und Hundekot

Kerwerede in Käshofen: Von Terrorzellen und Hundekot : Eine Kerwerede im Doppelpack

Warum Geheimdienstler jetzt in Käshofen ermitteln – das und noch viel mehr erfuhr das Kerwevolk in einer vergnüglichen Rede. Die gab es gleich doppelt.

Schon immer ging von der Käshofer Kerwe eine ganz besondere Ausstrahlung aus, trotz Corona war das auch in diesem Jahr wieder der Fall. Damit es keinen Konflikt mit dem Gesetz gibt, wurde am Sonntagnachmittag die Kerwerede gleich zweimal auf dem Dorfplatz gehalten und rund 170 Zuhörer in der Summe lauschten bei den Terminen mit großem Interesse dem, was Maren Kopp und Anna Hüther als pfiffige und zudem noch gutaussehende Kerwerednerinnen zu sagen hatten.

Deren angestammter Platz ist bereits seit Jahren zur Kerwezeit ein Fenster im Dorfgemeinschaftshaus zur Gasse hin. Darauf mussten sie heuer verzichten. Stattdessen richteten Anna Hüther und Maren Kopp von einer Frontladerbühne Marke Eigenkonstruktion ihr Wort ans Kerwevolk. Im gewohnten Outfit versteht sich, schwarzem Frack und passendem Zylinder.

„Ihr liewe Leit unn ah Kerwegäscht, zur Trauer aller gebbts das Johr leider kee gewohntes Fescht. Mer werre eich net erkläre misse, warum das so is. Corona kam, un all unser Pläne wurde quasi zerriss . . .“

Doch machten die beiden Rednerinnen das Beste aus den schwierigen Rahmenbedingungen. Eifrig hatten sie im Vorfeld Dorfneuigkeiten gesammelt, um diese in die Rede einfließen zu lassen. Unterstützt von sieben Straußmädels und sechs Straußjungs, der Feuerwehr und vielen Ehrenamtlern aus dem Ort.

Kerweessen wurde nur im Abholservice ausgegeben, das Kerwevolk vom heimischen Sicherheitspersonal genau gezählt und entsprechend dem Hygieneplan auf den Dorfplatz beim Dorfgemeinschaftshaus gebeten, wo trotz allem viel Stimmung aufkam.

„Trotz Pandemie unn Ausgangssperre is einiches passiert iwwers Johr, unner annerem hat e Käshofer de Kampf mit ’nem Chineseschnaps verlor“, wussten Anna und Maren zu berichten. Sie hatten viele Lacher auf ihrer Seite, als sie über Dorforiginale wie „de Edwin“ und „de Egon“ berichteten.

Etwa, als „Edwin“ einer der unentbehrlichen Helfer im Ort, aus Eigennutz heraus eine Gartenhecke mächtig stutzt oder Ortsbürgermeister Egon in Bezug auf die Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses befindet: „E Bomb ninn unn hochgejaht, dess wär es beschde, ehrlich gesaht.“

Die Rednerinnen merkten verschmitzt an: „Unn wer denne Egon ä bissje länger kennt, der weeß, de Egon hat dess genauso gemennt.“ Der Bundesnachrichten-Dienst BND habe ob solcher Aussagen Lunte gerochen und ermittle bezüglich einer „Terrorzelle Dicker Mann“ – das sei ein offenes Geheimnis, hieß es unter viel Gelächter.

Als Zugabe hatten die Rednerinnen noch die Geschichte vom „Merschbacher Hund“ und dem Entsorgen der „Hundescheiß“ parat, was das Kerwevolk vergnügt mit viel Beifall quittierte.