Kerwe Contwig : Party im Schwarzbachtal

Die Kerwerede, von einem Trio vorgetragen, war wieder ein Highlight der Kerwe in Contwig.

„Ihr liebe Leut und Kerbegäst, trinke viel und esse feschd…“ so die Kerweaufforderung am Sonntag in den späten Nachmittagsstunden von Kerweredner David Betz im Zelt beim Sportheim der Palatia Contwig, wo in diesem Jahr noch mehr als bisher der Puls des eingeschränkten Kerwefeierns schlägt. Zu den Erschwernissen durch Corona ist diesmal die gesperrte Bahnhofstraße als direkte Verbindung zur Ortsmitte hinzugekommen. Kein Rummelplatz, kein Umzug – doch für eine Kerwerede aus spitzer Feder reicht es allemal.  

„Corona hat uns hart getroffen, deshalb warn mir auch kaum besoff“, verrät gleich zum Auftakt Jannik Freyler, der zusammen mit David Betz und Jana Maisch das Rednertrio auf der Zeltbühne bildet. Die Voraussetzungen hätten besser nicht sein können. Die Fußballer der Palatia hatten mit einem Sieg über Großsteinhausen die Feierwege geebnet. Die Laune war schon allein aus diesem Grund bestens. Ja, Corona machte auch den Feiernden aus Contwig einen Strich durch die Rechnung. Das Resümee von Jannik war deshalb auch völlig klar: „Deshalb hat sich diesjohr net viel zugetraa was sich lohnt hier zu berichte, aber ganz wollte ma uff die Kerberedd dann noch net verzichte!“

Hörenswert ist sie allemal gewesen, wurde doch bestimmte „Dorfkoriphäen“ passend beleuchtet wie jener Zeitgenosse, der in der Kerwerede mit Nici H. eine Erwähnung fand. Der soll, so hatte das Rednertrio recherchiert, nicht allein wegen zu viel Bierkonsums zur letzten Kerwe im „Haus Sarepta“ übernachtet haben. Nachfolgend sei der Nici H. vielmehr öfter im Nardiniklinikum gewesen. Auskunft darüber würden sich aus ärztlichen Berichten ergeben: „Der do is keh Heubeck, sondern e Bahnschranke. Ach un gugg emol was in dem ärztlichen Bericht drinsteht, er ist dodemit die einzige Schranke, die in Contwig regelmäßig runnergeht!“

Der Bombenfund in der Tränkgasse wurde glossiert und der Verlust des legendären „Hexenhauses“ als Kneipe hörte sich am Kerwesonntag in Contwig wie folgt an: „So wissenschaftlich war in Contwig die Kerberedd noch nie herzlich willkommen, zur Nawwelbach Historie. Archäologen rätseln bis heute. Ecke Bahnhofstraße was was das denn für eine Gebäude? Gefunden haben wir zwei Zeugen der Zeit und die stehen sogar für ein Interview bereit. Der Datenschutz gebietet Anonymität, weshalb am unteren Rand nicht der echte Namen steht.“

Jana ist es gewesen, die die beiden Gesprächspartner, Herrn Fritz Frill, auch Mutsch genannt, und Lernd Bauer, vorstellte. Alle im Zelt wussten sofort wer gemeint war und feierte den Beitrag stürmisch. Ein Bierdeckel ward zum historischen Dokument und passend in Szene gesetzt mit der Feststellung: „Ach Gott Isolde, du krieschd von mir jo noch e Haufe Geld.“

Eine Krönung vor dem Schluss, die Geschichte von den „Drugs“ die auf einem ganz besonderen Weg nach Contwig fanden. „Em Antonio sei Speisekart is komisch, owwe driwwer wohn enner, dem sei Kippe sin konisch. Lasagne mit Salami und Dosepilze kurz LSD, dezu e Stick Haschkuche und Marihuanablütentee. E bissje Meth, e bissje Speed, fertig is die Wundertiet!. Das Saltimbocka mit Kräuterkruste, dass zu überraschen wusste, do siehsche Farbe in alle Variante und dezu noch e Kokaina Calzone. In der Drogenküche werd genascht und probiert, es werd ach mit Feuerzeich hantiert und schon is es bassiert. Die ganze Bude is flambiert. Die Fenschder falle aus em Rahme mit samt em Kitt, die Drogekich explodiert, es ganze Dorf kriehts mit…!“