Kerwe in Riedelberg Eine hochprozentige Rückschau vom Dach

Riedelberg · Am Wochenende wurde endlich auch in Riedelberg wieder Kerwe gefeiert.

 Aus hoher Warte richteten Janine Haller und Julian Winkt am Sonntag ihr Wort ans Riedelberger Kerwevolk.

Aus hoher Warte richteten Janine Haller und Julian Winkt am Sonntag ihr Wort ans Riedelberger Kerwevolk.

Foto: Norbert Schwarz

Die Kerwe von Riedelberg ist und bleibt ein Höhepunkt im Festkalender des Jahres. An diesem Wochenende war es wieder soweit, bei Dorfgemeinschaftshaus und der gegenüberliegenden Sporthalle des TTC Riedelberg ist nach altem Schema die Dorfkerwe mit allem, was dazu gehört, gefeiert worden. Ramba-Zamba mit Tanz und zünftigem Hochlebenlassen der Kerwe im Dorfgemeinschaftshaus, Kerweausklang am heutigen Dienstag mit dem inzwischen zur Tradition gewordenen Heringsessen in der Bleibe der Tischtennissportler. 

Frauenpower ist übrigens zur Dorfkerwe in Riedelberg angesagt und die Mädels bekommen das mit dem Feiern und Organisieren einer zünftigen Kerwe richtig hin, worüber sich selbstverständlich auch Ortsbürgermeister Christian Schwarz mächtig freut. Zusammen mit einer großen Schar von Dorfbewohnern und Kerwegästen lauschte er am Sonntag in den späten Nachmittagsstunden einer fetzigen Kerwerede mit zahlreichen Schmunzelepisoden.

Nicht von der Leiter aus beim Kerwestrauß am Dorfgemeinschaftshaus wurde die gehalten. Nein, das Dach der Sporthalle hatten Janine Haller und Julian Winkler erklommen, um aus luftiger Höhe ihre Worte ans Kerwevolk richten zu können. So etwa, um nochmals die Stromausfälle beim Dorffest in Versen Revue passieren zu lassen oder die Faschingsparty, die letztendlich zur Corona-Schleuder für viele geworden war. Der künftige Tipp für Janine und Jonas war auch klar: „Ihr hanns guud gemennt, doch beim Teschd kontrolliere, hanner schon eh bissje gepennt!“

Die mit jeder Menge Eigenleistung großartig hingezauberte Bleibe der im gesamten Südwesten bekannten Tischtenniszauberer aus Riedelberg hat in ganz besonderem Maße zudem das Dorfleben bereichert, wie bei der Kerwerede jetzt zu hören war. „Net nur mir Junge han unser Spaß im Dorf, seit es Vereinsheim steht, gehn die Alde ah oft fort. Mit woll im Folgende mol de Frauenstammdisch betrachte, der ist nämlich net zu verachte. Der find regelmäßig am Wocheend im Vereinsheim statt, vom Alkohol werd dort jeder satt. Die bleibe dann ah oft länger wie mir, die trinke ah net so viel Bier. Bei denne laaft de Ouzo wie Eeel, schen runner die Kehl. Doch net nur Ouzo werd do gezischt, Weinschorle, Boonekamp unn Weizebier wird dort in raue Menge vernicht. Ma wes net was der Alkohol mit denne macht, doch die Bilder in de TTC-Grupp sinn eh wahri Pracht!“ Und die Moral von diesen Geschichten war: Egal ob Frau, Mann, Schwarz , Weiß oder Darter - es Vereinsheim verlässt keiner ohne Kater!

Dass das Feiern auch für die Annexe rund ums Dorf in Riedelberg Gültigkeit hat, bekamen die vielen Zuhörer gleichfalls am Sonntag mit viel Humor geschildert. „Do außerhalb vom Dorf is noch eh Hof, dort is ah jedes Johr was los. De Bobbi is des Johr ganz 30 Johr alt wor. Das muss ma naderlich eh ganzer Tag lang zelebriere, un vernicht gaaanz viele Biere. Un mancher is dodevunn häm gang uff alle Viere!“

Dass das Nachtleben von Riedelberg besonders viel zu bieten hat und dem in Großstädten keineswegs nachsteht, ist seit dem sonntäglichen Kerweplausch auch kein Geheimnis mehr. Denn zum Geburtstag wurde den Geburtstagsgästen direkt vor die Nase eine mobile Sauna gestellt, die prompt mit viel Alkoholkonsum auch getestet wurde. „Owens im Kalte war dann sauniere eh gudi Idee, naggich un voll in de Sauna sitze, ach is das schää!“ Die Fahrkünste manchen Straußmädels wurde genauer unter die Lupe genommen und sorgten für Heiterkeit und mit viel Beifall wurde auch der Ausflug der Frauen auf das Weinfest von Gleiszellen passend ins Bild gerückt. Ganz nach dem Motto, wie es auf dem T-Shirt stand: Hand in Hand zum nächsten Schorlestand!

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