Kerwe in Mauschbach : Den Partyhunger ein wenig gestillt

In Mauschbach wurde am Wochenende Kerwe gefeiert.

Kerwe in Mauschbach diesmal ganz Corona-konform. Doch das konnte die Feierfreude um keinen Deut mildern. Im Gegenteil, wie von Insidern zu hören gewesen ist, war der Kerweauftakt geradezu bilderbuchmäßig, war die Feierlaune am Samstag bestens und am Sonntag in den frühen Nachmittagsstunden zur Zeit der Kerwerede, tummelten sich viele auf dem Festplatz bei der Grillhütte, wo dieses Jahr die Kerwe der „Mauschbacher-Kälwer“ (Kälwer ist der landläufige Zuname für die Dorfbevölkerung seit Menschengedanken) ihr „Epi -Zentrum“ hatte.

„Ihr liewe Leid und un Kerwegäscht, es is widder soweit, mir fire unser greschdes Feschd“, verkündeten diesmal vom Dach der Grillhütte aus Jule Stähly und Partner Neo Weber. Premiere hatten beide, folgten den jahrelangen Rednerinnen Lauer/Krippleben die über Jahrzehnte die Tradition als filigrane Kerwerednerinnen pflegten.

Und dass das diesjährige „Newcomer-.Duo“ Stähly/Weber seine Sache ganz ausgezeichnet hinbekam, machte der stürmische Schlussapplaus mehr als deutlich. Dabei dreht sich verständlicherweise auch in der Rede vieles um die Geißel Corona und den dadurch regelrecht entstandenen Heißhunger aufs Kerwefeiern. „Jetzt han mer schon es zwette Johr in dem Corona Trott, doch die Kerb losse mir uns net nemme fort. Jetzt feire mir schon werra bissl klenner, awer dafür ah um so schenner!“ Dabei vergaß die Dorfjugend auch nicht, der übrigen Helferschar an Erwachsenen aus dem Ort und den Vereinen dafür zu danken, dass insbesondere die Jugend endlich mal wieder die Gelegenheit bekam, alte Dorftradition aufleben zu lassen.

Das Vorstellen der Neuen innerhalb der eigenen Reihen an Straußmädels und Jungs, 18 sind es insgesamt gewesen, zählte dabei ebenso dazu, wie deren Geschichten, die stets zum Auftakt einer Kerwerede preisgegeben werden, ehe dann die Neuigkeiten aus dem Dorfleben für viel Gelächter sorgen. „Mauschbach is e sportlicher Ort, ma sieht regelmäßig E-Bikefahrer, Reider un Wannerer dort. Im Sommer wurd jetzt e neiji Disziplin entdeckt, no der han sich glei zwee Mauschbacher aus em Hinnereck gestreckt. Running Rundballe dud die sich nenne, erschd rennt de Rundball, dann die Angscht von denne. Beim erschde Versuch du dem Benno sei Balle de Lohberg runner rolle, de Balle die geplante Route verlosst, un geht nimmi dorthin, wo er hat solle…“ Anschaulich wissen die beiden Redner die Angstzustände der heimischen Landwirte mit den Rundballen aus Heu zu beschreiben und haben natürlich auch gleich einen guten Rat parat: Ganz konventionell soll künftig wieder das Heu gemacht werden!

Das Feuerwehrfest wurde treffend glossiert, die vorausgegangene Arbeit des Renovierens zudem und die Geschichte aus dem Hinnereck mit em Gerdi durfte natürlich auch nicht fehlen, weil sowas gleichfalls Tradition besitzt. „Gerdi, scheen, dass du immer hasch alles im Blick, aber denk dran, du derfsch als a schalde e Gang zurück…“ Gestern am Kerwemontag war die Stimmung noch einmal ganz oben, wenngleich das berühmte „Kälwertrinken“ aus den alten Maßkrügen natürlich wegen den Coronavorgaben hatte ausfallen müssen. 

Die Leute seien regelrecht „ausgehungert“ nach einem zünftigen Kerwefeiern, meinte Ortsbürgermeister Bernhard Krippleben, und dankte für das große Helferengagement zur Kerwezeit. Der Freizeitpark bei der Grillhütte bestand seine Premiere, mit Zuckerstand und Hüpfburg hatten dort auch die Kleinsten Spaß.