Kerwe in Lambsborn : Party mit der Wilden 13

In Lambsborn wurde am Wochenende wieder Kerwe gefeiert.

Kerwe im Kuckucksdorf bleibt weiterhin ein Hochfest für die gesamte Gemeinde. Das letzte Wochenende mag auch diesmal dafür ein handfester Beleg sein. Im Jahr nach Corona kannte die Feierfreude beim „Kuckucksnest“ keine Grenzen. Das gleichnamige Restaurant ist seit Jahrzehnten Mittelpunkt des Kerwefeierns. Hier spüren Einheimische wie Besucher den Kerwepuls unmittelbar. Bei der zünftigen Kerwerede waren Franziska Baus und Sofie Marie Fernandez in Hochform. 20 000 Bändchen zieren den Kerwestrauß. 13 ist keine Unglückszahl, 13 Straußmädels und Straußbuben sorgten im Kuckucksdorf für tollen Kerwerummel. 

„Ihr liewe Leid und Kerwegäschd, disjohr feiere ma widder eh richtige Feschd“, drang es lautstark aus der oberen Etage des Restaurants „Zum Kuckucksnest“. „Beim Schmittche“ wird seit Menschengedenken in Lambsborn die Kerwerede gehalten, haben sich schon viele exzellente Kerweredner in die lange Liste eingetragen, bekommen jetzt mit Franziska Baus und Sofie Marie Fernandez zwei Powerfrauen als Wortführer ihre Chance.

Wie es die Tradition will in weißer Bluse und mit schwarzem Zylinder auf dem Haupt, so richten sie das Wort an die zahlreichen Zuhörer unten auf der Straße, die auch in diesem Jahr die Ortsdurchfahrt beim „Kuckucksneschd“ blockierten und den Verkehr für geraume Zeit zum Stillstand brachten.

Im letzten Jahr sei das ja aus bekannten Gründen nicht die große Zeremonie gewesen, auch wenn es der Bevölkerung gefallen habe, wie das Duo rückblickend feststellte. Aber dieses Jahr, da sollte es wie groß angekündigt wieder fetzen und so vermeldeten die beiden auch ganz ungeniert: „Mir stehn ah schun widda do owe, ken Straußbuw kann uns toppe. Awwer was sollen ma sahn, an so eh gudi Sach lossen die Buwe halt lieber die Mäd drahn. Weil jetzt zwe Fraue duhn halle die Redd, do kenne mir nur sahn, wenn es steert – kann grad gehe häm ins Bett!“

Natürlich kam das niemand in den Sinn, dafür spendeten alle lautstarken Szenenapplaus. Das Jahr Revue passieren lassen: Begonnen wurde mit dem Wetter zum Jahresbeginn, als Schneemassen die Straßen des Dorfes unpassierbar machten und später Hagel mit großen Körnern die Blechkarossen vieler im Ort demolierte.

Die Einweihung der neuen Feuerwehrbleibe am Ortseingang wurde zum Gesprächsthema und für die beiden Rednerinnen ist jetzt schon klar: „Nägschd Johr hästs – ich mach kää Welle, zur gleiche Zeit an gleicher Stelle!“ Der Babyboom im Ort wurde thematisiert und war zugleich eine passende Gelegenheit, auf die Kooperation beim Kindergarten mit „Lambsborn-West“ näher einzugehen.

Lambsborn West, das ist doch klar, damit wird Bechhofen stets bezeichnet, das für skurrile Seitenhiebe immer herhalten muss und auch in der Kerwerede mehrfach zitiert wurde. So auch bei der Kita, als es im Zusammenhang mit dem Kinderzuwachs im Kuckucksnest selbst hieß: „De Kindergarde in Lambsborn-Weschd hats ah ingesieh, weshalb die die Kinder jetzt bringe zu de Lambsborner Kompanie. Was sollen ma do noch sahn, die hisse jo eh schun freiwillich die weiße Fahn!“ Gortners Hoffest mit dem Streichelzoo fand Erwähnung, Lambsborn-West auch mit dem Straßenbau extra dabei. Die Fußballer als Spielgemeinschaft mussten herhalten und für den Hilfssheriff des Ortes spielte Jürgen auf dem Schifferklavier: „Gute Freunde kann niemand trennen.“ 

Der Frühschoppen zum Wochenbeginn sei wie in der Vergangenheit großartig gewesen und am frühen Dienstagabend gab es in Lambsborn auch wieder den berühmten „Hammeltanz“, der früher auf keiner Dorfkerwe fehlen durfte.