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Kerwe in Lambsborn erstmal mit Kerwerednerinnen

Kerwe in Lambsborn : Frauenpower mit Zylinder

In Lambsborn waren die Kerweredner in diesem Jahr erstmals Rednerinnen.

Nein, Corona kann der Kerwe in Lambsborn nichts anhaben. Das Gegenteil ist der Fall. Kein Durchgangsverkehr zur Kerwerede, ein Rummelplatz gegenüber dem Gasthaus „Zum Kuckucksnest“, der schon das Prädikat „großartig“ verdient und herrliches Kerwewetter über die Festtage noch dazu. Ganz zu schweigen von der großen Zuhörerschar, die traditionell um 15 Uhr am Sonntag den Kerweneuigkeiten aus hoher Warte lauschten. Dazu noch eine Premiere: Erstmals war Frauenpower bei der Rede angesagt, stimmgewaltig Franziska „Franzi“ Baus und Sofie Fernandez, welche gekonnt die Kerwerede hielten.

Wie üblich waren die kecke Franzi und die agile Sofie passend nach alter Lambsborner Kerwetradition gekleidet, hatten sich den nostalgischen Zylinder aufs Haupt gesetzt. 16 Straußmädels und Straußbuben sorgten jetzt wieder für eine Kerwe in der traditionellen Bleibe „Zum Kuckucksnest“. „Kuckucksnest“ deshalb, weil seit Menschengedenken die Einwohner des Ortes landläufig als „Kuckucke“ bezeichnet werden. Deshalb auch gänzlich berechtigt die Frage in der Kerwerede selbst, ob denn auch die „Neuen“, von ihnen kamen einige aus den Nachbarorten, um gemeinsam mit ihren Freundinnen oder Freunden aus Lambsborn eine zünftige Kerwe im Kuckucksdorf zu feiern, ob eben besagte „Neuen“ überhaupt schon die „Kuckucksprüfung bestanden hätten. Schließlich sei eines ja allen klar: „Die alle hann jetzt gemerkt, die Lambsborner Kerb ist und bleibt enfach es beschde Werk.“

Von den Neuen die jetzt schon als Straußbuben für Heiterkeit und Spaß sorgen, spannten Franzi und Sofie leicht den Bogen zum Kerwenachwuchs der Zukunft, was die vielen Lauschenden wie folgt vernahmen: „Doch ken Sorch, für die nächste Straußbuwe is ah gesorcht, weil mei Cousin hats im Katrin besorcht. Ach bei Seibe gabs Zuwachs für die Zwä kam dezu eh Schatz, de Lukas aus Lambsborn West hat sei Kind geleht ins Kuckucksnest, ah Molle wurde vom Storch besucht un han als Termin die Kerb gebucht…“

Die Großbaustelle in Lambsborn West, gemeint ist damit die Nachbarortschaft Bechhofen, mit denen die Lambsborner wie auch umgekehrt schon immer irgendwie im „Clinch“ liegen, wurde treffend karikiert und sorgte für Gelächter.

Viele Dorfereignisse waren für die Kerwerede noch einmal exzellent aufbereitet worden und sorgten unter den vielen Zuhörern für beste Laune. Das Jubiläum der Kicker vom SVL etwa, die vielen Blechbausen, die einen bekannten Autohändler namens Roland B. um einige Tausender reicher gemacht haben sollen. Für die musste die Kerwemusik übrigens das Lied von „Schmidtchen Schleicher“ spielen. Das neue Feuerwehrhaus fand in der Rede einen gebührenden Platz und selbst den Wegzug von Pfarrer Martin Lenz nach 17-jähriger Dorfzugehörigkeit ward nicht vergessen.

Gelungen rundum die Kerwe 2021 bei den Kuckucksdörflern, allen war anzumerken, dass sie nach der Pandemie richtig Lust zum Kerwefeiern hatten.