Kerwe in Hornbach Starke Kerwerede stellt Strauß in den Schatten

Hornbach · Sechs Straußmädels und elf Straußbuben sorgen für die Pflege des alten Kerwebrauches, der seit 1995 in der Klosterstadt wieder lebendig ist.

 Das Sportheim der Piminiuskicker von Hornbach war am Sonntag Schauplatz für die Kerwerede.

Das Sportheim der Piminiuskicker von Hornbach war am Sonntag Schauplatz für die Kerwerede.

Foto: Norbert Schwarz

Es ist wieder Kerwezeit. Die Klosterstädter steht auf dem Festplan zum Kerwefeiern in Zweibrücken-Landganz oben an, dritter Sonntag im August, das ist in diesem Jahr erneut der Kerwefeier-Fixpunkt für sechs Straußmädels und elf Straußbuben gewesen, die es von Freitag an mächtig krachen ließen. Denn das Kerwefeiern ist in Hornbach weiterhin „in“, wenngleich der Feierumfang sich dennoch gewandelt hat, wie zahlreiche Zuhörer beim „Smalltalk“ sich erinnerten, als die Straußjugend der Gegenwart sich noch um treffende Formulierungen für die Kerwerede Gedanken machte.

„Unn die Hornbacher Kerb soll läwe …!“ Das so eingeforderte „Hoch“ kam vielkehlig, wenn auch schon mit hörbar ziemlich strapazierten Stimmbändern.

Im Vergleich zu früheren riesigen bunten Kerwesträußen wirkte der aktuelle am Fußballer-Sportheim, wo sich die junge Hornbacher Brauchtumspflegerschar traf, zwar etwas „mickrig“, doch das tat der Kerwefreude überhaupt keinen Abbruch. Flugs war der Strauß in die Halterung gebracht und signalisierte die Festzeit. Der Countdown für einen der Kerwehöhepunkte war damit ohne größeres sonstiges Prozedere, wie etwa das Hochhieven eines schweren Kerwestraußes per Frontlader, vom 17-köpfigen Team eingeleitet. Übrigens allesamt im einheitlichen blauen Kerwe-Hemd, das die Mädchen leicht zur Bluse vor geknotet hatten und dem nicht zu übersehenden Rückenaufdruck „Kerb 2022“ – darunter der Stadtheilige als Bildmotiv in Siegelform mit der Schriftumrandung „Straußbuwe 1995 Hornbach“. Darunter ein Internet-Link der Straußjugend sowie der Hinweis, dass vom 19. bis 24. August gefeiert wird.

„Ihr liebe Leid und Kerbegäschd, drinke viel und esse feschd“ lautete die Losung für die rund 50 der Zuschauer beim Sportheim, die der fetzigen Rede lauschten, welche Lilly Ferchel und Marcel Alt in überzeugender Manier voller Inbrunst vortrugen. Und dabei, völlig klar, zunächst einmal einen Einblick ins eigene Geschehen der Straußmädel und Straußbuben-Gilde gaben. So zum Beispiel wie trinkfest dieser oder jene sich schon zu produzieren wussten oder wie sie überhaupt zum Einfall kamen, ein Hornbacher Straußbub oder Straußmädel zu werden. Amüsant allemal, und natürlich durfte bei alledem auch ein kleiner Seitenhieb in Richtung Stadtbürgermeister nicht fehlen, was sich am Sonntag von der Kleinlasterpritsche als Rednerpult beim Sportheim wie folgt anhörte: „Unn de Hohn, unser Bürgermeischder, den werre mer nimmi los, der is wie Kleischder. Teneriffa, das is sein zweites Zuhaus, denn er braucht mindestens einmal von uns e Paus!“ Dennoch, die Kontaktpflege sei geradezu bestens und auch bei der Stadtpflege wisse die Straußjugend tüchtig anzupacken, wie das Rednerduo trefflich verriet. „Beim Kreisel sauber mache hat ma‘s gesiehn, die horre sich dort gebiggt wie fer die Queen. Gerechelt, gezupft unn gefegt, der Kreise wurde mit uns als freiwillige Helfer wieder scheen und gepflegt.“

Hoch die Tasse, lautete das Motto am Montag beim Kerwefrühschoppen, der traditionell ein weiterer Höhepunkt in der alljährlichen Kerwezeit ist. Dabei wurd in den Gastwirtschaften das typische Kerweessen, nämlich Leberknödel oder Bratwürste mit Sauerkraut und entsprechenden Beilagen, offeriert.

Ein Rummelplatz für die kleinen Kerwebesucher fehlte erneut, was von vielen Kindern bedauert wurde.

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