Keine Windräder, kein Hoffmann

Käshofens Ortsbürgermeister Karl Hoffmann wird sein Ehrenamt wie angekündigt zum Monatsende niederlegen. Die Vertrauensbasis sei für ihn zerrüttet und die gerissenen Gräben schwer zu schließen.

Zum Monatsende ist Schluss: Wie angekündigt wird Karl Hoffmann, seit elf Jahren Ortsbürgermeister von Käshofen , sein Amt niederlegen. Er wird, wie es in einem solchen Fall die Gemeindeordnung vorsieht, Verbandsbürgermeister Jürgen Gundacker aus der Entlassung des Ehrenamtes bitten. Das bestätigte Karl Hoffmann gestern. Hoffmann hatte angekündigt, zurücktreten zu wollen, wenn sich die Käshofer gegen die geplanten Windräder entscheiden würden - was sie am Sonntag dann auch taten.

"Ich habe mir diesen Schritt wohl überlegt. Etwas, das man gern, ja regelrecht mit Herzblut über viele Jahre gemacht hat und dabei ganz offenkundig mit Erfolg, das gibt man nicht so einfach auf. Wer da von Erpressung spricht oder schreibt, der weiß einfach nicht, was hinter alledem steht. Wir haben immer zum Wohle der Gemeinde zusammengearbeitet und diese Grundlage sehe ich mit der nunmehr eingetretenen Entscheidung nicht mehr gewährleistet. Wer mich näher kennt, der wusste, dass es in der Sache für mich kein Zurück gibt." In der letzten Bürgerversammlung sei nochmals dargelegt worden, dass es keine Alleingänge durch ihn oder ein Zurückhalten von Informationen gegeben habe. Hoffmann: "Alle Ratsmitglieder, und ich betone nochmals alle, hatten den gleichen Informationsstand. Die Information der Bürger wäre gleichfalls erfolgt. Aber erst dann, wenn wirklich Fakten bekannt sind." Den Umstand, dass bei den möglichen Standorten für Windräder auch ein landwirtschaftliches Grundstück in Frage kommen könnte, das ihm gehört (wir berichteten), sieht Karl Hoffmann nicht als Argument. "Wir haben im Außenbereich landwirtschaftliche Anlagen nicht erst seit gestern. Ist mir das anzulasten?"

Für den Ortsbeigeordneten Klaus Martin Weber hat Karl Hoffmann in den elf Jahren seiner Amtszeit als Ortsbürgermeister eine ausgezeichnete Arbeit geleistet. "Karl Hoffmann hat seinen Heimatort nicht verwaltet, er hat ihn weiter nach vorn gebracht", stellte Klaus Martin Weber schon am Sonntagabend fest, als sich das Ergebnis des Bürgerentscheides abzeichnete.

Als ein Kandidat für die Urwahl sieht sich der jetzige Ortsbeigeordnete Weber nicht. Ob er sich verweigern würde, wenn ihn die Mitglieder des Ortsgemeinderates direkt wählen, wie es bisher im Ort üblich war, ließ er offen. Klaus Martin Weber wird zumindest ab 1. Mai die Amtsgeschäfte kommissarisch führen. Bis zum 1. August muss ein neuer Ortsbürgermeister gewählt sein. Nach Empfehlung durch den Ortsgemeinderat wird die Kreisverwaltung Südwestpfalz den Wahltag festlegen. Die Verbandsgemeindeverwaltung Zweibrücken-Land wird diesen Termin bekanntgeben und zugleich zur Abgabe von Bewerbungsunterlagen aufrufen. Sollte innerhalb der Frist keine Bewerbung eingehen, wird der Rat wie bisher einen Ortsbürgermeister wählen. Dieser muss nicht Mitglied des Ortsgemeinderates sein.