Keine Neuen fürs Nagelwerk

Zweibrücken. Trotz guter Auftragslage kann das Zweibrücker Nagelwerk derzeit nicht auf neue Mitarbeiter hoffen. Der für das Werk zuständige Prokurist des Konzerns Westfälische Draht-Industrie (WDI), Rolf Lüdenbach, sagte auf Merkur-Anfrage: "Wir wollen mit den derzeit dort beschäftigten 17 Mitarbeitern weitermachen. Die Auftragslage ist besser als 2009 und bis Mitte 2010

Das Nagelwerk im Zweibrücker Stadtteil Ixheim. Foto: pma

Zweibrücken. Trotz guter Auftragslage kann das Zweibrücker Nagelwerk derzeit nicht auf neue Mitarbeiter hoffen. Der für das Werk zuständige Prokurist des Konzerns Westfälische Draht-Industrie (WDI), Rolf Lüdenbach, sagte auf Merkur-Anfrage: "Wir wollen mit den derzeit dort beschäftigten 17 Mitarbeitern weitermachen. Die Auftragslage ist besser als 2009 und bis Mitte 2010. Ich bin guten Mutes. Solange sich die konjunkturelle Lage weiter positiv entwickelt, sehe ich keinen Notwendigkeit, das Unternehmen zu schließen." Dass eben dies geplant sein könnte, sieht nach Merkur-Informationen eine interne Vereinbarung vor. Ihr zufolge sollen Investitionen in den Standort, an dem Einspritzpumpen, Radbolzen und Vergaser hergestellt werden, nur bis zum 31.12.2013 erfolgen.Laut Lüdenbach sind Neueinstellungen erst ein Thema, wenn die Konjunktur weiter "deutlich anzieht". Im vergangenen Jahr war die Belegschaft von 26 um neun Mitarbeiter reduziert worden. Laut Betriebsrat Siegfried Deck müsste man dies ändern. Nicht nur wegen der guten Auftragslage, sondern auch, weil die Belegschaft zu alt ist und immer wieder Krankheitsfälle vorkommen. Deck: "Vor Weihnachten mussten wir dreischichtig arbeiten. Wir bringen 120 und mehr Prozent an Leistung." Verlangt als Existenzminimum für das Werk werde ein Jahressoll von etwa 9000 Tonnen, seit Mai produziere man monatlich bis zu 1700 Tonnen. Im August ginge außerdem ein Mitarbeiter in Altersteilzeit, zwei weitere folgten in 20 Monaten. Die Hoffnung auf eine Zukunft des Nagelwerks nährt bei Deck eine Entscheidung der Europäischen Union: Wegen 18 Jahre währender, verbotener Preisabsprachen auf dem Stahlmarkt wurde unter anderem auch WDI von der EU zu einer saftigen Strafe verdonnert. 56 Millionen Euro muss der Konzern mit Sitz in Hamm zahlen. Wie Deck über den Gesamtbetriebsrat erfahren hat, läuft vor diesem Hintergrund bei WDI die Suche nach einem neuen Anteilseigner. Decks vage Hoffnung: Ein solcher könnte genug Geld mitbringen, um auch längerfristig ins Nagelwerk zu investieren.