Katzenhilfe Großbundenbach : Wenn kleine Samtpfoten Hilfe brauchen

Die Katzenhilfe Großbundenbach hat es sich zur Aufgabe gemacht, die starke Vermehrung der verwilderten Hauskatzen durch Kastration einzudämmen, damit deren Nachkommen weiteres Leid durch Futtermangel und Krankheiten erspart bleibt.

Die Katzenhilfe Großbundenbach und ihr Partnerverein „Menschen für Tiere Pirmasens“ haben ein Herz für Stubentiger. In ihrem Haus in Großbundenbach nimmt Kirsten Prange kranke Katzen sowie Katzenmütter mit ihrem Nachwuchs auf. „Früher war es so, dass trächtige wildlebende Katzen zum Tierarzt gebracht wurden und kastriert. Die Babys starben dabei. Jetzt nehme ich die Mütter auf und sie können in Ruhe werfen und sich um ihren Nachwuchs kümmern. Erst danach werden sie kastriert und wieder freigelassen“, sagt die Katzenliebhaberin.

Ein ganzes Stockwerk ihres Hauses gehört den Stubentigern. Auf 80 Quadratmetern leben die Tiere, die zu krank oder zu alt sind, um sie noch vermitteln zu können. Die Räume hat Kirsten Prange mit viel Liebe in einen kleinen Katzen-Abenteuerpark verwandelt. Überall stehen Kratzbäume, Körbe, Höhlen und Spielzeug zur Verfügung. Auf dem mit Netzen gesicherten Balkon können die Tiere Luft schnappen. Im Moment wohnen 17 Katzen dort.

Acht verwilderte Katzen leben rund ums Haus und kommen nur zum Fressen in den Hof. „Es gibt eine Menge missgünstiger Menschen, die mich und meine Mitstreiter immer wieder anzeigen und uns dem Veterinäramt melden“, erzählt Prange, „gerade gestern war das Amt da. Doch wie immer hatten sie nichts zu beanstanden.“

In einem Gehege im Hof lebt gerade eine verwilderte Katze, die von der DRK-Tierrettung zu Prange gebracht wurde. Sie sollte vergiftet werden. Das überaus scheue Tier hat geschwollene Zitzen. Entweder ist es schwanger oder hat bereits geworfen. Dann wären die kleinen Katzenbabys allerdings schon tot, ohne die Fürsorge ihrer Mutter.

Nach einer zweiwöchigen Quarantäne wird Kirsten Prange entscheiden, wie es mit der Katze weitergehen soll. Entweder bekommt sie ihren Wurf im Großbundenbacher Quartier oder sie darf sofort zurück in die Freiheit, weit weg von ihren Peinigern.

Es sind Tier-Schicksale wie dieses, die Kirsten Prange an den Menschen zweifeln lässt: „Tiere sind dankbarer als Menschen, das musste ich lernen. Katzen können einem viel geben.“ Die Tierliebe gibt ihr die Kraft weiterzumachen, wenn wieder ein kranker oder schwacher Wurf durchgebracht werden soll, wenn hilflose Tiere eingefangen werden müssen und wenn am Ende des Monats die Tierarztrechnung kommt.

Genaue Zahlen will Prange nicht nennen, doch ein hoher fünfstelliger Betrag wird für sie und den Partnerverein jedes Jahr fällig. In Urlaub gefahren ist die Katzenliebhaberin schon lange nicht mehr, die Fürsorge für ihre Schützlinge lässt es nicht zu. Den Verein hat Kirsten Prange gegründet, um Spenden annehmen und ihren gemeinnützigen Internetshop betreiben zu können.

Ein Mal im Jahr veranstalten die Katzenhilfe und Menschen für Tiere einen großen Flohmarkt in den Pirmasenser Messehallen. Dann stehen dort 400 Bierzelttische mit Gebrauchtwaren und der Andrang ist enorm. Die gesamten Einnahmen kommen dem Katzenschutz zugute. Doch dieses Jahr wird der Flohmarkt, der immer im Dezember stattfindet, wohl ausfallen müssen. Die Corona-Beschränkungen lassen nur maximal 150 Besucher in der Halle zu – viel zu wenig, um die Einnahmen zu erzielen, die von den Katzenschützern gebraucht werden.

Und so nimmt Kerstin Prange Flohmarktartikel an und verkauft sie im Internet. Auch gebrauchten Schmuck kann man ihr bringen. Den arbeitet sie auf und bietet ihn ebenfalls an, um die Futter- und Tierarztkosten ihrer Schützlinge zu bezahlen.

Um den Katzen noch mehr Platz bieten zu können, würde Kerstin Prange gerne das verfallene Großbundenbacher Schulhaus nutzen. Doch die Preisvorstellungen der Eigentümer sind weit von den finanziellen Möglichkeiten der Frau entfernt, die als Selbstständige ein kleines Unternehmen für Haushaltsauflösungen betreibt.

Der Verein fängt übrigens nur verwilderte Hauskatzen ein. Werden kranke Wildkatzen gefunden, so bringt sie Prange zur Wildtierstation in Maßweiler. Die Babykatzen aus den Würfen werden kastriert, medizinisch versorgt und von Prange und Menschen für Tiere in liebende Hände vermittelt.