1. Pfälzischer Merkur
  2. Zweibrücken-Land

Katholischer Pfarrer Gerhard Schanne aus Zweibrücken tot

Zweibrücker Priester und Lehrer war besonders in Jugendarbeit engagiert : Pfarrer Gerhard Schanne mit 82 Jahren verstorben

Pfarrer Gerhard Schanne war Zeit seines Lebens beliebt: bei seinen Schülern, bei den Schäflein seiner Gemeinden, bei Menschen, mit denen der stets aufgeschlossene Theologe offen und vielfältig interessiert ins Gespräch kam.

Kurz vor seinem 83. Geburtstag verstarb Schanne letzten Montag nach kurzem Krankheitsverlauf an Krebs.

Besonders die Jugendarbeit lag dem gebürtigen Zweibrücker am Herzen. Bereits bei seiner ersten Pfarrstelle in Pirmasens St. Anton übernahm er die Aufgabe des Jugendkaplans. Sein ganzer Stolz waren die zwölf oder mehr Mädchengruppen, die er dort gründete und bis zuletzt mit den ehemaligen Jugendführerinnen in freundschaftlichem Kontakt blieb. Ähnlich wirkte Schanne in Hauenstein, bevor der 1963 in Speyer geweihte Priester 1970 bis zu seiner Pensionierung in den Schuldienst am Hofenfels-Gymnasium in Zweibrücken wechselte. In dessen Vorgänger, dem Altsprachlichen Herzog-Wolfgang-Gymnasium, hatte Schanne selbst Abitur gemacht. Eine „gut katholische Familie“, elterliches Engagement in der Gemeinde Heilig Kreuz und freudvolle Erfahrungen als Messdiener legten dem Lateiner das Theologie-Studium nahe.

„Er hat seine Schüler gefordert und gefördert: Bei ihm gab es von fünf bis eins alle Noten. Religion war bei ihm kein Fach für die faule Haut“, weiß sein vier Jahre jüngerer Bruder Rainer Schanne. Doch selbst der katholischen Kirche durchaus kritisch gegenüber eingestellte, lehrte der langjährige Dekanats-Jugendseelsorger sie Mut zur eigenen Meinung. Ihm selbst lag neben der Jugendarbeit auch die Ökumene am Herzen und er pflegte ein freundschaftliches Verhältnis zu seinen protestantischen Kollegen.

Ab den 1980er Jahren bis lange in seinen Schul-Ruhestand hinein, betreute Gerhard Schanne zudem die Pfarrei Großsteinhausen, später zusätzlich St. Pirmin Bubenhausen/Ernstweiler. Neben der langjährigen Verbandsarbeit als Kolping-Präses engagierte er sich im Lions-Club. Gerne erkundete er andere Länder wie die USA, besuchte seinen Bruder in Bangkok oder durchwanderte allein fast 30 griechische Inseln.

Schannes großer Freundeskreis hofft auf eine baldige Öffnung der Corona-Einschränkung für eine ihm angemessene Abschiedsfeier.