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Jugendliche bauen Barfußpfad am Harzbornhaus

Jugendliche bauen Barfußpfad am Harzbornhaus

Sechs Monate lang hat das Juz gemeinsam mit der Heinrich-Kimmle-Stiftung einen Barfußpfad am Harzbornhaus in Niederauerbach gebaut. Schüler der Sechsmorgen-Grundschule durften die verschlungenen Wege gestern als Erste offiziell begehen.

Begeistert liefen die Schüler der Sechsmorgen-Grundschule barfuß über den neuen Pfad hinter dem Harzbornhaus der Naturfreunde e.V. "Ahh" und "ihh" und "au" war zu hören, je nachdem auf welchem Feld die Kinder gerade waren. Sie waren die Ersten, die hier testen durften, denn gestern war die offizielle Eröffnung des Barfußpfads.

Geschaffen haben dieses Natur-Erlebnis samt einer Abseilstelle zum Heilbach hinunter die Jugendlichen vom Jugendzentrum Zweibrücken zusammen mit Florian Zahler, dem Leiter des Juz.

Er hatte die Idee im vorigen Herbst bei der Ausschreibung der "Zukunftsformer" eingereicht. Das ist ein landesweites Programm der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung in Zusammenarbeit mit dem Umweltministerium. Es war ganz gezielt an außerschulische Einrichtungen adressiert und stand unter dem Motto "Bildung von nachhaltiger Entwicklung".

Das Konzept des Zweibrücker Jugendzentrums konnte überzeugen und wurde als eines von drei Projekten mit insgesamt 3000 Euro bezuschusst. Die großartige Leistung aller Beteiligten betonte auch Bürgermeister Rolf Franzen in seiner Eröffnungsrede.

Jede Menge Arbeit

Sechs Monate lang, seit Mitte März, arbeiteten 17 Jugendliche mit den Betreuern des Juz an dem Pfad. "Feste Zeiten oder Tage gab es nicht, an denen gearbeitet wurde", sagte Zahler. "Schließlich haben die Jugendlichen morgens Schule, nachmittags läuft der reguläre Betrieb im Juz." Deshalb hatten die Hauptamtlichen vom Juz oft vormittags die Arbeiten vorbereitet, damit die Jugendlichen nachmittags dann gleich loslegen konnten.

Ganze elf Tonnen Schotter und dreieinhalb Tonnen Splitt schafften die Jugendlichen mit Schubkarren zum Pfad. Und das war nur der Untergrund. Sie legten auf dem gesamten Pfad ein Gartenvlies und bauten aus Holzbalken die Verschalungen der einzelnen Parzellen. Um den Pfad zu befüllen, holte sich die Gruppe Hilfe bei den Gärtnern der Heinrich-Kimmle-Stiftung. Florian Zahler war es wichtig, verschieden Gruppen zu vernetzen, die sonst vielleicht nicht so einfach zusammenfinden. "Das waren zwei tolle Tage. Das hat von Anfang an richtig gut funktioniert", schwärmte Florian Zahler und spricht von echter Inklusion und Integration. Gelernt haben seine Jugendlichen bei dem Projekt aber noch viel mehr: Sie konnten sich handwerkliche Fähigkeiten aneignen und mit verschiedenen Materialien arbeiten. "Das ist für die spätere Berufswahl sehr viel wert."