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Corona im Landkreis: Jetzt 87 Corona-Fälle im Landkreis

Corona im Landkreis : Jetzt 87 Corona-Fälle im Landkreis

Am Mittwoch wurden elf Personen positiv getestet. Die Corona-Ambulanz in Wallhalben ist startklar.

Erstmals sind im Zuständigkeitsbereich des Gesundheitsamtes Südwestpfalz elf Corona-Infizierte an einem Tag registriert worden. „Dies bedeutet eine neue Höchstzahl an Fällen seit der Aufzeichnung“, erklärte Landrätin  Susanne Ganster am Mittwoch bei der Vorstellung der Corona-Ambulanz in Wallhalben. Damit steigt die Gesamtzahl auf 87 Fälle an.

Gab es bisher in der Stadt Pirmasens  15 positiv getestete Personen erhöht sich die Zahl durch zwei Neuerkrankungen nun auf 17. Durch drei neue Covid-19-Kranke steigt die Zahl in der Stadt Zweibrücken auf 15 Personen an. Ebenfalls 15 Betroffene gibt es in der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben, wo keine Neuerkrankung auftrat. Zwei neue Fälle und somit 13 Infizierte leben in der Verbandsgemeinde Dahner Felsenland. Jeweils ein neuer  Fall gibt es in den Verbandsgemeinden Waldfischbach-Burgalben (sieben Fälle), Pirmasens-Land (drei), Rodalben (zwei) und Zweibrücken-Land (neun). In der Verbandsgemeinde Hauenstein sind weiterhin sechs Personen am Coronavirus erkrankt. Allen Infizierten wurde zuvor im Corona-Testzentrum in Höhfröschen ein  Abstrich genommen. Gestern riefen 79 Personen auf der Hotline an, 48 davon wurden in Höhfröschen getestet.

An einem besonderen Standort, wie sie selbst sagte, stellte gestern Ganster die Corona-Ambulanz vor, die in der früheren Realschule plus in Wallhalben untergebracht ist. Sie wisse, dass der Standort nicht gerade zentral sei, aber für ihn spreche beispielsweise die Nähe zu Zweibrücken mit dem Notfall-Krankenhaus im früheren evangelischen Krankenhaus. Auch die Ärzte, die den Standort betreuen, unter anderem Hausarzt Wolfgang Leidecker von der Hausärztlichen Berufsausübungsgemeinschaft (BAG) in Waldfischbach-Burgalben und Allgemeinarzt Günter Zinßius sowie Heinz-Ulrich Koch, Leiter des Gesundheitsamtes, sprechen sich für den Standort aus.

Seit 2016 steht das Gebäude, bis auf eine kurze Unterbrechung, als die Grundschule Thaleischweiler-Fröschen das Gebäude nutzte, leer. „Im Krisenstab haben wir die kreiseigenen Gebäuden überprüft und sind in Wallhalben fündig geworden“, informierte Ganster. Die Landrätin erinnerte nochmals daran, dass knapp zehn Tage, nachdem die Kassenärztliche Vereinigung den Landkreis aufgefordert habe, entsprechende Räumlichkeiten zu suchen, dies in die Tat umgesetzt wurde. „Durch die Corona-Ambulanz haben wir die Möglichkeit geschaffen, positiv getestete Personen, die nicht in Arztpraxen behandelt werden sollen, zu betreuen“, sagte Ganster. Für die Behandlungsräume gab es von der Kassenärztlichen Vereinigung spezielle Checklisten, wie unter anderem die Zimmer ausgestattet sein sollten.

 Im Gebäude selbst kann die Aula sozusagen als Wartezimmer genutzt werden. Im ehemaligen Sekretariat kann die Anmeldung der Patienten erfolgen und in den  Rektorenzimmer sind drei Behandlungsräume eingerichtet. Bei Bedarf steht ein weiteres Behandlungszimmer im „Lehrerzimmer“ bereit. Über einen eigenen Ausgang können Patienten das Gebäude wieder verlassen, so dass sie nicht durch den Wartebereich müssen. Den behandelnden Ärzten steht ebenfalls ein separater Eingang zur Verfügung. „Die Behandlungszimmer sind einfach aber zweckmäßig“, meinte Ganster.

Froh zeigte sich Leidecker, dass nach der Besichtigung am vergangenen Freitag die Kreisverwaltung „prompt reagierte und die Umsetzung vornahm“. Für die Corona-Ambulanz sei Schutzausrüstung durch die Kassenärztliche Vereinigung zugesichert, informiert Zinßius. Er macht deutlich, dass die Corona-Ambulanz mit dem Engagement der regionalen Mediziner stehe und falle.

Die Landrätin hofft, dass die Notsituation, sprich die Behandlung von Patienten in Wallhalben nicht erforderlich ist. „Wenn wir in einem halben Jahr sagen, wir mussten keinen Patienten in Wallhalben versorgen, dann bin ich die Glücklichste“, meinte Ganster.

Markus Zwick, Oberbürgermeister der Stadt Pirmasens, informierte darüber, dass obwohl der Landkreis Südwestpfalz und die Stadt eng zusammenarbeiten und auch für den Standort Wallhalben alles zusammen geplant wurde, in Pirmasens eine eigene Corona-Ambulanz startet.