Jahresvorschau Großbundenbach : Spielplatz, Kindergarten, Impftermine

Ortsbürgermeister Dieter Glahn gibt einen Ausblick auf die Schwerpunkte 2021 in Großbundenbach.

Der Spielplatz in der Steinkallenfelsstraße und punktuelle Sanierungsarbeiten beim Kindergarten sind die Herausforderungen für das eben begonnene Jahr in Großbundenbach. Bereiche, die für Ortsbürgermeister Dieter Glahn alles andere als neu sind. Dennoch, die Herausforderung wird ihn wie die Ratsmitglieder weiterhin auf Trab halten, die Verantwortlichen nach machbaren Lösungen suchen lassen. Alles andere als einfach, stellt Ortsbürgermeister Glahn im Gespräch mit dem Pfälzischen Merkur fest.

Einmal mehr appelliert Dieter Glahn deshalb an die Hilfsbereitschaft der Mitbürger. „Wir haben mit viel Eigenleistung beim Bau des Spielplatzes in der Steinkallenfelsstraße aufwarten können, doch die Spielgeräte oder Materialien lassen sich nicht mit Eigenleistung finanzieren. Da muss ich Bares auf den Tisch legen.“ Gebraucht werden Gelder für den Kauf von Abdeckungen für die Sandsteinmauer und die Eingrünung des Platzes. Ein größere Kugelbaum soll als Schattenspender zugleich dem Platz ein besonderes Flair verleihen.

Mit Neubürger Basam Aljarad hat Dieter Glahn einen syrischen Flüchtling in der Dorfgemeinschaft, der im Augenblick sowas wie Mädchen für alles ist. Glahn: „Ich für meine Person bezeichne Basam als Glücksfall für die Dorfgemeinschaft. Als Flüchtling darf er ja nur einen bestimmten Betrag hinzuverdienen. Aber Basam Aljarad engagiert sich ohnehin und weiß immer mit großem Geschick die Dinge zu meistern. Als Maurer ist er bereits in der Heimat ein großer Helfer gewesen und jetzt profitieren wir in Großbundenbach davon. Eine Integration in die Dorfgemeinschaft vollzieht sich auf diese Art und Weise problemlos.“

Das Erlernen der deutschen Sprache bereitete dem Mittvierziger wie auch der Ehefrau etwas Probleme, dem Sohn im Schulalter dagegen überhaupt nicht und wenn der jüngste Familienspross demnächst in den Kindergarten geht, wird er sich sicher auf Anhieb gleichfalls zurecht finden.

Mehr als 20 000 Euro sind bereits in den Spielplatz investiert worden, zwei Drittel dieser Summe steuerten die Dorfbewohner als Spenden bei. Jetzt rechnet Dieter Glahn fest damit, dass beim erneuten Spendenaufruf gleichfalls nochmals rund 6000 Euro zusammenkommen, damit in diesem Jahr – hoffentlich – ein passendes Einweihungsfest organisiert werden kann.

Das Projekt „Spielplatz“ erstreckt sich inzwischen über zwei Haushaltsjahre. Für Glahn überhaupt kein Beinbruch, weil sich so die Chance ergab, finanziell das Vorhaben „zu strecken“. „Gemeinsam mit der Dorfjugend haben wir die Arbeiten begonnen, zusammen mit Bürgern und der großen Hilfe von Basam Aljarad haben wir es bis auf zu den Schlussarbeiten gebracht und wenn wir jetzt noch eine finanzielle Hilfe in Form von Spenden bekommen, können wir auch das Vorhaben erfolgreich abschließen“, ist sich Dieter Glahn sicher.

Abschließen oder zum Abschluss kommen, das möchte der Ortsbürgermeister auch bei einem anderen Projekt, das nunmehr über längere Zeit die Ratsmitglieder und auch die Dorfbevölkerung fast schon in „Atem hält“, der Kindergarten. Wo die Reise hingeht? Dieter Glahn kommt um ein Schulterzucken nicht umhin. „Es gilt weiterhin der Status quo. Kleinbundenbach möchte einen eigenen Kindergarten. Wir würden gern die vertrauensvolle Zusammenarbeit fortsetzen. Der Kitabetrieb läuft nunmehr in beiden Ortschaften weiter und wir müssen trotz der offenen Fragen den Betrieb so organisieren, dass unumgängliche Arbeiten erledigt werden.“ Als solche bezeichnet Dieter Glahn etwa den Kauf eines neuen Backofens für die Kita-Küche. Derartige Modernisierungsarbeiten werden derzeit vom Land mit 5000 Euro gefördert und da will Dieter Glahn unbedingt dabeisein. Der Kindergartenbetrieb laufe an beiden Standorten ganz normal weiter, berichtet Glahn und zeigt dabei auf, dass auch die Schallschutzarbeiten in Großbundenbach anlaufen würden. „Aus arbeitsrechtlichen Gründen ist das notwendig und nicht länger aufschiebbar. Unser Personal hat darauf einen Rechtsanspruch, die Gruppenräume und der Turnsaal müssen schalltechnisch für den Alltagsbetrieb hergerichtet werden.“

Zur Jahresmitte wird das Kita-Zukunftsgesetz rechtsverbindlich. Dann wird es auch keine starre Betriebserlaubnis mit Gruppenhöchstzahlen wie bisher geben, der Personalschlüssel orientiert sich vielmehr an den aufgenommenen Kindern. Planungen laufen jetzt von Jahr zu Jahr. Dieter Glahn sieht jetzt zu vielen Fragen ganz andere Vorzeichen. Geblieben sei allerdings eins: Dass Mainz einfach Gesetze erlasse und überhaupt nicht danach fragen, ob kleine Ortschaften wie Groß- und Kleinbundenbach überhaupt in der Lage sind, finanziell alles zu stemmen. „Wir ganz unten müssen es ausbaden und haben kein Geld. Gut dass es jetzt einen Schuss vor den Bug für die Landesregierung gab, was die finanzielle Ausstattung der Ortsgemeinden zur Aufgabenerfüllung gab!“ Dieter Glahn erwartet ein Wachwerden bei den „Großen“.

Dieter Glahn Foto: Norbert Schwarz

Und prompt kommt schon wieder ein Thema, bei dem ein „kleiner“ Ortsbürgermeister für seine Einwohner voll und ganz da zu sein hat. „Für etliche Ortsbewohner über 80 Jahre erledige ich derzeit nur noch das Anmelden zur Corona-Schutzimpfung. Was da abgeht, ist wiederum beispiellos. Die 088er Nummer ist überhaupt nicht erreichbar, und wer auf dem Dorf hat mit 80 Lebensjahren die Erfahrung, sich per Internet den Impftermin zu holen? Niemand oder nur ganz wenige. Also, muss der Ortsbürgermeister erneut in die Bresche springen und das mache ich im Augenblick mehr als mich um andere Dinge innerhalb des Ortes zu kümmern.“ Überhaupt, für die Senioren müsse auch auf dem flachen Land mehr getan werden, auch dafür will sich Dieter Glahn in diesem Jahr stark machen, falls Corona dazu die Möglichkeit gibt.