Jahresvorschau Dellfeld : Corona bremst Projekte nur wenig

Dellfelds Ortsbürgermeisterin Doris Schindler sieht optimistisch ins Jahr 2021.

„Corona? Natürlich erschwert die Pandemie auch die kommunalpolitische Arbeit im Ort. Keine Ratssitzungen, Probleme mit der Kinderbetreuung und alle sonstigen bekannten Begleiterscheinungen. Doch die Verfahrensabläufe zu unseren gemeindlichen Großprojekten konnten durch Corona nicht aufgehalten oder gar verzögert werden“, stellt Ortsbürgermeister Doris Schindler aus Dellfeld fest und spricht geradezu überschwänglich von der Punktlandung zum Straßenausbau bei der Schulstraße. Einem Vorhaben über gleich mehrere Jahre, weil über ein Kilometer Straßenausbau für die Ortsgemeinde nicht einfach zu stemmen ist. 

Doch nicht allein die Arbeiten zum zweiten Bauabschnitt konnten im letzten Jahr erfolgreich abgeschlossen werden. Bei den Arbeiten auf dem Gemeindefriedhof gab es ebenso keinen Stillstand. Rund 25 000 Euro wurden in eine zweite Urnenstele in Wandform investiert. Frühzeitig stellte Doris Schindler in Zusammenarbeit mit dem Rat dafür die Weichen und trotz Pandemie ging alles glatt über die Bühne. „Wir hatten rechtzeitig unsere Bestellung in Auftrag gegeben. Die Verzögerungen durch Corona störten uns nicht, jetzt steht die neue Stele, bietet Platz für 30 Urnen. Damit können wir der inzwischen weitgehend bevorzugten Bestattungsform weiterhin Rechnung tragen“, sagt die Ortsbürgermeisterin und verweist darauf, dass alle derzeit möglichen Bestattungsmöglichkeiten auf dem kommunalen Friedhof von Dellfeld denkbar sind. „Ob anonyme Bestattung, herkömmliche Grabbestattung, Urnenbestattung – die Hinterbliebenen haben alle Möglichkeiten auf dem Friedhof, und das beweist Weitsicht bei der kommunalen Zusammenarbeit“, merkt Doris Schindler an. 

Beim Ausbau der über 1000 Meter langen Schulstraße, die eine Verbindung zwischen Dellfeld-Ort und dem Ortsteil Falkenbusch ist, konnten weitere 680 000 Euro verbaut werden. Auf diese Bausumme sind die weiteren vier Bauabschnitte ausgelegt. Weil das Arbeiten im ersten Bauabschnitt mit Straßenverschwenkung, Hangbefestigung und ähnlichen Maßnahmen recht teuer gewesen sei, geht die Ortsbürgermeisterin davon aus, dass mit der gleichen Bausumme bei den restlichen Bauabschnitten mehr Straßenlänge ausgebaut werden kann, weil sich derartige Arbeitserschwernisse nicht mehr einstellen werden. Bevor es in diesem Jahr mit dem dritten Bauabschnitt losgehen kann, muss das Land der Ortsgemeinde eine Finanzspritze dafür geben, dass diese ihren Gemeindeanteil finanzieren kann. Doris Schindler: „Die Mittel aus dem Investitionsstock sind beantragt, wir warten auf einen positiven Bescheid, dann geht es weiter. Mit der Firma Eurovia hat es zuletzt blendend geklappt. Auch die betroffenen Anlieger waren restlos zufrieden. Dieses Baustellenklima wünsche ich mir auch für die restlichen Bauabschnitte“. Sicher ist, dass nicht allein im diesem Jahr an der Schulstraße gewerkelt wird, die Arbeiten vielmehr auch ins Jahr 2022 reichen werden. 

Finanziell steht im Augenblick die große Schwarzbachtal-Ortschaft besser da, als die Jahre zuvor. Deshalb kann Doris Schindler sich zusammen mit dem Rat darüber Gedanken machen, was neben den Pflichtaufgaben für freiwillige Aufgaben ausgegeben werden kann. An Ideen und Plänen mangelt es nicht. Für rund 10 000 Euro sollten in der Vergangenheit schon mal die Rundwanderwege um Dellfeld besser ausgeschildert und mit großformatigen Übersichtskarten ausgestattet werden. Wegen des damals defizitären Gemeindeetats hatte die Kommunalaufsicht diese „Ausgaben für freiwillige Aufgabe“ einfach aus dem Etat gestrichen.

Dellfelds Ortsbürgermeisterin Doris Schindler Foto: Volker Baumann

Auf der Agenda der Gemeinde steht für dieses Jahr eine solche Maßnahme allerdings wieder an. Über Form, Art und Weise sowie Umfang soll noch im Ortsgemeinderat gesprochen werden. Im Blickfeld ist zudem die Kindergartenarbeit. Viergruppig ist die Einrichtung, die in den letzten Jahren saniert wurde. 100 Kinder können aufgenommen werden. Es sind die Kleinen aus Dellfeld, Nünschweiler und Walshausen. Nach den Vorgaben des neuen Gesetzes, das ab Jahresmitte Rechtskraft für die Einrichtungsträger erlangt, muss möglicherweise ein neuer Bewegungsraum geschaffen werden. In der im Gesetz festgeschriebenen siebenjährigen Übergangszeit sieht Doris Schindler eine ausreichende Zeitspanne, um die Dingen auf den Weg zu bringen.