In ihrem Garten wird sie kreativ

Helga Müller malt am liebsten von Fotografien ab, die sie selbst auf einer ihrer Reisen geschossen hat. Die Idee, kreativ tätig zu sein, hatte sie vor zwölf Jahren in einer Rehamaßnahme. In einer Malgruppe griff sie dieses Hobby auf.

Helga Müller wohnt nicht nur gerne in Käshofen , sie verbringt dort auch gerne Zeit in ihrem Garten , dem sogenannten zweiten Wohnzimmer, wie sie schmunzelnd erzählt. Dort kann sie sogar ihr zweites Hobby ausüben: die Malerei . Durch eine Rehamaßnahme kam sie vor zwölf Jahren auf die Idee, dass sie gerne einen Malkurs besuchen würde. Bei der Suche nach einem solchen stieß sie durch einen Zeitungsartikel auf eine Malgruppe, die zu ihrer ersten Ausstellung einlud. Dieser Einladung folgte Müller, kam mit den Frauen ins Gespräch und durfte anschließend den Malkreis der evangelischen Kirchengemeinde Schwarzenbach/Schwarzenacker/Wörschweiler bei einem ihrer Dienstagstreffs besuchen. "Und seit dieser Zeit bin ich dabei", erzählt Helga Müller.

Seit dieser Zeit kommen die zehn Frauen wöchentlich zusammen, malen gemeinsam, laden sich Mallehrer ein oder fahren auch mal ein paar Tage zu einem Weingut in Bockenheim, wo sie einen Malkurs erhalten. Von zehn bis 15 Uhr wird dann gemeinsam gemalt und "alles andere ist dann gesellig. Das ist immer schön und bringt was". Manchmal gibt es während der Maltreffen Vorgaben, oft sind die Themen, zu denen die Frauen dann malen, aber frei. Die Gruppe dient aber auch dem Austausch und der Kritik, die einen schließlich auch weiterbringen, wie sie findet. Müller malt am liebsten von Fotografien ab, die sie selbst auf einer ihrer Reisen geschossen hat. So finden sich in ihrer eigenen Sammlung nun schon Bilder von Landschaften und Gebäuden mit Motiven aus der Toskana, einer australischen Bucht, Irland oder dem Gardasee.

"Das inspiriert mich und gefällt mir. Dann habe ich eine Beziehung dazu und weckt die Erinnerung", erzählt sie. Gemalt wird zum Großteil mit Aquarellfarben in der heimischen Küche, wo sie sich am besten ausbreiten kann, oder bei gutem Wetter auch gerne draußen im schönen Garten . Einen Überblick, wie viele Bilder in den zwölf Jahren schon entstanden sind, hat Helga Müller nicht mehr. "Es summiert sich", erzählt sie schmunzelnd. Nur gut, dass das Haus einen Keller hat, in dem die Bilder, die nicht den Weg in den Wohnraum finden, aufbewahrt werden können. Gemeinsam mit ihrer Malgruppe stellt sie etwa alle zwei Jahre ihre Bilder aus, so auch schon in den Räumlichkeiten des Homburger Rathauses.

Jedes Jahr erstellen die Frauen zudem einen eigenen Kalender, der stets ein anderes Motto trägt. Für Käshofen ist vor einigen Jahren zusätzlich ein eigener Kalender entstanden. Dafür ging Helga Müller selbst auf Fotoexkursion in Käshofen und brachte den Frauen viele fotografierte Motive, wie die typischen Käshofer Bauernhäuser mit. Damals nahm auch der Bürgermeister der Gruppe ein paar Motive ab. Seitdem hängen sie im Nebenraum des Dorfgemeinschaftshauses. Müller, die ihre Kunst ganz bescheiden betrachtet, muss dann doch zugeben: "Das ist dann etwas, das einen freut."