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„In deinem Herzen schläft das Mondlicht“

„In deinem Herzen schläft das Mondlicht“

. Lieder sind eine sehr spezielle Gattung und nicht jedermanns Ding.

Dennoch ist es schön, dass sich immer mal wieder jemand bereit erklärt, einen Liederabend zu veranstalten. Läuft allerdings fast zu gleicher Zeit ein Fußball-Pokalendspiel, muss man um die Zuschauer fürchten.

So war es denn auch, nur 20 Liederfreunde saßen im großen Saal der Karlskirche. Und 200 verpassten einen respektablen Liederreigen. Die Sopranistin Lisa Ströckens studiert an der Hochschule für Musik in Saarbrücken. Sie ist Stipendiatin zweier Stiftungen. Sie sang schon in Oratorien und Opern. Im März stellte sie sich im Passionskonzert in der Alexanderskirche vor.

Mit Werken von Franz Schubert, Robert Schumann, Richard Strauss und Gustav Mahler stieg sie in die Riege der großen deutschen Liedkomponisten ein. "Das Rosenband" von Strauss, Text von Klopstock, gefiel außerordentlich. Sowohl vom Gesang her als auch durch die Komposition. Mahlers "Blicke mir nicht in die Lieder" kommt leicht daher, aber gefällt, obwohl tiefer Ernst fehlt. "Mondnacht" von Schubert, nach Eichendorff, gefällt ganz und gar. Da fanden sich zwei Große zu einem vollkommenen Werk zusammen: "Es war als hätt‘ der Himmel die Erde still geküsst", so der Text. Hier breitet die Sopranistin ihr Können exemplarisch aus.

Und dann das berühmte Lied "Gretchen am Spinnrad", Text von Goethe, der nie Schuberts Werben um Anerkennung beim Olympier erwiderte. Er antwortete nicht einmal.

Zum Schluss dann etwas Leichteres, französische Chansons. Helge Schulz am Klavier schuf der Sopranistin Erholungspausen durch feine Zwischentöne, zum Beispiel Mendelssohn-Bartholdys "Lied ohne Worte" und Max Regers "Moment musical.

Ein kunstvoller Abend, der leider ein wenig an Glanz verlor, weil nur 20 Zuhörer die Sopranistin hören wollten. Schade eigentlich.