Im Schlepper-Himmelreich

Kleinsteinhausen. Die Anfänge der Motorisierung in der Landwirtschaft sind beim Kleinsteinhauser Günter Stegner greifbar. Dem Restaurieren alter Schlepper, gleich ob mit einer oder zwei Achsen, hat sich der frühere Betriebswirt, Maschinenbaumeister und Schweißfachmann mit Haut und Haaren verschrieben

Kleinsteinhausen. Die Anfänge der Motorisierung in der Landwirtschaft sind beim Kleinsteinhauser Günter Stegner greifbar. Dem Restaurieren alter Schlepper, gleich ob mit einer oder zwei Achsen, hat sich der frühere Betriebswirt, Maschinenbaumeister und Schweißfachmann mit Haut und Haaren verschrieben. Was unter den fachkundigen Meisterhänden wieder zu frischem Glanz erblüht, können Besucher des Kleinsteinhauser Dorffestes am Wochenende bewundern. Der Pfälzische Merkur durfte jetzt schon bei dem pensionierten Maschinenbauer hinter die Kulissen schauen. Der Weg zu Stegners Schlepper-Himmelreich führt durch die "Oldtimergasse", wie die silbernen Buchstaben auf blauem Untergrund verraten. Ein Relikt von der Traktorenweltmeisterschaft, die jährlich in der Großglockner-Region stattfindet. Was von außen wie eine Garage im Fachwerkstil aussieht, entpuppt sich im Innern als Werkstatt, Materiallager, Büro und kleine Ausspannecke. Hämmer und jede Menge Schraubschlüssel. Eine kleine Sandstrahlkabine, Flaschenzüge, Schweißapparate. Sogar ein Motorenprüfstand ist vorhanden, nicht für die Leistung, nein, nur für die Funktion, wie der Werkstattchef liebevoll erklärt. Wohl das Herzstück: eine Drehbank. Ohne die laufe nichts, sagt Stegner und erläutert, dass manche Teile selbst hergestellt werden. Zwischen alledem, auf verschiedenen Ebenen und Räumen, einachsige und zweiachsige Schlepper. Manche noch mehr oder weniger als "Rosthaufen", andere schon herausgeputzt, noch mit dem Geruch frischer Lackfarbe. Grün überwiegt, dazu Rot, Silber und Schwarz. Der schwäbische Schlepperbauer Holder hat sie für seine kleinen Einachser und Schlepper verwandt, auf die der Kleinsteinhauser als Restaurator abgefahren ist. "Das ist schwäbische Tüftelei pur, da geht mir das Herz dabei auf", verrät Günter Stegner und erzählt zu jedem Schlepper die eigene Geschichte. Ob die schon herausgeputzten B 10 oder B 25, alles hat der ehemalige Maschinenbaumeister im Kopf. Ein Massey-Harris kommt demnächst an die Reihe. Ein Lanz-Bulli wartet darauf, wieder herausgeputzt zu werden. Ein Einachser von Gutbrod ist derweil in alle Einzelteile zerlegt und hängt "auf der Trockenleine". Der Zusammenbau ist für die Tage nach dem Dorffest vorgesehen. Dann, wenn Günter Stegner wieder mehr Zeit für das Restaurieren hat. "Das ist schwäbische Tüftelei pur, da geht mir das Herz auf."Günter Stegner

StichwortKleinsteinhauser Dorffest: Im Scheuerwald geht es dieses Wochenende hoch her: Gemeinde und Vereine laden zum 25. Dorffest. Die Echoschützen eröffnen es am Samstag um 19 Uhr mit lauten Böllern. Die "New Swingers" sorgen musikalisch für Stimmung, Bauchtänzerinnen und Feuerspucker in den Abendstunden für Furore. Nach dem Waldgottesdienst um elf am Sonntag wird der Schlepper-Oldtimertag eröffnet. Die "Schwarze Husaren" unterhalten, der Mittagstisch ist reichlich, für Kinder gibt es viele Angebote und das Feuerwerk um 22 Uhr ist der Abschluss-Höhepunkt. cos