Ideenreichtum kennt keine Grenzen

Auch die Veranstaltung zum Stadt-Umland-Konzept in Dellfeld war gestern Abend sehr gut besucht. Verbandsbürgermeister Jürgen Gundacker stellte klar, dass nicht alles umgesetzt werden könne, dennoch aber die maßgeblichen Dinge herausgearbeitet werden sollten.

Vom Drive-In-Supermarkt, über Jakobsweg zu Pferd bis hin zum Studiengang Energiesparen an der Hochschule Zweibrücken reichten gestern Abend die Vorschläge zum Stadt-Umland-Konzept im Dellfelder Bürgerhaus. Bei dem Konzept handelt es sich um ein Projekt der Verbandsgemeinden Zweibrücken-Land und Thaleischweiler-Wallhalben sowie der Stadt Zweibrücken und dem Landkreis Südwestpfalz. "Wir wollen die Region über die Grenzen hinaus weiterentwickeln", erklärte Bürgermeister Jürgen Gundacker (Zweibrücken-Land). Es werde nicht möglich sein, alles umzusetzen. Wichtig sei aber, die maßgeblichen Dinge herauszuarbeiten. "Wir sind geprägt vom Zusammenhalt der Menschen", so Gundacker, der nach der Schließung des Zweibrücker Flughafens vor gut einem Jahr nun von einer "Konversion der Konversion" spricht. Bei der Ideensammlung seien alle Einwohner zur Mitarbeit eingeladen. "Wir werden auch in den nächsten Monaten noch auf die Bürger zugehen", informierte Harald Ehrmann von der Geschäftsstelle, die für die Erstellung dieses Masterplanes zuständig ist.

Im Laufe des Abends wurden wie schon gestern viele Vorschläge gemacht. So kann sich beispielsweise die Dellfelder Ortsbürgermeisterin Doris Schindler in der alten Schule ihres Dorfes künftig eine Tagesbetreuung von Demenzkranken vorstellen. Das Gebäude stehe seit einigen Monaten leer. Ein potenzieller Investor könnte möglicherweise im Rahmen des Konzeptes in den Genuss von finanzieller Förderung kommen. Andere Besucher der Veranstaltung schlugen den Ausbau von Speichermöglichkeiten für Windkraft oder Solaranlagen vor. Gefordert wurde, dass die Energie regional erzeugt und anschließend auch vor Ort verbraucht wird. Genannt wurde auch die Einrichtung von Nahwärmenetzen.

Nachbarschaftsbus und Bikepark

Im Bezug auf die demografische Entwicklung wurden mehr Freizeitangebote für Jugendliche und ein Netzwerk für Senioren angeregt. Eine weitere Idee war ein Nachbarschaftsbus mit flexiblen Taktzeiten. Genannt wurde auch in Dellfeld die Verbindung der Biosphären Pfälzerwald, Nordvogesen mit dem Bliesgau. Erinnert wurde auch an den ins Auge gefassten Bikepark in Bechhofen. Wichtig wäre nach Ansicht einiger Einwohner auch eine Tourist-Info auf dem Zweibrücker Herzogplatz, die an Wochenenden geöffnet ist.

Weitere Ideen waren die Einrichtung einer Leerstandsbörse für Gebäude. Auch sollte ein Spagat zwischen Erhalt und Abriss alter Häuser gefunden werden. Im Themenbereich Gesundheit wurden Arztsprechstunden in den einzelnen Dörfern angeregt, die in öffentlichen Gebäuden stattfinden könnten. Auch die Schaffung eines ambulanten Rehazentrums im Evangelischen Krankenhaus wurde angeregt.

Heute Abend findet um 18 Uhr noch eine weitere Ideensammlung für das Stadt-Umland-Konzept im Zweibrücker Ratssaal statt.

www.stadt-umland-konzept.de