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Hornbach will eigene „Heimstatt für Senioren“

Projekte für 2021 : Hornbach will „Heimstatt für Senioren“

Der langjährige Bürgermeister Reinhold Hohn verrät die politischen Schwerpunkte der kommenden Monate.

  Für den 22. Neujahrsempfang im historischen Rathaus der Klosterstadt blieb am Neujahrstag die Eingangstür ebenso verschlossen wie für den Seniorennachmittag in der Vorweihnachtszeit. Corona geschuldet. Der Pfälzische Merkur sprach deshalb mit Stadtbürgermeister Reinhold Hohn, dem dienstältesten Bürgermeister wohl im gesamten Landkreis Südwestpfalz und der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land ohnehin, über seine Pläne für das junge Jahr.

Mit dem Stichwort Seniorennachmittag ist schon die Brücke zu einem Thema geschlagen, das  Hohn nach eigener Einschätzung in der laufenden  Amtsperiode intensiv begleiten wird. „Wir haben uns im Rat auf die Fahne geschrieben, etwas für die ältere Stadtbevölkerung zu tun.“ Das geht das Älterwerden in der Heimatstadt an und reicht bis zum betreuten Wohnen. Im Hornbachtal mit den angrenzenden Ortschaften leben rund 12 000 Menschen. Eine zentrale Heimstatt zum Älterwerden, gleich in welcher Form, gibt es nicht.

„Wenn ich da den Blick über den Gartenzaun wage, etwa nach Contwig, dann löst das in mir Fragen aus“, sagt Hohn. „Mit allen Stadtratsmitgliedern bin ich in dieser Frage dahin d´accord, dass sich was ändern muss. Vorgespräche in allen Richtungen wurden bereits geführt. Es muss sich einfach was tun, das sind wir unseren betagten Mitbürgern schuldig. Wir im Stadtrat wissen, dass Bedarf gegeben ist, jetzt werden wir das Vorhaben entwickeln müssen und dabei gilt es auszuloten, in welcher Richtung das geschehen kann.“ Bereits für Februar sind weitere Gespräche auch mit möglichen Investoren angesagt. Es soll dann zu einer gewissen Vorentscheidung in der Sache selbst kommen. Mehr wollte sich Hohn nicht entlocken lassen, denn diese Gespräche seien alle als „vertraulich“ bezeichnet. 

Vorangehen soll es dieses Jahr zudem mit dem Ausbau des zweiten Bauabschnitts der Bundesstraße 424 in Richtung Frankreich. Das nunmehr zu erneuernde Teilstück reicht von der Klosterkirche oberhalb des Hotels Kloster Hornbach bis hoch zur Friedenslinde und dem Straßenabzweig nach Brenschelbach. Ein Vorhaben mit vielen Ecken und Kanten, denn in dem Ausbauabschnitt steht das historische Stadttor der Klosterstädter, das Obere Stadttor. Im Zuge der Voruntersuchungen zum Straßenausbauprojekt wurde festgestellt, dass das Stadttor, das die Stadt als Träger gleichfalls sanieren will, teils auf einem Hohlraum gegründet ist. Alarmglocken schrillten. Gutachten wurden erstellt.

Jetzt liegt auch ein Gutachten dazu vor, welches die Stadt Hornbach in Auftrag gab und das von Professor Maus aus Mainz erstellt wurde. Hohn: „Unser Gutachter gilt als der Sandstein-Papst und stellte fest, dass die Standsicherheit unseres Stadttores trotz Hohlraumes gegeben ist. Jetzt heißt es abwägen und viele Detailfragen in Einklang bringen. So muss die Verkehrsführung unter Umständen neu geregelt werden, zumal die Vertreter der Denkmalpflege wünschen, dass wieder die ursprüngliche Stadtmauer vom Spital bis zum Stadttor geschaffen wird. Die jetzige Verkehrsführung ist erst in den 50er Jahren so konzipiert worden. Bis dahin gab es nur den gesamten Verkehrsfluss durch das Stadttor.“

Für drei Monate sei deshalb auch unlängst die eine Fahrbahn gesperrt gewesen. Bei dem dreimonatigen Verkehrsversuch habe der Landesbetrieb Mobilität (LBM) wichtige Erkenntnisse gewonnen, die jetzt bei der Entscheidungsfindung mithelfen soll die richtigen Antworten auf die vielen Fragen zu geben.

Die Sanierung der historischen Stadtmauer bleibt in Hornbach ein Dauerthema, die bei einem namhaften Karlsruher Büro in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie soll mithelfen, dass die Sanierung peu à peu gelingt. Pläne für ein neues Wohngebiet werden geschmiedet. Abstimmungsgespräche mit den Verbandsgemeindewerken wegen der Versorgung mit Wasser und Abwasser sollen mithelfen, dass eine baldige Planreife greifbar wird. 500 000 Euro fließen in die Straßensanierung der Innerortsstraßen „Auf der Platte“ und „St. Johanner Weg“.