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Hochwasserschutz nicht um jeden Preis

Hochwasserschutz nicht um jeden Preis

Dietrichingen. Bei der Brücke an der K 13 über die Felsalb vor Dietrichingen sollen Sperrmöglichkeiten installiert werden, die bei Hochwasser rund 80 000 Kubikmeter Wasser in der Talaue zurückhalten. Der Wasserspiegel würde dadurch an der Brücke selbst um fast einen halben Meter steigen

Dietrichingen. Bei der Brücke an der K 13 über die Felsalb vor Dietrichingen sollen Sperrmöglichkeiten installiert werden, die bei Hochwasser rund 80 000 Kubikmeter Wasser in der Talaue zurückhalten. Der Wasserspiegel würde dadurch an der Brücke selbst um fast einen halben Meter steigen. Beim Kirschbacherhof hätten die Schutzmaßnahmen zur Folge, dass das Wasser 30 Zentimeter höher steigt. Bei der Kirschbachermühle soll nach den vorliegenden Erkenntnissen der TU Karlsruhe ein höherer Wasserspiegel von zehn bis fünfzehn Zentimetern messbar sein.Als Wortführer gegen ein starres Abflusshindernis im Brückenbereich skizzierte Ratsmitglied Wilfried Wolf die Folgen: "Bei den Frühjahrs- und Herbsthochwasser sind schon jetzt alle Wiesen überschwemmt. Meist sind diese schon gemäht oder das Gras noch nicht so hoch, dass es Schaden nimmt. Das wird aber nicht mehr der Fall sein, wenn wir zehn Überschwemmungen im Jahr haben. Überschwemmtes Gras frisst das Vieh später nicht mehr." Sowohl der landwirtschaftliche Betrieb beim Kirschbacherhof wie auch sein eigener Betrieb seien auf die Wiesennutzung angewiesen. Wolf: "Deshalb können wir einem starren Einbau von Abschlusshindernissen nicht zustimmen." Das sieht auch Bürgermeister Gerd Zahler so: "Wir sind für einen Hochwasserschutz, doch das muss auch mit anderen technischen Mitteln möglich sein. Gegen eine Steuerung wie beispielsweise bei der Dusenbrücker Schleuse haben wir überhaupt nichts einzuwenden." Gleiches gilt für die Gutachtenaussage, dass die Milchtransportfahrzeuge bei Hochwasser beispielsweise den Birkwiesenhof vom Süden über die Bergstraße anfahren könnten. Dazu Wolf: "Die landwirtschaftlichen Wege sind für solche Traglasten überhaupt nicht ausgebaut." Die gemeindliche Stellungnahme zum Gutachten wird diese Kritikpunkte enthalten. cos

Foto: pm