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Hobbykünstler Werner Müller verschönert Stützmauer in Martinshöher Langgasse

Kunst schmückt bald neue Wand : Skyline von Martinshöhe ersetzt tristes Grau

Das Grauen haben einige Anwohner der Langgasse angesichts der neuen langen grauen Stützwand bekommen. Der Martinshöher Hobbymaler Werner Müller verschönert die Wand nun künstlerisch.

Der Anfang ist gemacht, markante Punkte der Silhouette des Heimatortes wie Wasserturm, Kirche oder Windrad im Westen des Ortes hat der Martinshöher Hobbykünstler Werner Müller bereits auf der eins grauen Stützwand in der Langgasse gleich bei der ersten Auffahrt rechts, skizziert. Die Schönwettertage haben die Arbeiten forciert. Bisher läuft alles plangemäß. Der nicht alltägliche Mauerschmuck in der Langgasse hat inzwischen Form angenommen.

Nicht nur der Künstler möchte, dass das bislang triste Mauergrau an der neu geschaffenen Mauerwand in der Langgasse verschwindet. Zur Bauzeit opponierten Straßenbewohner offen gegen das Grau der Stützmauern und vorgefertigten Mauerscheiben. Die Idee, wie Abhilfe geschaffen werden kann, kam Ortsbürgermeister Hartwig Schneider und Müller gleichzeitig. Ausgelöst, wie schon erwähnt, durch kritische Äußerungen von Anwohnern. „Jetzt haben sie uns so graue Wände dort hingemacht“, beschwerte sich beispielsweise Marlies Schmitz aus der Langgasse nach einem Baustellenbesuch bei ihrem Nachbarn Werner Müller aus der Elisabethenstraße. Ähnliche Äußerungen kamen Bürgermeister Schneider zu Ohren, dem es danach, völlig unabgesprochen wie beiden überzeugend versichern, sofort im Kopf „klingelte“. Da ist doch mit einer farblichen Gestaltung schnell Abhilfe geschaffen, dachte der Ortsbürgermeister und Werner Müller als dorfbekannte Hobbykünstler mit dem Malpinsel dachte seinerseits: „Ein solche Betonwand zu bemalen – gewiss eine lohnende Herausforderung!

Bürgermeister und Künstler tauschten sich zunächst gegenseitig aus, im Rat wurde dasThema von Hartwig Schneider thematisiert. Bis zur endgültigen Entscheidung wie und was geschehen soll, konnte durchaus Zeit vergehen, denn der Straßenausbau zog sich längere Zeit hin. „Für uns als Gemeinde ist von Anfang an klar gewesen, dass die alten Bruchsteinmauern nicht mehr verwendet werden konnten. Technisch betrachtet hätte es durchaus die Möglichkeit gegeben, aus Stahlbeton die eigentlichen Stützmauern, die wegen des Straßengefälles, den fehlenden Möglichkeiten Böschungen anzulegen und den vielen Grundstückszufahrten unabdingbar sind, später dann wieder mit Bruchsteinmauerwerk zu verblenden, doch das wäre nicht bezahlbar gewesen. Also musste bereits bei der Straßenplanung aus Kostengründen der Rat sich für Mauerscheiben aus Beton aussprechen“, erläutert Ortsbürgermeister Schneider die Situation, wie es überhaupt zu den zahlreichen neuen Betonstützmauern kam.

Für Werner Müller wiederum ist es als Künstler eine schöne Herausforderung die nicht alltägliche Malfläche farbig zu gestalten. Um dem Gemeinderat verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten für seine Entscheidung an die Hand zu geben, fertigte der Anfang-Siebziger zahlreiche Entwürfe. Flächen in bunten Feldern ebenso wie solche mit Tierbildern aus der Natur, die auf der grauen Untergrundfläche besonders zur Geltung gekommen wären. Dazu aber auch, die Skyline von Martinshöhe mit den bekannten Wahrzeichen: der Kirchturm in der Dorfmitte, der Wasserturm an einem Dorfende und das erste Windrad auf der Sickingerhöhe, vor vielen Jahren schon als „Pilotprojekt“ durch Privatinitiative in der Gemarkung „Auf dem Plauel“ errichtet, am anderen Ende. Die Gestaltungsmöglichkeit mit dem Schriftzug „Martinshöhe“ darunter bekam von den Ratsmitgliedern dann ungeteilten Zuspruch und wird jetzt auf die Wand beim Anwesen Bossung realisiert, gleich am Anfang der Langgasse.

In den vergangen Tagen war Werner Müller mit künstlerischer Intensität, und einem schützenden Strohhut auf dem Haupt, ans Werk gegangen. Mehr als 20 Meter ist die Mauer lang, hat am oberen Anfang nur eine Höhe von vielleicht einem halben Meter und steigt auf eine Höhe von gut 2,50 Meter an. Perspektivisch soll alles passen, der Kirchturm wird, wie in der Natürlichkeit auch, der Mittelpunkt des gesamten Werkes sein. Am rechten Mauerrand, dort wo die Zufahrt zum Anwesen des ehemaligen Landmetzgers und Bauern Bossung beginnt, wird der Wasserturm als symbolhafter Fixpunkt des Wandbildes zu finden sein. Im Bereich des höchsten Mauerpunktes das Windrad, das nunmehr gleichfalls wie Kirch- und Wasserturm die Ortsbildsilhouette prägen.

Die Stützmauer gleich am Anfang der Langgasse bleibt auch künftig in der Baulast der Ortsgemeinde. Deshalb ist es für die Ratsmitglieder und Bürgermeister Hartwig Schneider auch keine Frage gewesen, auf die (in Zuspitzungen vielleicht nicht immer ganz ernst gemeinten) Äußerungen der Anlieger aus der Langgasse mit einer gewiss nicht alltäglichen Mauergestaltung zu antworten. Werner Müller malt aus Passion. Lediglich für die gute, haltbare Farbe musste die Ortsgemeinde Geld ausgeben.