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Gute Seele des Hauses und Mädchen für alles

Gute Seele des Hauses und Mädchen für alles

Für Edith Schneider aus Käshofen ist das Dorfgemeinschaftshaus ein zweites Zuhause gewesen. Jetzt will sie, dass die Verantwortung dafür in jüngere Hände kommt.

Der Entschluss nach mehr als 20 Jahren die Verantwortung für das Dorfgemeinschaftshaus in jüngere Hände zu legen, hat für Edith Schneider schon längere Zeit festgestanden. Sie hat jetzt Enkelkinder, die sie bräuchten und überhaupt - 20 Jahre für alle und alles Ansprechpartner zu sein, irgendwann komme die Zeit, wo man ans Aufhören einfach denken müsse, betont Schneider.

Herbert Blinn, Kurt Hüther und Karl Hoffmann hat sie als Ortsbürgermeister erlebt. Jetzt bekam sie aus den Händen des neu gewählten Ortsbürgermeisters Klaus-Martin Weber das Gemeindewappen in Silber. Als bleibendes Zeichen zum Dank für die lange Treue als gemeindliche Mitarbeiterin. Und so bestätigen Blinn, Hüther und Hoffmann: Ohne Edith Schneider ist im Dorfgemeinschaftshaus nichts gelaufen. Sie sei nicht nur die "Seele des Hauses" sondern ebenso der gute Geist in dieser Gemeindeeinrichtung gewesen. Sie habe sich aber nicht in die Rolle gedrängt gefühlt, sondern vielmehr den Ortsbürgermeistern zur Hand gehen und diesen die Arbeit abnehmen wollen, erklärt die Gelobte rückblickend. Das war auch jetzt beim traditionellen Dorffest der Fall, wo Edith Schneider ein letztes Mal so richtig in ihrem Element gewesen ist und alle Fäden in Händen hielt, damit das Fest wieder zu einem vollen Erfolg werden konnte. Ob in der Küche, dem Saal oder drumherum, wenn irgendwo ein Mangel festgestellt wird hieß es immer nur: "Dann geh halt mal zum Edith, die wird es schon richten, die weiß, wie wir das hinbekommen." Ob Dorffest, Kerwe, Geburtstagsfeiern , Hochzeiten oder auch Trauerfeiern im Dorfgemeinschaftshaus, ohne Edith Schneider lief dort nichts. Wer so lange "Mädchen für alles" war, der hat leider nicht nur viele schöne Erinnerungen im Gedächtnis, sondern gleichermaßen Schrecksekunden wie bei einem Dorffest, als die Musiker für Samstagabend aus dem Allgäu kamen. Bernd Grimm, damals bei der Bundeswehr im Süden der Republik, hatte die Kontakte zu dem musikalischen Quartett hergestellt. Die kamen auch pünktlich in Käshofen an, bauten alles auf, erledigten brav den "Soundcheck" und kamen gänzlich von der Rolle, als plötzlich ein Musiker auf der Bühne zusammenklappte und ins Krankenhaus musste. Da war mit dem Musizieren nichts mehr drin, statt Livemusik mussten sich alle Feiernden mit elektronischer Unterhaltungsmusik zufrieden geben. Stromausfälle störten schon Theaterabend am Weihnachtsfeiertag und viele andere Dinge haben sich bei Edith Schneider ins Gedächtnis eingegraben, lässt sie die 20 Jahre Arbeit im Dorfgemeinschaftshaus Revue passieren. Aber, die Arbeit habe immer viel Spaß gemacht, weil sie gern mit Menschen zusammen arbeitet und es immer viele treue Unterstützer gab.