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Großsteinhausen will seinen Wald behalten

Großsteinhausen will seinen Wald behalten

Der Großsteinhauser Gemeindewald soll eigenes Forstrevier werden. Die Entscheidung dafür ist im Rat einstimmig gefallen. Der vom Land geplanten Neueinteilung jedenfalls wird aus vielfachen Gründen eine klare Absage erteilt.

Allgemein sollen 2016 die Forstreviere im Land neue aufgeteilt werden. Zusammen mit neun weiteren Gemeindewaldungen zählt der eigene Gemeindeforst zum Revier "Hackmesserseite". Mit der Neueinteilung sind weitere Gebietsvergrößerungen verknüpft. Der Personaleinsatz vergrößert sich dabei nicht. Im Gegenteil: Mit weniger Personal sollen immer größere Waldflächen bei der Bewirtschaftung beaufsichtigt werden. Die Ratsmitglieder erklären sich damit schon seit Jahren nicht einverstanden und liegen mit der Landesforstverwaltung sozusagen "im Clinch". Erster Höhepunkt dieser Entwicklung: Die Verpachtung des Gemeindewaldes an das Unternehmen Schmitz-Forstservice aus Ormont in der Eifel (wir berichteten). Das Nein zur erneuten Vergrößerung bei den Forstrevieren kam nicht unverhofft und wurde trotzdem nochmals heftig in der Sitzung diskutiert. Insbesondere waren Ortsbürgermeister Volker Schmitt und Ortsbeigeordneter Berthold Lauer maßlos enttäuscht über die Informationspolitik der Landesforstverwaltung.

Im Augenblick sind noch Beförsterungskosten in Höhe von rund 3000 Euro rechtshängig. Fristgemäß hat Großsteinhausen dem ergangenen Bescheid widersprochen. Allerdings, außer einer schriftlichen Bestätigung zum Eingang des Widerspruchs sei der Gemeinde als Widerspruchsführerin noch nichts in der Sache zugegangen, so Ortsbürgermeister Schmitt.

Neben dem Schluss über die Bildung eines eigenen Forstreviers ist Schmitt beauftragt worden zu prüfen, inwieweit die faktische Einbindung des Gemeindewaldes ins gemeinsame Revier "Hackmesserseite" rechtlich überhaupt zulässig gewesen ist. Eine rechtlich wirksame Bildung dieses Revierbezirks habe nach Informationen der Gemeindeverantwortlichen überhaupt nicht stattgefunden. Das soll Schmitt jetzt notfalls rechtlich klären. Noch keine Entscheidung haben die Ratsmitglieder darüber getroffen, in welcher Art und Weise die Revierleitung ausgeübt wird. Sie könnte, so war in der Sitzung zu vernehmen, entweder von staatlicher oder kommunaler Seite erfolgen. Wegen der personellen Besetzung der Revierleitung wollen die Mitglieder des Ortsgemeinderates deshalb nochmals entscheiden.

Zwar ist der Gemeindewald ohnehin schon in aller Munde, dennoch soll der Wald als Wirtschaftsbetrieb und Erholungsbereich für die Bürger allen noch mehr ins Bewusstsein gerückt werden. Die Ratsmitglieder denken über das Schaffen eines entsprechenden Waldlehrpfades nach. Dieser soll jedoch eine besondere Qualität und mehr sein, als lediglich das errichten von Informationstafeln. Unterstützung bekommt dabei die Gemeinde von der Försterin Anne Osterheld, die bereits entsprechende Projekte an anderer Stelle betreute. Sie wird ein Konzept erarbeiten, worüber der Rat dann entscheiden wird. Der Gemeindewald beim Hochseiter sei für einen solchen Lehrpfad besonders geeignet, meinte auch die Ratsmitglieder. Falls Kosten anfallen wird der Verein "Großsteinhausen aktiv" der Gemeinde dabei unter die Arme greifen.