Neuer Fitness-Parcours dank EU-Föderung „Outdoor-Campus“ für Großsteinhausen

Großsteinhausen · Unter einem wohlklingenden Namen ist ein neuer Fitness-Parcours eröffnet worden. Möglich wurde das durch Fördergelder der Europäischen Union. Für Landrätin Ganster ein vorbildlicher Weg.

 Monika Bernhard demonstrierte bei der Eröffnung des neuen Fitness-Parcours in Großsteinhausen, wie die Geräte genutzt werden können.

Monika Bernhard demonstrierte bei der Eröffnung des neuen Fitness-Parcours in Großsteinhausen, wie die Geräte genutzt werden können.

Foto: Norbert Schwarz

Zwei Rasenplätze nennt der SV Großsteinhausen sein Eigen, einer davon mit einer hochkarätigen Flutlichtanlage. Dazu die eigentliche Bleibe der Kicker, im Ort einziger öffentlicher Treffpunkt, wo man nicht allein sein Feierabendbierchen genießen kann. Letztes bauliches Meisterwerk der Kicker: die ansprechende Grillstätte, bei der zu den Heimspielen alle im großen Stil den Hunger stillen können. Der gelungene Kinderspielplatz rundet harmonisch die Anlage ab. Neu ist nun: Zwischen diesem und dem seit Jahren bestehenden Sportheim hat die Ortsgemeinde den Anlagen im Grünen ein Sahnehäubchen verpasst – mit einem „Outdoor-Campus“.

Outdoor-Campus, das Modewort steht für ein sportliches Wohnzimmer der ganz besonderen Art. Stählern, wetterfest, stabil. Geschaffen, um sich sportlich fit zu halten. Für alle, Groß und Klein, Jung und Alt. Für trainierte Sportler ebenso wie für gänzlich untrainierte Menschen – also alle, die sich körperlich fit halten wollen oder zumindest auf dem Weg dahin sind. Mit sechs Geräten, die ein namhafter Artikelhersteller aus der Mitte Deutschlands dafür konzipierte.

In Gegenwart von Landrätin Susanne Ganster und Verbandsbürgermeister Björn Bernhard übergab jetzt Ortsbürgermeister Volker Schmitt dieses „sportliche Wohnzimmer mit den sechs Übungsgeräten“ der Öffentlichkeit. Beim Projektrückblick schilderte Schmitt sehr anschaulich diesen Glücksfall.

Landrätin Ganster schlug kräftig die Werbetrommel für weitere gute Ideen dieser Art, denn der Outdoor-Campus im Wert von rund 18 000 Euro netto konnte mit einem hohen Zuschuss aus dem von der EU mitfinanziertem rheinland-pfälzischen Förderprogramm Leader plus bedacht werden. Mehr als 14 000 Euro durfte die Ortsgemeinde einsäckeln.

Verbandsbürgermeister Björn Bernhard lobte insbesondere den Ideenreichtum und das Engagement der kommunalpolitisch Verantwortlichen, Ortsbürgermeister Schmitt wie den Ratsmitgliedern gleichermaßen. Beim Spendensammeln, aber auch dem eigenständigen Zupacken, wenn die Mittel nicht ausreichend fließen. Kurz: Mut haben den Ort noch liebens- und wohnenswerter zu gestalten, sich tatkräftig für die Bürger einzusetzen, diesmal unter dem Aspekt Fitsein bis ins hohe Alter.

Als die Idee vom Schaffen dieses Outdoor-Campus in großzügig bemessener Wohnzimmergröße an Ortsbürgermeister Volker Schmitt und Heiko Weber als Vertreter des SV Großsteinhausen herangetragen wurde, waren sich beide darin einig: Hören wir uns einfach mal so an! Nach mehr als einstündiger Powerpointpräsentation ist für die beiden Männer klar gewesen: Das müssen wir unbedingt umsetzen.

Der Weg von der Anfangsidee bis zur überzeugenden Nutzungsdemonstration durch die sportliche agile Monika Bernhard am Samstag zur Campus-Eröffnung mit Landrätin Ganster, Verbandsbürgermeister Bernhard oder Dorfplaner Hans-Jürgen Wolf, um nur einige der Ehrengäste namhaft zu nennen, sei sensationell kurz und unbürokratisch gewesen, sagte Volker Schmitt.

Die Finanzierung war natürlich eine Kernfrage. Der Sportverein vermochte sowas sportlich nicht zu stemmen. Die Ortsgemeinde nur mit einem Förderer in der Rückhand. Leader plus ist inzwischen eine durchaus geschätzte Förder-Anlaufstelle. Die Förderrichtlinien stellten keine unüberwindbaren Hindernisse dar, wie Schmitt versicherte und Landrätin Ganster später nochmals untermauerte. Vier Wochen waren der Ortsgemeinde verblieben, um alles auf die Reihe zu bringen. Türklinken wurden für die fehlenden Spendenmittel geputzt. Rechtzeitig sei alles unter Dach und Fach gewesen, so Ortsbürgermeister Schmitt der insbesondere namentlich den weiteren Spendern dankte, ohne die das Projekt nicht auf die Reihe gebracht worden wäre.

Landrätin Susanne Ganster erläuterte das Förderprogramm näher und zeigte sich erfreut darüber, dass insgesamt dem Förderkreis (Landkreis und weitere Gebietskörperschaften) insgesamt vier Millionen als EU-Fördermittel zugeflossen sind und auch im neuen Förderprogramm zugute kommen. „Ja, wir zahlen viel in die EU ein, aber es fließen auch erhebliche Mittel zurück, man muss sich nur darum bemühen und gute Ideen haben, wie jetzt in Großsteinhausen“, unterstrich Ganster. Sie bescheinigte den Mitbürgern ein feines Gespür dafür, dass die Kommunen etwas für Bürger in die Wege leiten. Der Outdoor-Campus passe genau zum allgemeinen, gegenwärtigen Streben älter zu werden, bis ins Alter fit zu bleiben. Voraussetzung dafür sei ein gesundes Bewegen. Und das noch zudem in unserer herrlichen Natur, so die Landrätin – die bei der Gelegenheit auch für das neue Förderprogramm eifrig die Werbetrommel schlug, denn wieder stünden vier Millionen EU-Mittel aus den unterschiedlichen Fördertöpfen zur Verfügung. Großsteinhausen habe es in diesem Fall geschafft, fast die volle Förderobergrenze mit 20 000 Euro zu erreichen.

Verbandsbürgermeister Björn Bernhard ist sich sicher gewesen, dass Volker Schmitt und die Mitglieder des Ratsgremiums weiter mit guten Ideen und Einfällen aufwarten und ermunterte sie in der Absicht, den Wohnwert ihrer Heimatgemeinde weiter zu steigern.

Monika Bernhard hatte abschließend die ehrenvolle Aufgabe, den sportlichen Part demonstrativ umzusetzen und nicht allein die Landrätin und den Ortsbürgermeister in wahres Staunen zu versetzen, welche Vielfalt von Übungsmöglichkeiten zur Rücken- oder Bauchdeckenstärkung mit sechs angeordneten Übungsgeräten im Großsteinhauser Outdoor-Campus im Scheuerwald möglich sind.

Umgebendes Großgrün spendet Schatten, Holzhackschnitzel sorgen um die Gerätelandschaft herum für sicheres Gehen. Die Geräte sind massiv und stabil. Mit Sicherheit werden sie künftig auch von dem einheimischen Fußballern beim Training oder Aufwärmen genutzt. Radler, die zum Entspannen vorbeikommen werden Interesse zeigen und Volker Schmitt ist ganz fest davon überzeugt, das viele Dorfbewohner die Möglichkeit zum persönlichen Fithalten nutzen werden.