Arbeitseinsatz in Großsteinhausen : Ärmel hochgekrempelt für die Grillhütte

(cos) Auf ihre aktive Dorfgemeinschaft sind die die Großsteinhauser ein bisschen stolz. Bei der jüngsten Zusammenkunft der Ratsmitglieder rührte Ortsbürgermeister Volker Schmitt deshalb tüchtig die Werbetrommel zum freiwilligen Arbeitseinsatz, jetzt nach den Lockerungen der Corona-Auflagen.

Zielprojekt: Grillhütte. „Am Hochseiters“ wird sie in Eigenleistung gebaut.

Es laufe prima, hatte der Ortsbürgermeister bereits in der Ratssitzung festgestellt als es um den Haushalt ging. Denn, wenngleich der 120 Mitglieder starke Ortsverein „Großsteinhausen aktiv“ (geborener Vorsitzender der jeweilige Ortsbürgermeister) beim Bau der Grillhütte federführend mit Helfern und auch den Geldern für die Baumaterialien ist, die Gemeinde unterstützt natürlich das Vorhaben im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten.

„Es ist wieder so eine Sache, bei der einem einfach das Herz aufgehen muss“, sagte Ortsbürgermeister Volker Schmitt am Samstag an der Baustelle, wo sich fast ein Dutzend Helfer eingefunden hatten, um das aufgeschlagene Hüttengebälk auszumauern. Schon jetzt seien 700 freiwillige Arbeitsstunden geleistet, neben den Ratsmitgliedern erfreulicherweise viele Dorfbewohner die an- und zupacken bei den Arbeiten.

Dabei ist das nicht die einzige Baustelle, wie das Beratungsprogramm am vergangenen Donnerstagabend erkennen ließ. Auf dem Friedhof nämlich sind gleichfalls wieder Arbeitseinsätze notwendig, um das Bestatten in einem „Urnenbaumgrab“ möglich zu machen. Die Ratsmitglieder haben sie dabei für ein Röhrensystem ausgesprochen, das um einen Baum herum angelegt wird und die Urne des jeweiligen Verstorbenen aufnimmt. Das reine Rasenurnengrab war als Bestattungsform nicht angenommen worden, wohl auch eine Kosten- (Gebühren)-frage, denn dieses kostete die Hinterbliebenen 3000 Euro in der Vergangenheit. Die neue Gebühr ist 840 Euro hoch, hinzu kommen 70 Euro für das Namensschild.

Für das Erheben des wiederkehrenden Straßenausbaubeitrages musste das Gremium über ein neues Ausbauprogramm befinden. Der Steigweg ist jetzt an der Reihe, die Erneuerungskosten sind mit 420 000 Euro ermittelt. Der Langgartenweg und die Ringstraße sollen folgen. Für diese beiden Straßenzüge sind Kosten in Höhe von 505 000 und 500 000 Euro angesetzt. „Ob wir das bei der Kommunalaufsicht in Pirmasens durchbekommen, ist fraglich. Ich erinnere dabei an den Ausbau des Plattenweges, wo wir auch wegen der hohen Kosten entsprechende Bauabschnitte bilden mussten. Ausbauen können wir ohnehin nur dann, wenn wir auch den Gemeindeanteil jeweils finanzieren können,“ machte Ortsbürgermeister Schmitt in der Sitzung klar.

In diesem Zusammenhang lobte der Ortsbürgermeister auch die Kosteneinsparungen beim Ausbau des Wirtschaftsweges zum Maientalerhof. 628 000 sind für dieses Projekt, das vom Dienstleistungszentrum ländlicher Raum Westpfalz (DLR) in Kaiserslautern gefördert wird, veranschlagt gewesen. Hofbesitzer und Ortsbeigeordneter Berthold Lauer hatte sich bei den Ausführungsarbeiten für eine geänderte Methode beim Unterbau stark gemacht und erreichen können, dass dadurch erhebliche Gelder eingespart werden konnten. Volker Schmitt bezifferte die Fertigstellungskosten des Wirtschaftswegebaues auf nunmehr 486 000 Euro. Die Ortsgemeinde muss sich im Kostenrahmen von 120 000 bis 150 000 Euro am Vorhaben beteiligen.

Als einer der ersten Orte in der Pfalz hatte sich Großsteinhausen für eine private Waldbewirtschaftung ausgesprochen. Der Vertrag mit dem Unternehmen Waldbau Udo und Michael Schmitz aus der Eifel läuft in vier Jahren aus. Entsprechend den Vertragsbedingungen kann alle drei Jahre die Ortsgemeinde ein Waldgutachten in Auftrag geben um zu sehen, wie es um den Gemeindewald steht. Die Gutachterkosten muss der Vertragspartner Schmitz übernehmen.