Gemeinschaft hält schon sehr lange

Der Volkschor Bechhofen hat bei seiner Versammlung treue Mitglieder ausgezeichnet. Allerdings fehlt der Nachwuchs.

Am vergangenen Sonntag fand im Dorfgemeinschaftshaus die Mitgliederversammlung des Volkschors Bechhofen statt. Seit 1987 leitet Bernhard Strauß den Gemischten Chor: "Ich übernahm ihn damals von meinem Vater Willi, der ihn schon seit 1964 geleitet hatte". Eine über 50-jährige Erfolgsgeschichte der Familie Strauß. Vater Willi stand damals noch drei Chören vor: dem Männerchor, dem Frauenchor und dem Gemischten Chor. "Das waren noch goldene Zeiten", sagt Vorsitzende Hildegard Braun, die auf 40 Jahre als aktive Sängerin zurückblicken kann und dafür zusammen mit ihrer Stellvertreterin Ingeburg Brünisholz, die ebenfalls schon 40 Jahre im Chor singt, zum Ehrenmitglied ernannt wurde. Im Jahr 1921 wurde der Chor gegründet, 1926 die Vereinsfahne geweiht. 1933 wurde der Verein, der damals noch Arbeiter-Gesangverein hieß, aufgelöst. Erst 1947 ging es weiter. 1957 wurde eine neue Fahne geweiht: "In Freud und Leid" steht darauf geschrieben. Der Chor nahm damals sehr erfolgreich an Wertungssingen teil. Sogar einen Kinderchor gab es damals noch. Freundschaften bestehen zu auswärtigen Chören, so nach Dalsheim-Flörsheim und nach dem anderen Bechhofen im Bayerischen.

"Letztere kam durch einen Briefirrläufer zustande, statt in Bayern landete die Post bei uns. Man nahm Kontakt auf, heute sind wir Freunde", erzählen die Sänger. Der älteste Sänger ist heute mit 90 Jahren Hans-Martin Gehrke, am längsten dabei, nämlich 66 Jahre, ist Arnold Wolf. "Noch vier Jahre und er bekommt die diamantene Ehrennadel des Chorverbandes", betonte die Vorsitzende.

Die Ehrungen (für 25 Jahre Mathilde Kirchhoff, Lieselotte Pöhner und Christel Schröder, für 40 Jahre Hildegard Braun und Ingeburg Brünesholz) nahm Irene Poller vor, Vorsitzende des Kreischorverbandes Nordwestpfalz. Sie brachte leider schlechte Zahlen mit: "Es gibt in unserem Bezirk noch 157 Gesangvereine mit 205 Chören und 4500 Sängern. Die Zahl der Kinder und Jugendlichen ist auf 464 gesunken. 220 von ihnen besuchen allein schon die Musikschule Kusel". Ein Rezept gegen den Mitgliederschwund hatte sie nicht anzubieten. "Irgendwie wird's weitergehen", meinte sie. "Unser Repertoire ist breit gefächert, wir singen geistliche und weltliche Lieder", betont der Chorleiter. Große Konzerte werden nicht mehr gegeben. "Wir singen noch bei Seniorennachmittagen, Weihnachten und Ostern in der Kirche, bei Beerdigungen von Mitgliedern und am Volkstrauertag", sagt Hildegard Braun. Natürlich sind die Sängerinnen und Sänger längst zu einer Gemeinschaft zusammengewachsen, die auch gern gesellschaftlich zusammenfindet. "Sie sind ein fester Bestandteil unserer Gemeinde und tragen ganz selbstverständlich sehr zum kulturellen Profil unseres Ortes bei", sagte Ortsbürgermeister Paul Sefrin in seiner Begrüßungsrede.