Beute unbekannt Geldautomat in Contwig gesprengt

Contwig · Eine Bäckerei-Mitarbeiterin des Wasgau-Marktes war Ohrenzeugin.

 Bilder vom Markteingangsbereich am Sonntag bei Sicherung- und Aufräumarbeiten. Der Geldautomat stand vor der roten Wand, die VR-Bank transportierte ihn sofort ab.

Bilder vom Markteingangsbereich am Sonntag bei Sicherung- und Aufräumarbeiten. Der Geldautomat stand vor der roten Wand, die VR-Bank transportierte ihn sofort ab.

Foto: Norbert Schwarz

Unbekannte Täter haben am Sonntag gegen fünf Uhr den Geldautomaten der VR-Bank Südwestpfalz im Eingangsbereich des Wasgau-Einkaufsmarktes in Contwig gesprengt und dabei hohen Sachschaden angerichtet. Eine zu diesem Zeitpunkt arbeitende Mitarbeiterin der Backwarenabteilung erlitt einen Schock und musste sich in ärztliche Behandlung begeben. Wieviel Geld geraubt wurde, ist unbekannt. Der Automat soll für den Fall des Sprengens mit Sicherheitsvorkehrungen (Tinte für Diebesgut) ausgestattet gewesen sein.

Den Schaden im Eingangsbereich und der dort angesiedelten Backwarenabteilung schätzt Marktleiter Waldemar König auf einen fünfstelligen, vielleicht sogar sechsstelligen Betrag. Am Montag bleibt der Markt noch zwangsläufig geschlossen. Waldemar König geht allerdings davon aus, dass Handwerker die groben Schäden schnellstmöglich beseitigen können, so dass der rückwärtige Marktbereich mit dem übrigen Warensortiment für die Kundschaft wieder zugänglich sein wird.

Wie lange auf die Backwaren verzichtet werden muss, vermochte der Marktleiter am Sonntagnachmittag noch nicht andeutungsweise zu sagen. Der Verkaufsbereich müsse schließlich komplett erneuert werden, weil bei der enormen Explosionsdruckwelle stark beschädigt. Die Bäckereimitarbeiterin hatte sich zu diesem Zeitpunkt in hinteren Bereich der Bäckerei verschanzt, den Aufbruch der Eingangstür nahm sie bei der Backvorbereitungen für den späteren Verkauf am Sonntag (acht bis elf Uhr) selbst wahr.

Dieser Sonntag wird der Frau und auch Marktleiter Waldemar König wohl zeitlebens in Erinnerung bleiben. Die Bäckereiangestellte hatte am Sonntag gegen fünf Uhr über die Hauptpforte den Markt betreten und das Licht im Eingangsbereich angeknipst. Sie stellte die Sicherheitsvorkehrungen auf Normalbetrieb und begab sich in den hinteren Eingangsbereich, um die Vorbereitungen für die sonntäglichen Backwaren zu treffen.

Auf erste Geräusche reagierte sie noch nicht, wie sie später ihrem unmittelbaren Vorgesetzten noch unter Schock berichtete. Erst als sie typische Einbruchgeräusche vernahm, ergriff sie Panik. Die junge Frau verzog sich in die hinterste Ecke, verschanzte sich unsichtbar hinter Schachteln und Kisten. Sprachfetzen hatte sie wahrgenommen. Aber nicht französisch oder niederländisch, wie der Marktleiter am Ort des Geschehens berichtet.

Sekundenbruchteile danach habe es nach dem Empfinden der jungen Mitarbeiterin eine höllische Detonation im Eingangsbereich gegeben. Als sich die Bäckereiangestellte von alledem erholt hatte und in den Verkaufsraum im Eingangsbereich ging, sah sie eine zerfetzte Decke, heraushängende Deckenleuchten. Der Boden war mit Glassplittern und anderen Teilen übersät. Aus dem völlig demolierten Geldautomaten der VR-Bank Südwestpfalz stiegen noch Rauchwolken.

In einem weißen BMW scheinen die Täter geflüchtet zu sein. Das hatte die Bäckerei Mitarbeiterin noch wahrgenommen, als sie am Morgen angekommen war. Verdächtige Personen hatte sie allerdings nicht gesehen. Marktleiter König geht deshalb auch davon aus, dass der Contwiger Wasgau-Einkaufsmarkt ganz. gezielt und bewusst ausgespäht worden ist. „Den Tätern müssen die Abläufe bekannt gewesen sein“, so König im Gespräch mit dem Pfälzischen Merkur. Zuletzt waren Automatenknacker vor sieben Monaten in Contwig unterwegs. Sie scheiterten beim Versuch, den Sparkassen-Geldautomaten gegenüber dem Rathaus zu sprengen.

Hinweise an die Polizei, Tel. (0 63 32) 97 60.

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