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Baum-Nottfällung gebilligt: Geld statt Stellplatz: Contwiger Rat beschließt Ablösesatzung

Baum-Nottfällung gebilligt : Geld statt Stellplatz: Contwiger Rat beschließt Ablösesatzung

Beim Neubau müssen nach der Landesbauordnung ausreichend Stellplätze auf dem Baugrundstück geschaffen werden. „Damit hatten manche Bauherren in der Vergangenheit Schwierigkeiten“, hatte Contwigs Bürgermeister Karlheinz Bärmann (CDU) bereits in der Mai-Sitzung des Gemeinderats erklärt.

Mit einer einstimmig beschlossenen Ablösesatzung wurde in der jüngsten Ratssitzung Abhilfe für die Bauherren geschaffen.

Für eine Ablösesumme in Höhe von rund 3400 Euro können sich Bauherren von der Pflicht befreien. Nachdem die Satzung ursprünglich nur im Sanierungsbereich in der Ortsmitte gelten sollte, hat sich der Rat entschieden, den Geltungsbereich auf das gesamte Gemeindegebiet auszuweiten. Mit dem Geld werden andere Projekte im Straßenbau wie zum Beispiel die Anlage von öffentlichen Parkplätzen finanziert.

Die Holzvermarktung in Rheinland-Pfalz wird ab 2019 neu organisiert. Dazu kündigte der Gemeinderat den bisherigen Geschäftsbesorgungsvertrag. „Ich werde zunächst beim Holzeinschlag kleinere Brötchen backen“, kündigte Revierförster Jürgen Leis in der Ratssitzung an. „Allerdings nicht zu Lasten der Gemeinde.“ Bei dem neuen Vertrag soll auf Vorschlag des Revierförsters der Passus gestrichen werden, der vorsieht, dass nur Maschinen mit einer 600er Bereifung bei der Holzernte eingesetzt werden dürfen. „Dann hätten die örtlichen Firmen Schwierigkeiten, zum Zuge zu kommen.“ Die paar Millimeter schmälere Reifen bereiteten dem Wald keine Problem.

Beim Sturm in der vergangenen Woche fiel ein Baum auf eine Gerätehalle. Ein weiterer Baum drohte ebenfalls umzustürzen auf die Bahngleise und die Trafostation. Weil „Gefahr im Verzug“ war, beauftragte Bürgermeister Bärmann die Firma Maisch (Contwig), den Baum für 1600 Euro zu fällen. Der Rat stimmte nachträglich der Vergabe zu. Ebenso den Mäharbeiten in der Gemeinde ab Mitte Juli bis Anfang August zum Preis von 8300 Euro. Auch das rund 30 Jahre alte Allzweckgerät des Bauhofs musste repariert werden. Den Auftrag in Höhe von 4500 Euro führte die Firma RLS aus Thaleischweiler aus.

Der Radweg der Gemeinde Contwig zwischen dem Vereinsheim des Sportvereins Palatia und dem Kunstrasenplatz ist noch geschottert. Der Sportverein verlegt vor seiner neuen Umkleidekabine Verbundsteine. „Die Palatia würde auch Verbundsteine auf dem Radweg verlegen“, sagte der Bürgermeister, „wenn die Gemeinde das Material bezahlt“. Der Rat stimmte zu, die Kosten in Höhe von rund 2300 Euro zu tragen. „Das ist kein Zuschuss an die Palatia. Das ist vielmehr ein Entgegenkommen des Sportvereins.“

Dem Ingenieurbüro Klein aus Contwig wurde die Sicherheits- und Gesundheitskoordination beim Neubau der Kindertagesstätte übertragen. Die Firma Geoconsult Rein aus Oppenheim nimmt die geforderte Radonmessung in dem Bereich vor für rund 2400 Euro vor. Bärmann: „Wir wollen den Kindergarten in einem Jahr einweihen. Dann muss das jetzt auch schnell über die Bühne gehen.“

Die VT Contwig erhält einen Zuschuss von 200 Euro für eine neue Lüftungsanlage für die Turn- und Festhalle. Die Junge Kirche Contwig war mit zehn Messdienern und zwei Begleitpersonen bei der Messdienerwallfahrt in Rom. Aus dem Topf der Jugendförderung erhält die Junge Gemeinde den zehnprozentigen Zuschuss in Höhe von 600 Euro.

„Uns stört der Einkaufsmarkt in Rieschweiler nicht“, sagte Bärmann. Der Rat stimmte dem zu und beschloss, keine Stellungnahme abzugeben. In Rieschweiler plant ein Investor, gegenüber der Kläranlage in Richtung Dellfeld einen Einkaufsmarkt zu errichten.