"Geländer ist rausgeworfenes Geld"

Dietrichingen. Wie teuer die Brückenerneuerung mit Fahrbahnteiler und Stützmauersanierung beim Kirschbacherhof die Straßenbaulastträger Land und Landkreis tatsächlich kommen wird, ist im Augenblick noch unbekannt. 900 000 Euro waren bei der Auftragsvergabe veranschlagt. Ob dieser Kostenrahmen zu halten ist, bleibt abzuwarten

Dietrichingen. Wie teuer die Brückenerneuerung mit Fahrbahnteiler und Stützmauersanierung beim Kirschbacherhof die Straßenbaulastträger Land und Landkreis tatsächlich kommen wird, ist im Augenblick noch unbekannt. 900 000 Euro waren bei der Auftragsvergabe veranschlagt. Ob dieser Kostenrahmen zu halten ist, bleibt abzuwarten. Bei den Bauarbeiten gab es einige Probleme, wie das Erneuern der Brückenwiderlager, die beim Betonieren nicht die erforderliche Festigkeit erlangten und deshalb nochmals hergestellt werden mussten. Hergestellt ist jetzt aber auch ein massives Schutzgeländer auf der sanierten Stützmauer gegenüber dem Herrenhaus. "Abstürze" sollen dadurch verhindert werden."Rausgeworfenes Geld, das hätte besser in die Straßensanierung fließen können", zeigt sich Großsteinhausens Ortsbürgermeister Volker Schmitt entrüstet und will nicht glauben, dass diese Schutzmaßnahme, allen Kostenfragen zum Trotz, realisiert wurde. "Bei der Brücke habe ich noch Verständnis. Den Fahrbahnteiler halte ich für nicht notwendig, von dem massiven Geländer auf der Sandsteinmauer ganz zu schweigen. Wer mit offenen Augen über die Straßen im Landkreis fährt, weiß, wo das Geld dringend einzusetzen wäre. Eine Million sind doch wahrlich kein Groschenopfer." Bereits im Planungsstadium hatte sich der Ortsbürgermeister wenig zurückgehalten und den Mitteleinsatz in Frage gestellt. Die Landstraße 478 zwischen Mauschbach und Großsteinhausen sei dringend erneuerungsbedürftig. Doch dafür fehle im Augenblick das notwendige Kleingeld. "Bis zur Einmündung der Kreisstraße soll die jetzt im ersten Abschnitt mit einer neuen Fahrbahndecke versehen werden. Wann es dann mit der Sanierung weiter geht, steht in den Sternen. Für einen Bereich, wo kein Mensch hinkommt ein solches Begrenzungsgeländer zu errichten, das will mir einfach nicht in den Kopf", regt sich Schmitt auf und verweist als ehemaliger Bürger von Dietrichingen, dass von diesem Hügel oberhalb der sanierten Sandsteinmauer noch nie eine Milchkuh abgestürzt sei.

Das Großprojekt hatte insgesamt an den Nerven der Bürger von Dietrichingen und Großsteinhausen gezehrt. Die Arbeiten konnten bei Weitem nicht im zunächst vorgegebenen Zeitplan erledigt werden. Der strenge Winter hatte dazu seinen Teil beigetragen. Dann kamen die Schwierigkeiten beim Betonieren der Wiederlager hinzu. Wenn der Landesbetrieb Mobilität in den kommenden Wochen mit den endgültigen Baukosten aufwartet, wird es dann aller Wahrscheinlichkeit nochmals einen Aufschrei geben. cos