Freude über Standortaufwertung

John Deere und zehn weitere Firmen können wohl in einigen Monaten die Anliefer- und Abtransport-Laster über eine neue Brücke abwickeln. An der Wilkstraße über den Schwarzbach ist diese geplant, das Land übernimmt im Rahmen seines Hilfsprogramms für die Region die Hauptkosten. Bei John Deere ist man erfreut.

Nach längerem Ringen hat sich das Land vor dem Hintergrund der Flughafen-Insolvenz dazu durchgerungen, an der Wilkstraße eine Brücke über den Schwarzbach zu bezuschussen. 999 000 Euro fließen vom Land, 111 000 Euro zahlt die Stadt dazu, den Bewilligungsbescheid konnte OB Pirmann am Dienstag aus Mainz mitbringen (wir berichteten).

Hilfe vom Land



Innenministeriumssprecher Marco Pecht wies darauf hin, dass dies keinesfalls eine bereits so gut wie abgesegnete Maßnahme gewesen sei. Ohne Bemühungen des Landes - Innenminister Roger Lewentz (SPD ) hatte kurzfristig Mittel aus der Städtebauförderung lockergemacht, nachdem Wirtschaftsministerin Eveline Lemke (Grüne) kein Geld bereitstellte - wäre dieser Bewilligungsbescheid nicht so schnell gekommen.

Hauptprofiteur der Brücke ist John Deere , auch zehn kleinere Firmen können die Brücke künftig nutzen. Der Landmaschinenbauer zeigt sich entsprechend zufrieden, dass es nun vorangeht. "Wir empfinden diese Entscheidung als sehr positiv, da sie den Standort aufwertet und die internationale Wettbewerbsfähigkeit erhöht", sagt John-Deere-Pressesprecher Oliver Neumann.

Diese separate Zufahrt wirke sich auf "die Lieferung von Teilen und den Abtransport fertiger Maschinen positiv" aus. Auch der Verkehr auf der Homburger Straße und durch Einöd werde so weniger. Seit etlichen Jahren werde über dieses Thema debattiert, "da die Bahnlinie durch unser Werksgelände stets ein erhebliches Gefahrenpotential darstellt", erklärt der Sprecher.

Der Brückenbau sei erstmals 2012 zur Sprache gekommen. Zu Kurt Pirmanns Andeutungen, dass ohne die Brücke John Deere über einen Abzug aus Zweibrücken nachgedacht hätte, sagt Neumann nur ausweichend: "Wir stehen im Wettbewerb mit anderen Produktionsstandorten. Dies ist für unsere Produktionsabläufe von Vorteil und unterstreicht die Bedeutung des Werkes Zweibrücken ."

Der amerikanische Landmaschinenbauer hat in den vergangenen Jahren 100 Millionen Euro in die Forschung am Standort Zweibrücken gesteckt. 100 weitere Millionen fließen bis 2016. Diese hätten vor allem mit dem Technologiewandel, neuen Produkten und der Umstellung der Motorentechnik auf neue Abgasnormen zu tun, erklärt Neumann.

Dass die Brücke über den Schwarzbach kommt, hilft John Deere auch vor dem Hintergrund einer möglichen S-Bahn-Reaktivierung. Da die Schienen quer über das Gelände verlaufen, ist der Produktionsablauf gestört. Aufgrund einkalkulierter Wartezeiten an den Schienen dauere eine John-Deere-Arbeitsstunde anstatt 60 nur 40 Minuten, hatte Oberbürgermeister Kurt Pirmann am Dienstag in Mainz erläutert. Eine S-Bahn-Reaktivierung verkürze die Zeit auf 30 Minuten; die Brücke sorge hier für Entlastung. Neumann ergänzt, ein Problem sei hier, dass nach 22 Uhr produzierte Teile auf der einen Seite des John-Deere-Geländes nicht mehr über die Schienen zur Endmontage auf der anderen Seite gebracht werde dürfen - das sei seit einer länger zurückliegenden Niederlage vor Gericht so. Bei einer reaktivierten S-Bahn "bekämen wir eine höhere Frequenz im 15-Minuten-Takt und das lässt sich mit den aktuellen Produktionsabläufen so nicht realisieren. Deshalb ist die neue Zu- und Abfahrt eine Entlastung und unbedingt notwendig", so Neumann.