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Freibäder in der Südwestpfalz trotz Corona geöffnet

Schwimmen unter Corona-Regeln in den Freibädern im Landkreis Südwestpfalz : Kreisverkehr in den Sportbecken

Freibäder im Kreis Südwestpfalz realisieren Corona-Schutz unterschiedlich. In Contwig kann man auch warm duschen.

Vier Freibäder im Landkreis Südwestpfalz haben wieder geöffnet, Corona-Hygieneregeln müssen aber beachtet werden. Wie sehen die Schutzmaßnahmen aus, werden sie befolgt? Und wie viele Südwestpfälzer suchen in Corona-Zeiten überhaupt den Badespaß? Wir haben uns in den Freibädern in Dahn, Hauenstein, Contwig und Heltersberg umgeschaut.

An allen Freibädern sind Ein- und Ausgang durch Absperrungen deutlich voneinander getrennt. Wer sich ein Formular für seine Daten nicht zuvor im Internet heruntergeladen hat, erhält es vor dem Eingang der Bäder. Ebenso finden sich Stationen zur Handdesinfektion und Schilder, die auf Mindestabstand und Maskenpflicht hinweisen, in den Eingangsbereichen. Gekennzeichnete Liegeflächen oder Laufwege auf den Wiesen sind kaum zu erkennen.

In allen Freibädern haben Bademeister ein Auge darauf, dass sich die Gäste an Wegekonzept und Abstandsvorschrift in und an den Becken halten. Die Startblöcke an den Schwimmerbecken sind gesperrt und auf den Bahnen dort wird nach Einbahnstraßensystem im „Kreisverkehr“ geschwommen, um Abstand zu gewährleisten. Durch die Coronamaßnahmen können auch nicht alle Attraktionen genutzt werden und auf Spielplätze, Umkleidekabinen und Warmduschen muss zum Teil verzichtet werden.

Im Felsland-Badeparadies in Dahn sind die Hygienemaßnahmen deutlich spür- und sichtbar. Im Ein- und Ausgangsbereich, an der Kasse und in den Umkleidekabinen ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes Pflicht. Auch wenn sich die Gäste auf den Liegewiesen frei bewegen können, an den Becken herrscht ein Wegekonzept: Um etwa vom Schwimmerbecken zum Freizeitbecken zu gelangen, muss man einmal ganz um das Schwimmerbecken herumlaufen. Auf den vier Bahnen im Schwimmerbecken dürfen 40 Gäste gleichzeitig im „Kreisverkehr“ schwimmen. Dabei steht den sportlicheren sowie Schwimmern ohne sportliche Ambitionen je eine Bahn zur Verfügung.

Aufgrund der geringen Größe sind im Nichtschwimmerbecken nur 15 Personen zulässig. Da hier der Andrang besonders groß ist, wurde am Becken ein Schild angebracht, das anzeigt, ob noch mehr Gäste das Becken nutzen können oder ob sie warten müssen. Der Bademeister am Becken zählt die Gäste im Becken und dreht das Schild entsprechend um. Der Andrang ist dort so groß, dass sogar Badegäste auf den Sitzgelegenheiten am Becken warten. Diese Sitzgelegenheiten sind die einzigen im Freibad, die nicht abgesperrt sind. Von den Umkleiden im Innenbereich kann ein Teil genutzt werden, die übrigen sind gesperrt. Zum Duschen stehen nur die beiden Kaltduschen am Schwimmerbecken zur Verfügung.

Im Wasgaufreibad in Hauenstein zeigt eine Anzeigetafel am Eingang an, wie viele Gäste aktuell noch ins Bad dürfen. Vorab können sich Interessierte auf der Internetseite informieren, ob das Bad aktuell noch Besucher einlässt oder ob die maximale Gästezahl erreicht ist. Von Corona ist im Bad selbst nicht viel zu merken. Der Weg von der Kasse zur Liegewiese und von dort zu den Umkleiden ist in der Mitte durch eine Absperrung geteilt und im Kioskbereich ist die Platzierung für wartende Kunden vorgegeben. Außer im Schwimmerbecken sind nirgends Einschränkungen sichtbar. Dort werden die drei Schwimmbahnen hälftig für je eine vorgegebene Schwimmrichtung von bis zu 15 Schwimmern pro Bahn genutzt. Falls es im Nichtschwimmerbecken zu Platzproblemen kommt, werden die 50 Meter langen Bahnen mit einer Schwimmleine halbiert, sodass dann sechs Bahnen à 25 Meter zur Verfügung stehen. Im Kinderbecken hingegen herrscht buntes Treiben und nichts weist auf eine Beschränkung der Personenanzahl in diesem Bereich hin.

Beide Sprungtürme und die Rutsche können genutzt werden. Allerdings dürfen die Kinder nicht auf den Spielgeräten im Bereich des Spielplatzes spielen. Auf dem Beachvolleyballfeld dürfen nur Gruppen nach vorheriger Anmeldung spielen. Die zwölf Umkleiden und alle Spinde sind freigegeben, da sie sich ausnahmslos im Außenbereich befinden. Auf die Warmduschen müssen die Badegäste verzichten und auf die drei Außenduschen ausweichen.

Im Warmfreibad „Con Aqua“ in Contwig hingegen kann neben den Kaltduschen eine von vier Warmduschen im Männer- und Frauenbereich genutzt werden. Die meisten Außenduschen sind mit Absperrband umwickelt, um die Zugänge zu den Becken so zu versperren, sodass die Gäste automatisch dem Wegekonzept nachlaufen müssen. Die Wege sind zusätzlich durch Pfeile auf dem Boden gekennzeichnet. Doch nicht jedes Absperrband dient den Hygienemaßnahmen: Einige Areale auf der Liegewiese sind abgesperrt, weil dort der Eichenprozessionsspinner sein Unwesen treibt.

Die Bahnen im Schwimmerbecken können hälftig von 75 Schwimmern für je eine Schwimmrichtung genutzt werden. Im Nichtschwimmerbecken können bis zu 60 Gäste gleichzeitig baden. Entscheidend ist aber nicht die zulässige Höchstanzahl der Gäste, sondern die Einhaltung des Mindestabstands. Daher zählen die Bademeister hier nicht die Gäste im Wasser, sondern achten auf die Entfernung zueinander.

Die Besucher werden mittels Gummi-Armbändern gezählt, die sie beim Eintritt erhalten und beim Verlassen des Bades wieder abgeben. Sind die Armbänder an der Kasse leer, können keine weiteren Gäste mehr eintreten, bis andere das Bad verlassen und ihre Armbänder abgegeben haben. „Der Besuch des Freibades ist auf zwei Zeitphasen von 9 bis 13 Uhr und von 15 bis 19 Uhr begrenzt, damit in der Zwischenzeit alles gereinigt und desinfiziert werden kann“, erklärt Schwimmmeisterin Jutta Döring. Die Contwiger Rutsche ist freigegeben. Zum Umziehen können die Badegäste jede zweite Umkleidekabine nutzen, doch die Spinde sind aufgrund der Platzprobleme alle gesperrt.

Am unmittelbar ans Contwiger Freibad angrenzenden öffentlichen Wasserspielplatz können alle Spielgeräte genutzt werden, die Besucherzahl ist nicht limitiert und hier ist keine Aufsicht zuständig, da dieser Bereich den Status eines öffentlichen Spielplatzes hat. Der Zugang zum Freibad ist allerdings versperrt. Beachvolleyball und Tischtennis sind aufgrund der Maßnahmen nicht möglich.

Da sämtliche Umkleidekabinen im Innenbereich gesperrt sind, hat das Bergbad in Heltersberg zu den vereinzelt aufgestellten Umkleidekabinen aus Plastik für eine Person zwei Holzkabinen für jeweils zwei Personen angeschafft. Ein Ampelsystem auf der Homepage zeigt an, ob das Bad aktuell noch Besucher aufnehmen kann. An der Kasse wird nur die Gesamtzahl der Gäste gezählt. Wenn sie das Bad wieder verlassen, werden sie von einer Lichtschranke erfasst. Da die kommenden und gehenden Gäste nicht miteinander verrechnet werden, muss das Kassenpersonal die Gästezahl schätzen.

An den Beckenrändern ist ausreichend Platz, sodass keine Laufrichtung vorgeschrieben werden muss. Im Schwimmerbecken ist den Sportschwimmern und den langsameren Gesundheitsschwimmern jeweils eine Bahn pro Schwimmrichtung zugeteilt. Zehn Schwimmer dürfen eine Bahn gleichzeitig benutzen, die mittlere der insgesamt fünf Bahnen ist gesperrt. Im Spaßbecken dürfen bis zu 64 Gäste gleichzeitig baden. Die Rutsche durfte problemlos in Betrieb genommen werden, weil ihr Wasserzulauf aus dem „Spaßbecken“ an einer Stelle zusätzlich mit Chlor versehen wird.

Alle Warmduschen sind gesperrt und im Sanitärbereich ist jede zweite Toilettenkabine benutzbar, da die Trennwände zwischen den einzelnen Kabinen nicht mit dem Boden und der Decke abschließen. Der Ein-Meter-Sprungturm ist freigegeben, aber auf das Drei-Meter-Brett müssen die Gäste verzichten. Im Kinderbecken sind die Attraktionen wie etwa der Wasserpilz ausgeschaltet. Dort dürfen sich zwölf Personen inklusive Kindern gleichzeitig aufhalten und die Aufsicht obliegt allein den Eltern. Darüber und über die Hygienevorschriften werden sie auf einem Schild am Zugangsbereich des Beckens informiert.

Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel enthält nur Freibäder in der Südwestpfalz. Aus dem Freibad in der Stadt Zweibrücken plant der Merkur einen eigenen Bericht. Über die Corona-Regeln dort haben wir bereits zur Eröffnung ausführlich informiert.