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Frachtflug in Zweibrücken stärkenCDU möchte stärkste Fraktion werden

Frachtflug in Zweibrücken stärkenCDU möchte stärkste Fraktion werden

Zweibrücken. Die Umfragezahlen beeindrucken den CDU-Landtagsabgeordneten Alexander Licht nicht. Nach dem sportlichen Motto, "wer nicht kämpft, hat schon verloren", kämpfe die CDU "um jede Stimme". Ziel sei es, stärkste Fraktion im nächsten rheinland-pfälzischen Landtag zu werden

Zweibrücken. Die Umfragezahlen beeindrucken den CDU-Landtagsabgeordneten Alexander Licht nicht. Nach dem sportlichen Motto, "wer nicht kämpft, hat schon verloren", kämpfe die CDU "um jede Stimme". Ziel sei es, stärkste Fraktion im nächsten rheinland-pfälzischen Landtag zu werden. Als stärkste Fraktion würde die CDU zunächst Gespräche mit der FDP führen, die nach seiner Einschätzung sicher in den Landtag einziehen wird.Den Grünen würde er auch die CDU empfehlen und auch eine große Koalition mit der CDU als "Seniorpartner" ist für Licht denkbar. Auf jeden Fall müsse die "Alleinregierung" von Kurt Beck abgelöst werden. Die Skandale um den Justizminister Heinz Georg Bamberger, das Schlosshotel Bad Bergzabern oder den Nürburgring zeigen, wohin eine solche Politik in einem Land führt.

In dem Merkur-Gespräch verhehlte Licht nicht, den Skandal in der CDU. "Das ist eine tiefe Wunde." Vor allem weil die Partei bei der Angelegenheit von Parteimitgliedern belogen wurde. Die jetzige Fraktionsspitze habe aber dazu beigetragen "die Geschichte aufzuklären und abzuschließen. Wir haben die Schuld eingestanden und bezahlt."

Ärgerlich ist für den 58-jährigen Winzer, dass diese Schuld, die die Partei beglichen habe, mit der Nürburgring-Affäre gleichgesetzt wird. Beim Nürburgring ginge es um eine halbe Milliarde Euro und es würden weiter "sittenwidrige Verträge" laufen und der Ring würde dauerhaft subventioniert.

Die CDU möchte künftig, die Politik "aus der Region heraus" entwickeln, sagte Alexander Licht. Und nicht nur von Mainz aus "für die Region". Doch dazu müssten sich die Regionen durch ihre politischen Vertreter einbringen, um in der Landeshauptstadt Mainz wahrgenommen zu werden. Zweibrücken. Die Logistikbranche möchte "immer schneller sein", erklärte der stellvertretende Vorsitzende der rheinland-pfälzischen CDU-Landtagsfraktion, Alexander Licht. Und diesem Anliegen des Transportgewerbes sollte der Zweibrücker Flughafen nachkommen. Deshalb schlug der Abgeordnete des Wahlkreises Bernkastel-Kues/Morbach im Redaktionsgespräch vor, das "Industriekonzept" stärker zu betonen.

Große Betriebe verlagerten ihre Produktion in die Nähe von Industrieflughäfen, um "just-in-time" zu liefern. Licht sieht die Chance auch in Zusammenhang mit dem von ihm erwarteten Nachflugverbot für den Frankfurter Flughafen. Hier gebe es Möglichkeiten für Zweibrücken und Hahn. Das Land könne hier koordinieren. Der Flughafen Hahn liegt im Wahlkreis des Abgeordneten. Dieser neue Ansatz heißt für den 58-Jährigen aber nicht, dass Zweibrücken auf den touristischen Sektor verzichten soll. Doch dieser Sektor, der sich zunehmend im Billigflug-Bereich abspielt, sei von "auf und ab" gekennzeichnet. Das Industriekonzept wäre eine konstante Größe für den Flughafen Zweibrücken.

Zu einer Zusammenarbeit zwischen den Flughäfen Zweibrücken und Saarbrücken wollte Licht nichts Konkretes sagen. "Bei dem Thema darf man durch öffentliche Äußerungen kein Porzellan zerschlagen." Allerdings dürften "Grenzen keine Chancen haben". Deshalb spricht er sich nicht gegen eine Zusammenarbeit aus.

Auch beim Thema Reaktivierung der Bahnstrecke Zweibrücken nach Homburg dürfen "Grenzen keine Chancen haben". In dem Redaktionsgespräch erinnert Licht an die Zusammenarbeit in der Region Trier mit Luxemburg bei Bahnverbindungen. "Dort haben sich die Politiker in Gesprächen über die Finanzen geeinigt."

Bei der Strecke nach Homburg habe die Landesregierung erkannt, dass der größere Nutzen auf rheinland-pfälzischer Seite ist. Bei diesem Punkt zeigte Licht Verständnis für die saarländische Haltung, die immer wieder auf den Nutzen Wert legte. Mit dem Angebot von Kurt Beck für die Investitionskosten sei die Angelegenheit auf einem guten Weg. "Auch bei den Betriebskosten müssten die beiden Länder einen Weg finden", forderte Licht, ohne konkrete Zahlen zu nennen.

"Ziel ist es auf jeden Fall, dass die Strecke zum Nutzen für die Region reaktiviert wird", betonte der CDU-Landespolitiker. Er wollte auch die Diskussion, wer jetzt am meisten die Reaktivierung vorangebracht hat nicht in den Vordergrund stellen. "Die Reaktivierung geht nur, wenn alle politischen Parteien das gemeinsam angehen." Auch hier sollten "Grenzen keine Chancen haben". Gleichwohl erinnerte Alexander Licht an die Anträge der Oppositionsparteien FDP und CDU zur Reaktivierung der Bahnlinie. Danach habe sich etwas bewegt.

Zur Person

Alexander Licht ist 58 Jahre alt und lebt in seinem Geburtsort Brauneberg. Der selbstständige Winzermeister und Kaufmann ist verheiratet und hat drei erwachsene Kinder. Seit 1975 ist Licht Mitglied der CDU und war zunächst kommunalpolitisch tätig im Gemeinderat und Kreistag. Seit 1991 ist Licht Mitglied im Landtag. Schwerpunkt: Wirtschafts- und Verkehrspolitik sowie Landwirtschaft und Umweltschutz. Alexander Licht ist stellvertretender Fraktionsvorsitzender im Landtag. sf