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Forstwirtschaftsplan Contwig 2023 verabschiedet

Forstwirtschaftsplan Contwig : 1200 Festmeter sollen fallen

Im Contwiger Rat wurde der Forstwirtschaftsplan für das kommende Jahr verabschiedet.

Größte waldbesitzende Ortschaft von Zweibrücken-Land ist Contwig. 267 Hektar der Gemarkungsfläche sind bewaldet. 2000 Festmeter könnten nach den Vorgaben des Forsteinrichtungswerkes jedes Jahr im Gemeindewald eingeschlagen werden, ohne dass dadurch das Gleichgewicht aus den Fugen geraten würde. Revierförster Jürgen Leis hat inzwischen aus Altersgründen den Forstdienst quittiert. Sein Amtsnachfolger Thomas Martinek stellte jetzt im Contwiger Ortsgemeinderat den neue Forstwirtschaftsplan für das Jahr 2023 vor und gestand ein, dass ein Großteil der Vorarbeit dafür noch die Handschrift von Jürgen Leis trägt.  

Allerdings, im Hinblick auf Nachhaltigkeit wird wohl auch der neue Revierförster Thomas Martinek am bekannten Erfolgsmuster festhalten, sprich, nicht den letzten Festmeter Holz einschlagen, welcher nach dem Einrichtungswerk möglich wäre. Denn allein zum Selbstkostenpreis soll der Holzeinschlag nicht erfolgen, auf Einnahmen aus dem Gemeindewald ist die Ortsgemeinde Contwig nicht unbedingt angewiesen. Der Hiebplan für das kommende Jahr sieht deshalb auch „nur“ 1200 Festmeter vor, eine Größe, welche auch in den zurückliegenden Jahren für die verantwortlichen Kommunalpolitiker ein gewisser Fixpunkt war, wie Ortsbürgermeisterin Nadine Brinette versicherte.

Allein bei den Eichenbäumen wäre ein Einschlag von mehr als 250 Festmetern möglich, doch tatsächlich sollen auch im kommenden Jahr nur 130 Festmeter eingeschlagen werden. Dabei liegt das kommende Jahr etwas über dem bisherigen.

Beim Buchenbestand wird Jahr für Jahr der größte Holzeinschlag vorgenommen. Der Hiebsatz laut Forsteinrichtungswerk beträgt 873 Festmeter. Im Jahr 2021 wurden jedoch lediglich 442 Festmeter eingeschlagen. Die Planung des laufenden Jahres weist einen Fällsatz von 550 Festmetern aus, im kommenden Jahr sollen 400 Festmeter gefällt werden.

Für die Holzfällung muss die Ortsgemeinde selbst mit Kosten in Höhe von rund 40 000 Euro rechnen. Hoch ist auch der Ansatz beim Fichteneinschlag, wobei der Borkenkäfer auch vor den Gemeindewaldungen von Contwig nicht Halt machte und der Waldbewirtschaftung zusetzte. Im kommenden Jahr sollen 400 Festmeter Fichtenholz eingeschlagen werden im Jahr 2021 waren es immerhin 321 Festmeter die eingeschlagen wurden. 

Kann die Holzmenge insgesamt verkauft werden, dann würde sich daraus ein Erlös von fast 85 000 Euro erzielen lassen. An Aufwendungen hat die Ortsgemeinde Contwig dieser Einnahme gegenüber rund 80 500 Euro zu tragen. ´für die Waldpflege wird der Revierförster Martinek rund 2000 Euro investieren und in die Verkehrssicherung beim Gemeindewald 2500 Euro.

Neben dem höchsten Kostenfaktor für das Fällen der Bäume legt Martinek wie Vorgänger Leis einen großen Wert auf die Wegeunterhaltung. Sie allein sicherte nämlich die Abfuhr des eingeschlagenen Holzes 12 000 Euro sollen dafür eingesetzt werden. Für die Beförsterung des Gemeindewaldes müssen nach dem Forstwirtschaftplan 14 000 Euro ans Land abgeführt werden. Dem Forstwirtschaftsplan wurde insgesamt ohne Änderungen zugestimmt. 

Vertraut machte Revierförster Thomas Martinek die Ratsmitglieder und Ortsbürgermeisterin Nadine Brinette zum Auftakt der Sitzung mit dem  Vorstellen des BAT-Konzeptes, das gegenwärtig der Landesforst in allen Gemeindewaldungen propagiert. Rund 1700 Bäume könnten als Biotopbäume dafür in Frage kommen. Eine Auswahl ist noch nicht getroffen. Könnten sich die Verantwortlichen aber für ein BAT-Konzept, dahinter verbirgen sich die Abkürzungen für „Totholzbäume“, „Altbestand“ und Biotopbäume“, entscheiden, dann wären dafür sogar Fördermittel des Landes zu erhalten. An diesem Abend wollte Förster Martinek allein einen Denkprozess in Gang setzen.

Das gilt auf für ein „Waldrefugium“ zu welchem sich die Gemeinde entscheiden könnte. Ein solches könnte vor allem in unwegsamem Gelände (Klammen) ausgewiesen werden. Die Ratsmitglieder regten einen Waldbegang mit dem Revierförster an. Dieser soll im neuen Jahr stattfinden. 

Die Schulstraße im Ortsteil Stambach wurde 2018 ausgebaut, inzwischen liegt das Ergebnis der Straßenschlussvermessung vor.  Soweit die Ortsgemeinde für den Ausbau Eigentum der Anlieger beansprucht hat, setzte nunmehr der Rat die Entschädigungssumme fest. 27,20 Euro sind es pro Quadratmeter. Ausgebaut wird derzeit die Hohlbachstraße. Auch in diesem Straßenzug muss die Ortsgemeinde für den Straßenausbau Fläche hinzuerwerben. Für die Hohlbachstraße gilt allerdings ein höherer Bodenrichtwert (110 Euro). Als Flächenausgleichswert werden daher 35,20 Euro zum Ansatz gebracht. Die Ratsmitglieder sprachen sich für eine solche Regelung aus.