Flaschenpost aus dem Jahr 1952

Zweibrücken. Steinbrocken und Mörtelreste ist Alexander Fess gewohnt, wenn er eine Mauer einreißt. Vor einigen Tagen klirrte es bei Entkernungsarbeiten in einem Nebenraum des Kletterzentrums Camp 4 beim Zweibrücker Flughafen plötzlich: Der Bauarbeiter fand in der Mauer eine Flasche "Deutscher Weinbrand". Er wollte sie schon wegwerfen, als er einen Packpapierfetzen entdeckte

 "An dieser Wand haben gearbeitet . . .", steht auf dem Fetzen Packpapier, das Arbeiter am 7. Dezember 1952 in einer Mauer am Flugplatz deponierten.
"An dieser Wand haben gearbeitet . . .", steht auf dem Fetzen Packpapier, das Arbeiter am 7. Dezember 1952 in einer Mauer am Flugplatz deponierten.

Zweibrücken. Steinbrocken und Mörtelreste ist Alexander Fess gewohnt, wenn er eine Mauer einreißt. Vor einigen Tagen klirrte es bei Entkernungsarbeiten in einem Nebenraum des Kletterzentrums Camp 4 beim Zweibrücker Flughafen plötzlich: Der Bauarbeiter fand in der Mauer eine Flasche "Deutscher Weinbrand". Er wollte sie schon wegwerfen, als er einen Packpapierfetzen entdeckte. Als er seinen Fund einigen älteren Gästen des Kletterzentrums zeigte, kamen bei denen Erinnerungen auf.Und die Rentner retteten den Zettel, auf dem sich einige Arbeiter verewigt haben. "An dieser Wand haben gearbeitet", beginnt der Text. Dann folgen einige Namen. Eifler oder Beck dazu das Wort Hamburger sind wie das Datum "Anno Domini 7.12.52", gut zu entziffern. Ander Namen und Worte dagegen nicht. "Früher haben sich die Bauarbeiter mit Zeichen auf Wänden gerne verewigt", erzählte Reinhold Bittes. "Vielleicht haben es diese Maurer mit einem Zettel in der Flasche gemacht", wertet Bittes die Flaschenpost. Das Wort "Hamburger" deutet darauf hin, dass bei der Anlage des Militärflugplatzes oberhalb Rimschweilers vor allem Arbeiter von außerhalb gearbeitet haben. Daran erinnert sich auch Dieter Gab. Der Rimschweiler nennt mit Wegner und Rasmus und "dem Gregor" auch einige Namen von Männern, die nach dem Flugplatzbau in Rimschweiler heimisch wurden. Den Auftrag für den Bau hatten die Franzosen gegeben. "Damals konnte man noch überall herumlaufen", sagte Marquard Fink. Erst mit der Übernahme des Flugplatzes durch die Kanadier wurde das Gelände für Zivilisten gesperrt. Nach Abzug der US-Luftwaffe 1990 wurde das Areal wieder zivil. So baute Eckhard Carbon das ehemalige Kino in das Kletterzentrum Camp 4 um. Derzeit erweitert Carbon das Zentrum. In den ehemaligen Sergeant-Club baut er jetzt die insgesamt dritte Boulderhalle des Camp 4. Dazu wurde das Gebäude entkernt, um eine weitere Anlage für die Klettersportler zu schaffen und Nebenräume für das Kletterzentrum zu gewinnen. Dabei kam auch die Flaschenpost aus dem Jahr 1952 zum Vorschein.