Fischtreppe lässt auf sich warten

Seit mehr als einem Jahr gibt es bei den Bauarbeiten an der Fischtreppe beim Wehr Reidiger in der Klosterstadt Hornbach keinen Hammerschlag. Der Kreis wird sich jetzt mit der Sache befassen.

Das gesamte Jahr 2014 ist kein Hammerschlag bei der geplanten Fischtreppe in unmittelbarer Nachbarschaft der Wasserkraftanlage Reidiger in der Klosterstadt Hornbach getan worden. Der Grund: Bei den Gründungsarbeiten kam es zu Problemen. Eine vorhandene Bruchsteinmauer am alten Mühlenwehr ist nicht ausreichend gegründet. Das Abtragen und Neuaufbauen hätte unweigerlich zu erheblichen Mehrkosten geführt.

Der Landkreis Südwestpfalz ist Projektträger. In seiner Sitzung am 23. Februar wird sich der Kreisausschuss mit der Gesamtthematik befassen, stellt Stadtbürgermeister Reinhold Hohn fest. Der Bau dieser Fischaufstiegsanlage, wie es im sprachlichen Fachjargon der Wasserwirtschaftler heißt, ist vom Landkreis Südwestpfalz als Unterhaltspflichtiger des Gewässers 2013 in Auftrag gegeben worden.

Insgesamt sind für das Projekt 481 000 Euro veranschlagt. Geld dafür hat der Landkreis dafür sogar von der EU bekommen. Aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) wurden aus Brüssel Mittel bereitgestellt. Die Mehrkosten sind nach dem gegenwärtigen Sachstand nicht förderfähig. Deshalb ist auch über die Dauer des letzten Jahres hinweg nach Alternativen gesucht worden. Die verantwortlichen Wasserwirtschaftler bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd in Kaiserslautern liebäugeln im Augenblick mit einer sogenannten "Umgehungsrinne". Sie soll in Richtung Mauschbach beim Wehr angelegt werden. Geplant ist dort ein zweites Gewässerbett auf eine Länge von 70 bis 80 Metern anzulegen. In diesem könnten dann die Fische und andere Wassertiere das Wehr schwimmend "umgehen".

Im Oktober 2013 war mit den Bauarbeiten beim Wehr Reidiger, in unmittelbarer Nachbarschaft des Wasgau-Einkaufsmarktes, begonnen worden. Das Zweibrücken Bauunternehmen Wolf und Sofsky hatte nach einer öffentlichen Ausschreibung den Ausführungsauftrag zugesprochen bekommen. Die rechtliche Abwicklung wird in der Sitzung des Kreisausschusses besprochen und entschieden.

Für einheimische Fischer ist es nicht ganz nachvollziehbar, weshalb nicht vorher Untersuchungen im Hinblick auf die Standfestigkeit erfolgten. "Wenn irgendwo eine Straße gebaut wird, dann gibt es immer den Hinweis auf Bodengutachten und Standfestigkeit. Oftmals muss dann für viel Geld ein Bodenaustausch vorgenommen werden. Warum das hier nicht geschah, das wissen wohl die Götter", so ein Sportfischer, der nicht namentlich genannt werden will.