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Feriendomizile drücken Einwohnerzahl in Mauschbach

Jahresvorschau 2021 : Feriendomizile drücken Einwohnerzahl

Mauschbach will als „Sanierungsgemeinde“ anerkannt werden.

Ortsbürgermeister Bernhard Krippleben will sich zusammen mit den Mauschbacher Ratsmitgliedern auf die Weiterentwicklung des Ortes, des Gemeinschaftslebens konzentrieren. Fast schon magische Anziehungskraft entwickelt dabei die bauliche Entwicklung des dritten Bauabschnitts zum Neubaugebiet „Im Plomb“.  

Die Einwohnerzahl des kleinsten Ortes von Zweibrücken-Land liegt iderzeit knapp unter der 300er Grenze. 314 Mitbürger sind schon einmal gezählt worden. Einer der Gründe für den Schwund ist nach Einschätzung des Ortsbürgermeisters die „Pfiffigkeit“ einer ganzen Zahl von Mitbürgern. „Viele schmucke und sehr ansprechende Ferienwohnungen sind bei uns in Mauschbach entstanden. Das ist natürlich gut, weil damit viele Fremde in unsere herrliche Ortschaft und Gegend kommen. Aber mit dem Schaffen von Ferienwohnungen  ging zugleich die Umwandlung potentiellen Mietwohnraumes einher. Das machte sich logischerweise in der Einwohnerstatistik bemerkbar. Aber das bügeln wir wieder glatt. Wachsen um jeden Preis ist ohnehin nicht unser Ding. Eine intakte Dorfgemeinschaft, zufriedene Mitbürger und jungen Familien eine Möglichkeit zum Schaffen der eigenen vier Wände zu geben, ist uns dafür viel wichtiger. Mit dieser Losung sind wir schon bisher gut gefahren und das Ziel streben wir weiter an.“

Bei der Dorferneuerung konnten Kommunalpolitiker zusammen mit den Einwohnern und Dorfplaner Hans-Jürgen Wolf aus Kaiserslautern mächtig punkten und viel bewegen. Im Dorf selbst gibt es keine baulichen Leerstände. Mit dem Erschließen des dritten Bauabschnitts beim Neubaugebiet „Im Plomb“ seien die Weichen dafür gestellt, dass auch jungen Familien aus dem Ort weiterhin eine Entwicklungschance bekommen. Für Neubürger hat die Ortschaft offene Arme. Dass die kleinste Gemeinde dennoch viel zu bieten hat, habe sich weit über die Region hinaus herumgesprochen, ist Krippleben aus eigener Erfahrung und entsprechenden Rückmeldungen überzeugt.

Dorferneuerungsortschaft ist Mauschbach schon längere Zeit. Die Anerkennung als Schwerpunktgemeinde nicht unbedingt das Ziel für die verantwortlichen Kommunalpolitiker. Ziel von Ortsbürgermeister Bernhard Krippleben ist in diesem Zusammenhang allerdings die förmliche Anerkennung als „Sanierungsgemeinde“. „Der alte Dorfkern mit seiner vorhandenen alten, früher landwirtschaftlich genutzten Bausubstanz könnte dafür ein Ausgangspunkt sein. Haben wir ein festgelegtes Sanierungsgebiet und wird aus diesem beispielsweise aus der landwirtschaftlichen Bausubstanz Wohnraum geschaffen, dann besteht bei einer Anerkennung die Möglichkeit der steuerlichen Abschreibung.“

Lässt die Corona-Pandemie wieder eine halbwegs normale Ratsarbeit zu, will Bernhard Krippleben diesen Gedanken verstärkt im Gremium diskutieren und rechtskräftig umsetzen. Schon jetzt bietet die Ortsgemeinde allerdings den Eigentümern von älterer Bausubstanz an, sich fachlich vom Dorfplaner Hans-Jürgen Wolf beraten zu lassen. Die Kosten einer dreistündigen Beratung werden im Zuge der Dorferneuerung von der Ortsgemeinde übernommen. Das habe in der Vergangenheit gut funktioniert, stellt Krippleben fest und findet, das ein Gang durch die Ortsstraße mit offenen Augen dies auch belegt.