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Serie Eine von uns: „Fast verlerne ich Englisch“

Serie Eine von uns : „Fast verlerne ich Englisch“

Jihyun Kim aus Seoul absolviert derzeit ein Praktikum in Hornbach.

Besucher des Taizé-Gottesdienstes in Hornbach waren erstaunt, als auch Koreanische Sätze erklangen. Sie stammten von Jihyun Kim. Die 22-jährige studiert Germanistik und Medienkommunikation an der Universität in Korea. Seit einigen Wochen absolviert sie als Repräsentantin der Presbyterian Church of Korea (PCK) durch die Evangelische Mission in Solidarität (EMS) im Rahmen des Ökumenisches Freiwilligen Programm der Jugend (ÖFP) ein Praktikum in Deutschland.

In der Hornbacher Gemeinde trifft sie auf Menschen aus ihrer Heimat: Die Ehefrau des Hornbacher Pfarrers ist ebenfalls Koreanerin. Daniel Seel selbst hat in Korea Musik studiert und beherrscht die Koreanische Sprache in Wort und Schrift. So hat die junge Frau, die noch bis Ende Juli in Hornbach bleibt, es leicht, sich gut zurecht zu finden. Dabei spricht Jihyun Kim, die aus der südkoreanischen Hauptstadt Seoul stammt, ausgezeichnet Deutsch.

Langsam und wohl durchdacht formuliert sie ihre Sätze. Sie lächelt: „Fast verlerne ich Englisch.“ Im Rahmen des Lutherjahrs 2017 war sie zum ersten Mal in Deutschland, in Berlin, Frankfurt, Dresden und Wittenberg. „Alles ist anders“, sagt sie über die fremde Kultur. Besonders gut gefällt ihr das Landleben in Hornbach. Alles sei so grün, so viel Natur. Das kennt sie von Seoul nicht. Sie bedauert: „Bei uns wachsen nur wenige Pflanzen.“ Dafür allerdings sei „alles viel näher“: Geschäfte, Restaurants, Freizeitmöglichkeiten und der öffentliche Nahverkehr von einer ganz anderen Infrastruktur. Doch in Hornbach steht ihr ein Auto zur Verfügung. Mit dem fährt sie täglich in die Kindertagesstätte in Althornbach, wenn sie nicht in der Kita Hornbach oder in der Gemeinde hilft.

Sie freut sich, dass die Kinder offen und vertrauensvoll auf sie zukommen. „Spielst Du mit uns?“ wird sie immer wieder gefragt. Ihre Kirchengemeinde Young-Eun in Seoul ist groß. Jihyun Kim erzählt: Wir haben 5000 Mitglieder und ungefähr 200 Leute in der Jugendgemeinde.“ Jede Woche gibt es einen Jugendgottesdienst, bei dem die Medienkommunikations-Studentin ehrenamtlich im Senderaum arbeitet.

Das Gewöhnungsbedürfstigste bei all den vielen Unterschieden zwischen ihrer Heimat und Deutschland ist das Essen. Auf die Frage, was sie denn an deutschen Gerichten mag, überlegt sie jedoch nicht lange: „Schnitzel und Fleisch!“ Es sei allerdings viel salziger, als die Küche in Korea. Dabei liebt Jihyun Kim „leckeres Essen, Disney-Filme und Worship“, den Lobpreis Gottes. Ihr Lebensziel: „Ich möchte die deutsche Kultur kennenlernen, koreanische Kultur vermitteln und meiner Berufung, nach Europa zu kommen, folgen.“ Gerne auch dauerhaft nach Deutschland. Dabei würde ihr das Leben in einer kleineren Stadt gefallen, mit viel Natur.