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Erika Watson kandidiert für FDP im Wahlkreis 210

SERIE KANDIDATEN FÜR DIE BUNDESTAGSWAHL IM WAHLKREIS 210 : Natur wichtiger als Windräder

Zwölf Direktkandidaten treten im Wahlkreis 210 an, zu dem Zweibrücken und der Landkreis Südwestpfalz gehören. In einer Serie stellen wir die Bewerber vor. Heute: Erika Watson, FDP.

Chancengerechtigkeit in der Südwestpfalz – das hat sich Erika Watson aus dem Zweibrücker Stadtteil Hengsbach, die für die Freien Demokraten im Bundestag kandidiert, auf die Fahnen geschrieben. Damit will die Englisch- und Kunst-Lehrerin allen Bürgern ermöglichen, sich sowohl in der Region als auch als globaler Weltbürger zu verwirklichen.„Nicht jeder ist gleich. Jeder kennt sich in seinem Metier aus und soll das, was er kann, auch ausleben können“, erklärt sie. Dabei solle jeder Bürger die Möglichkeit haben, sowohl „Dorfkind“ in seiner Heimat zu bleiben, als auch sich auswärts – in einem anderen Land zum Beispiel – eine Existenz aufzubauen.

Sie will die Offenheit, den Freiheitsgedanken der Bürgern fördern und setzt sich für offene Grenzen ein. Ein Schritt in diese Richtung wäre die Einführung eines „Europasses“, ein Ausweisdokument, dass das den Personalausweis und den Reisepass vereint. „Damit können sich die Bürger in ganz Europa zugehörig fühlen“, erläutert sie.

„Mit dem Freiheitsgedanken geht Verantwortung einher, dafür ist der europäische Einheitsgedanke wichtig“. Daher will sie ein Einwanderungsgesetz einführen. Dieses soll die Voraussetzungen festlegen, die Einwanderer brauchen, um eine Aufenthalts- oder Arbeitsgenehmigung in Deutschland zu erhalten.

Ganz klar grenzt sie diesen Gesetzesentwurf zur Flüchtlingspolitik, sprich: dem Umgang mit Asylbewerbern, ab. „Das ist eine humanitäre Aufgabe, die es zu lösen gilt. Die stellen einen Antrag auf Asyl, also auf Schutz. Da darf es keinen Stopp geben“, macht sie ihre Position deutlich.

Der von der Regierung beabsichtigten Errichtung von Windkraftanlagen im Pfälzerwald erteilt sie eine klare Absage: „Klimaschutz heißt, schützen, was da ist“, betont die 44-Jährige, „und Naturschutz steht über Windrädern“. Der Pfälzerwald sei ein Alleinstellungsmerkmal, da solle keine Verspargelung stattfinden, betont Watson. Andererseits spreche die Landesregierung im Koalitionspapier lediglich davon, dass mögliche Stellplätze für Windräder untersucht werden sollen, „da wird mehr hochgekocht, als es eigentlich ist“, beruhigt sie.

In puncto Klimaschutz setzt sie auf die Forschung. In die soll zuerst investiert werden, um Alternativen zu Windenergie zu untersuchen. „Es gibt noch keine Idee außer Solaranlagen, doch auch dafür werden die notwendigen Rohstoffe wie Silizium knapp“, stellt sie nüchtern fest. Wo soll die Energie also herkommen, wenn nicht aus Atomkraft, fragt sie sich und kritisiert den geplanten Atomausstieg Deutschlands Ende 2022.

Um die Wissenschaft zu fördern, will Watson die Standorte Zweibrücken und Pirmasens mit dem Standort „KI“ in Kaiserslautern auszubauen.

Bezüglich der Politik an Schulen will Watson den „Bildungsföderalismus“ aufbrechen, das heißt: sie will eine einheitliche Schulpolitik für alle Länder. „Wenn ein Dorfkind nach Sinsheim zieht, dann hat es dort in der Schule ganz andere Bücher mit ganz anderen Inhalten und Bildungsstandards“, verdeutlicht sie ihr Anliegen an einem Beispiel.

Doch nicht nur Unterrichtsziele und Bücher sollen standardisiert werden, auch die zentralen Abschlussprüfungen wie das Zentralabitur und eine einheitliche Abschlussprüfung für den Realschulabschluss seien bisher nur im Saarland und in Bayern eingeführt.

In die Region sollen mehr Fördergelder fließen einerseits für Unternehmen, die sich hier ansiedeln möchten, andererseits aber auch für Einheimische, die sich selbstständig machen wollen beispielsweise mit Start-up-Unternehmen. Erika Watson setzt sich für eine schnellere Fertigstellung des Bauprojektes Ausbau B 10 ein, denn auch der Individualverkehr müsse berücksichtigt und vorangetrieben werden. Auf Dauer würde das klimaförderlich sein, da Autos im fließenden Verkehr weniger verbrauchen, rechtfertigt sie die Maßnahme. Ferner müsse aber auch der Schienenverkehr ausgebaut werden. Ein Projekt auch der FDP dazu laufe bereits: Bis 2024 solle die S-Bahn-Strecke Zweibrücken-Homburg wieder laufen, erzählt sie.