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Erich Offenhäuser war über 50 Jahre als Wanderschäfer unterwegs

Erich Offenhäuser war über 50 Jahre als Wanderschäfer unterwegs

Tiere, Natur und Gesang – auf das will Erich Offenhäuser auf keinen Fall verzichten. Seit den sechziger Jahren singt der 84-Jährige nun schon im örtlichen Männergesangverein. Der Senior beschäftigt sich außerdem mit seinen 20 Bienenvölkern.

Wanderschäfer kennt heute kaum noch jemand. Wenig findet man über ihr Leben. Einer von ihnen war Erich Offenhäuser, der seine Erlebnisse in einem Buch zusammengetragen hat. Über 50 Jahre war der 84-Jährige aus Battweiler mit den Tieren im Land unterwegs und kann über diese Zeit natürlich viele Anekdoten erzählen. "Wenn ich draußen in der Natur stand und das jährliche Kommen und Gehen miterlebte, war ich zufrieden", schreibt er in seinem 1996 erschienen Werk "Der Wanderschäfer". Die Naturnähe ist ihm bis heute geblieben, wenn er sich Tag für Tag mit seinen 20 Bienenvölkern beschäftigt. Den Honig verkauft er dann auch in der Vorderpfalz - unter anderem an der Burg Berwart stein. Auch an diesem herrlichen Sommertag ist der Senior auf dem Weg dorthin. Zuvor nimmt er sich aber noch die Zeit, um mit dem Merkur über eine weitere große Leidenschaft zu plaudern: "Seit Anfang der sechziger Jahre singe ich im Gesangverein als erster Tenor mit." Die Männer treffen sich jeden Freitagabend in der Konrad-Loschky-Halle zur Probe. Hier komme natürlich auch die Geselligkeit nicht zu kurz. "Es ist immer sehr lustig und es bleibt auch viel Zeit für Gespräche", sagt Offenhäuser. Der Männergesangverein sei auch ein gern gesehener Gast bei den umliegenden Sängerfesten und Liederabenden. Der Verein zählt derzeit rund hundert Mitglieder, wovon aber nur rund 20 aktiv seien.

Geboren wurde der Naturfreund in Schwäbisch Hall. Während der Wirren des Zweiten Weltkrieges kam er in das französische Bitsch, wo er den Beruf des Schäfers lernte. Die Liebe hat in dann in das südwestpfälzische Battweiler geführt. Dort schätzt er vor allem die Dorfgemeinschaft, die Ruhe und das ländliche Leben. Die Menschen hier würden zueinander stehen. Einsamkeit gebe es in Battweiler nicht. So gebe es auch wöchentliche Treffen der "geselligen Senioren ", berichtet Offenhäuser. Vor allem aber könne sich jeder ein individuelles Freizeitprogramm zusammenstellen, das von den örtlichen Vereinen geboten werde.