Einen Tennisboom ausgelöst

Zweibrücken. Boris Becker ist im Tennis eine Legende. Mit seinem Wimbledon-Sieg mit 17 Jahren gegen den favorisierten Amerikaner Kevin Curren hat der Leimener am 7. Juli 1985 Tennisgeschichte geschrieben. Dieser Erfolg im Mekka der Tennisspieler hat er noch zwei Mal am 6. Juli 1986 gegen den Tschechen Ivan Lendl und am 9. Juli 1989 gegen den Schweden Stefan Edberg wiederholt

 Eine Inspiration auch für viele Zweibrücker: Boris Beckers überraschender Triumphzug als Ungesetzter 1985 in Wimbledon. Foto: dpa
Eine Inspiration auch für viele Zweibrücker: Boris Beckers überraschender Triumphzug als Ungesetzter 1985 in Wimbledon. Foto: dpa

Zweibrücken. Boris Becker ist im Tennis eine Legende. Mit seinem Wimbledon-Sieg mit 17 Jahren gegen den favorisierten Amerikaner Kevin Curren hat der Leimener am 7. Juli 1985 Tennisgeschichte geschrieben. Dieser Erfolg im Mekka der Tennisspieler hat er noch zwei Mal am 6. Juli 1986 gegen den Tschechen Ivan Lendl und am 9. Juli 1989 gegen den Schweden Stefan Edberg wiederholt. Mit diesen Erfolgen löste Becker einen regelrechten Tennis-Boom in Zweibrücken und Umgebung aus. Dieter Schließmeyer (Foto: pma), der Vorsitzende des Tennis- und Squashclubs Zweibrücken, der damals noch für den FC Oberauerbach das Racket schwang, erinnert sich noch an diese Hochphase: "Ich selbst habe damals als Fußballer mit dem Tennisspielen angefangen." Die Leute hätten sich geradezu auf der Anlage in Oberauerbach "gedrängt". Nur mit Mühe sei ein freier Platz zu ergattern gewesen. Noch besser zeichnete sich der Tennisboom in der Niederauerbacher Halle ab. "Damals waren die Felder überfüllt. Jeder wollte Tennis spielen." Mitte der 90er-Jahre war aber der Zenit überschritten, nachdem sich die Karriere von Boris Becker dem Ende zuneigte. Der 57-jährige Schließmeyer wechselte vor sechs Jahren zum TSC Zweibrücken und ist seit drei Jahren Vorsitzender. Für ihn scheint "die Talsohle" im Tennis durchschritten. Bei 96 Mitgliedern, davon 30 Jugendliche, seien mehr Zu- als Abgänge zu verzeichnen. Mit acht Herren- und sechs Jugendmannschaften sei die Bilanz ausgezeichnet.Karl-Heinz Weidler (Foto: pma), stellvertretender Vorsitzender des TC Althornbach hat das Endspiel mit Boris Becker im Urlaub verfolgt. Als Fußballtrainer in Altheim begann er dort mit dem Tennisspielen. Nach dem Wechsel zum TC Althornbach 1991 haben seiner Zwillingskinder Nicole und Christian unter Trainer Rainer Bouquet Tennis gespielt. Der TCA-Trainer hat erkannt, "dass schon vor Boris Becker ein Tennis-Boom entstanden war". Gut erinnern kann er noch "an das Ass", mit dem Boris 1985 gewann. Sicherlich habe sich der Nachwuchs in der Folge Becker zum Vorbild genommen. Er favorisierte eher Spieler wie Ivan Lendl. Mats Wilander und John McEnroe. Mittlerweile hat der TCA 240 Mitglieder mit neun Mannschaften und fünf Nachwuchsteams. "Bei den Aktiven mangelt es uns an Spielern zwischen 30 und 40 Jahren", betont Weidler. Hoffnung machen ihm die rund 60 Jugendlichen: "Wir haben schon immer sehr großen Wert auf die Nachwuchsarbeit gelegt." Dem Trainer des TC WB Zweibrücken, Yury Klimov (Foto: voj), hat vor allem "die Emotionalität" von Boris Becker imponiert. Damit habe er "sehr viele Leute, ob Jung oder Alt", mobilisiert. Auch heute sei Deutschland noch "ein Paradies" für Hobbyspieler. Aufgrund fehlender Strukturen schafften nur sehr wenige Spieler den Sprung in die internationale Spitze. Zufrieden ist Klimov mit der Resonanz beim TC Weiß-Blau, wo er als Trainer mittlerweile 60 Jugendliche betreut.