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Eine halbe Stunde Flitzen für den guten Zweck

Eine halbe Stunde Flitzen für den guten Zweck

„Hurra, die Schule rennt“ – unter diesem Motto sind gestern 450 Kinder der IGS Contwig für einen guten Zweck geflitzt. Es ging konkret um Spenden für Menschen, die an Multipler Sklerose erkrankt sind.

Freude gestern bei der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) und den Mitgliedern der Zweibrücker Selbsthilfegruppe: Die IGS Contwig hatte zum ‚Run for Help' aufgerufen, um Spenden für die DMSG zu sammeln. Bereits seit zwölf Jahren gibt es den Laufwettbewerb ‚Hurra, die Schule rennt - Run for Help' in Rheinland-Pfalz. "Es ist toll, dass auch mal eine Schule aus unserer Region mitmacht", jubelt Stella Lugenbiel von der Selbsthilfegruppe Zweibrücken, "denn neben dem Spendensammeln wollen wir auch aufklären und informieren".

Multiple Sklerose (MS) ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen und bis heute nicht heilbar. Die Betroffenen müssen neben starken Schmerzen auch oft viele Beeinträchtigungen und Behinderungen in Kauf nehmen. "Für uns war es deshalb keine Frage, ob wir den Lauf durchführen, sondern nur wie und wann", erklärt Sportlehrer und IGS-Organisator Patric Schneiderhan. Gelaufen wurde entlang des Schwarzbachs in Contwig , zirka 450 Schüler traten motiviert an. "Natürlich macht man da mit, denn man will ja, dass die Kranken irgendwann geheilt werden können", sagt Schüler Julian Ambos. Der Sechstklässler und seine Mitschüler hatten eine halbe Stunde Zeit, um viele Kilometer zurückzulegen.

Für jeden Kilometer erhalten sie eine Geldspende von Sponsoren, die sie sich im Vorfeld im Familien- und Bekanntenkreis suchen mussten. Die Bedeutung der DMSG-Arbeit konnten die Schüler ihren Sponsoren gut bewusst machen. Der Verband hat der Schule unter anderem mehrere Filme zur Verfügung gestellt. Dadurch werden die Schüler vorab sensibilisiert und über die Krankheit und die DMSG aufgeklärt. Dass das bei vielen Schülern auf fruchtbaren Boden gefallen ist, merkt man deutlich. "Es ist schon gravierend, was die Erkrankten zum Teil mitmachen müssen", zeigt sich Chantal Veit betroffen.

Die Zwölfjährige hat im Vorfeld extra trainiert, damit sie beim Lauf Kilometer gut machen kann. "Mein Ziel ist es, so um die fünf Kilometer zulaufen", erklärt sie und bedauert, dass sie nur eine halbe Stunde Laufzeit zur Verfügung hat. "Das ist genau die Form von Engagement, die wir uns durch das Projekt erhoffen", freut sich Lugenbiel, "denn wenn die Kinder das Gelernte und ihre Erfahrungen in die Familie tragen, betreiben sie wichtige Aufklärungsarbeit". Die DMSG, Landesverband Rheinland-Pfalz, unterhält Beratungs- und Hilfsangebote für Betroffene und ihre Angehörigen im Land.

dmsg-rlp.de