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Vereine: Ein halbes Jahrhundert Sportgeschichte

Vereine : Ein halbes Jahrhundert Sportgeschichte

Die Prellballabteilung des TV Rieschweiler feierte vor wenigen Tagen ihr 50-jähriges Vereinsbestehen. Da feierten natürlich alle mit.

50 Jahre Prellsport, 50 Jahre Prellballabteilung - wenn das mal kein Grund zum Feiern ist? In Rieschweiler-Mühlbach war es jedenfalls einer und die große Turnfamilie des TV Rieschweiler ließ es einmal mehr richtig krachen.

Dabei führten die Abteilungsmitglieder selbst den einschlägigen Beweis auch am Festabend, warum sie als rührigste Abteilung innerhalb des Vereins apostrophiert werden. Die Fakten dabei sprachen einmal mehr für sich. Ein Abteilungsleiter, der sich mächtig ins Zeug legt und Sportler, die für den Prellballsport alles geben. Ganz nach dem Motto: Einmal Prellballer, immer Prellballer. Dass es die Abteilungsmitglieder verstehen, nicht allein die errungenen Siege tüchtig zu feiern, wurde am Festabend zudem deutlich. Dabei wurde Wert auf Ambiente gelegt. Die große Sporthalle in der vereinseigenen Turnhalle war herausgeputzt, 50 Trikots zierten die Hallenlängsseite, gaben plakatives Zeugnis von der Erfolgsserie in diesen fünf Jahrzehnten. Aufschriften und Trikotzuschnitte belegten zugleich den modischen Wandel in dieser Zeitspanne, machten noch einmal auf ganz besondere Jahre die Vergangenheit lebendig.

Wie stark dabei der umsichtige Abteilungsleiter Manfred Hettrich, neckisch „Mister Prellball“ genannt, das Geschehen mitprägen konnte, ist im Verlauf des Festabends mehr als einmal von den verschiedensten Rednern betont und unterstrichen worden. Auch der langjährige TVR-Vorsitzende Kurt Helmrich erwies sich als Chronist von Format. Jeder der Prellball spiele, kenne den Namen TV Rieschweiler, die Prellballer seien es in der Vergangenheit wie in der Gegenwart gewesen, welche den Namen deutschlandweit zu einem Begriff gemacht hätten, so Helmrich.

Dass diese Zeitspanne parallel verlaufe mit der Einführung des Farbfernsehens, sei zufällig, dennoch hätten es auch die einheimischen Prellballer vermocht, bunte Farbtupfer ins sportliche Geschehen bundesweit mit den Erfolgen der Mannschaften einzubringen. Was einmal zum Ende der 60er Jahre als Faust- und Prellball in der Turnstunde der Männerriege beim TVR begonnen habe, sei zu einer wahren Erfolgsgeschichte im Verein geworden, stellte Kurt Helmrich bei seinem detaillieren Rückblick fest. An bildhaften Beispielen mangelte es dabei nicht. Die Hilfestellungen aus dem befreundeten Nachbarverein, den Prellballern der Vereinigten Turnerschaft Niederauerbach, habe man damals gern angenommen.

Der sportliche Erfolg sollte nicht lange auf sich warten lassen, bereits 1976 wurde der Aufstieg in die Landesliga unter Dach und Fach gebracht. Dabei hätten die Prellballer sich nicht allein mit sportlichem Ruhm „bekleckert“, als Organisatoren von Großveranstaltungen habe die Abteilung gleichfalls geglänzt. In seiner Laudatio auf die Prellballabteilung erinnerte Kurt Helmrich dabei an die Organisation der Deutschen Meisterschaft für Schüler und Jugendliche in den 90er Jahren. Ein Ereignis, bei dem die gesamte „Turnfamilie“ ihren Mann gestanden habe und sich auch Helfer aus befreundeten Ortsvereinen einbrachten. Das Jahr 2011 sei dabei eines der erfolgreichsten in der Vereinsgeschichte aus Sicht der Prellballer gewesen, habe man doch damals den nationalen Titel bei den Schülern und Jugendlichen erringen können. Ohne die Arbeit der vielen anderen schmälern zu wollen, die Erfolgsgeschichte der Prellballer habe einen Namen, stellte Kurt Helmrich fest und dankte Manfred Hettrich für seine geleistete Arbeit. Als Trainer, Betreuer, Abteilungsleiter - eben als „Mister Prellball“ schlechthin.

Auf großen Bildtafeln wurden die vergangenen Jahre wieder lebendig. Foto: nos

Ortsbürgermeister Heino Schuck lobte Verein, Prellballabteilung und natürlich auch diejenigen, die hinter den Erfolgen stehen. Ehrenvorsitzender Paul Wagner würdigte die Arbeit aller und dankte der Prellballabteilung dafür, dass sie den Vereinsnamen bundesweit bekannt gemacht habe. Als Vorsitzender des Westpfalz Turngaus übermittelte Wolfgang Klys Glückwünsche und hielt es mit dem ehemaligen Bundespräsidenten Roman Herzog der feststellte: In die Zukunft blicken, in der Gegenwart leben und aus der Vergangenheit lernen. Alles das zähle beim TVR, wo insbesondere die Jugendarbeit großgeschrieben werde. Der bewiese Zusammengehörigkeitsgeist sei das Fundament für die sportlichen Erfolge, bei den Erwachsenen ebenso wie in den Jugendbereichen.