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Ehrenamtliches Engagement in Wiesbach (Pfalz)

Arbeiten rund ums Sportheim und Bierbringer in Wiesbach : Helfer auch in der Corona-Krise

Schon seit vielen Jahren sind Christa und Bernd Hemmer immer zur Stelle, wenn es für Gemeinde oder Mitmenschen etwas zu tun gibt in Wiesbach.

Rast und Ruhe gibt es für Christa und Bernd Hemmer in ihrem Heimatort auch in der Corona-Krise nicht. Gleich, ob für das Gemeinwesen, sprich Gemeinde, oder den heimischen Sportverein. Beide sind auch jetzt zur Stelle und helfen mit, dass diese besonders schwierige Zeit in Wiesbach gemeistert wird. Noch mehr freuen sie sich auf die Zeit nach der Krise. Dann nämlich wollen sie mit neuen Ideen verlorenes Terrain zurückgewinnen.

„Krise hin, Krise her –- die Zeit bleibt jo net stäje, es Läwe geht weiter.“ Im geliebten Sportheim werkeln Christa und Bernd derzeit gemeinsam. Die Anfangssiebzigerin zusammen mit ihrem geliebten Bernd, dem Anfangachtziger. Seit Emil Mayer nicht mehr an der SV-Spitze steht und damit auch seine Ehefrau Susanne ins zweite Glied zurücktrat, war insbesondere in der Vereinsküche für Christa ein Platz freigeworden. An der Seite von Mayer hatte Bernd Hemmer wertvolle Dienste in jeder Hinsicht verrichtet, war alljährlich dafür bei den Wiesbacher Neujahrsempfängen gelobt worden. Was für die Gemeinde galt, hatte ebenso für den Sportverein seine Berechtigung, wo Mayer gleichfalls voll und ganz auf Hemmer zählen konnte. Und als sich vor etlichen Jahren beim SV die Lücke in der Küche auftat, überlegte Christa Hemmer nicht lange. „Unser eichene Kinn hann do Fußball gespielt, unser Jüngster, der Benjamin immer noch unn inzwische speele schon zwää Enkel, de Elias unn de Noah do. Ei wenn das kä Grund is fer sich se engaschiere?“, fragt Christa Hemmer mit einem Unterton, der nur ein zustimmendes Kopfnicken als Zeichen der Selbstverständlichkeit zulässt kann. Übrigens ganz im Sinn ihrer eigenen Lebensdevise „Arbeit ist die reinste Freude“. Christa und Bernd sehen wo es fehlt, bringen die Sportvereinsküche auf Vordermann, streichen altes Mobiliar in diesen Tagen, wo kein Training stattfinden darf. Und der Verein, ohnehin um jeden Cent und Euro ringend, muss schauen, wie er über die Runden kommt. Die Vorsitzenden nach Mayer, Oliver Gauder und jetzt Steffen Martin, wissen solches Zupacken zu schätzen.

Bei heimischen Jugendspielen ist Christa Hemmer mächtig am Rotieren. Ihre selbstgemachten Dampfnudeln sind heiß begehrt, ebenso Pommes, Grillwürste, Frikadellen oder Schwenker. „Mer hann fer die Kinn die gesamte Palette parat, unn das macht mir unn em Bernd richdich Schbass.“ Sie sorgen sich um den Verein, und weil jetzt beispielsweise kein Bierverkauf im Sportheim möglich ist, versuchen sie, vom gelagerten Bestand so viel es geht irgendwie im Ort an „den Mann“ zu bringen. Werner Wagner, und Ratsmitglied und engagierter Sportschütze im zweiten Sportverein des Ortes: „Jeder Verein kann sich glücklich schätzen, wenn er so engagierte Mitglieder in seinen Reihen weiß wie Christa und der Bernd es sind.“

Die Gemeinde profitiert ebenso von Christa und Bernd Hemmer. Das weiß auch der neue Ortsbürgermeister Klaus Buchmann zu schätzen. Als letztes Jahr das große Dorfjubiläum gefeiert wurde, war Christa mit ihren Geschwistern dafür verantwortlich, dass nicht weniger als 600 Schnitzel und 300 Portionen Rindfleisch und Meerrettich serviert werden konnten. Die Feuerwehrbleibe wurde damals als Küche umfunktioniert. Größten Wert legt Christa Hemmer darauf, dass Cindy Mayer eine unauffällige, aber sehr wertvolle Mitstreiterin für sie ist. „Es Cindy sorcht immer zum Sclhuss fer e blitzblanki Kich unn do bin ich arich froh driwwer.“

Bernd Hemmer schaut derweil in der Corona-Krise rund ums Sportheim ob da alles in Ordnung ist. Die verordnete Spielpause wurde zur Sportheimsanierung in kleinen Schritten genutzt. Neben dem bereits erwähnten Anstriche von Tischen und Stühlen gab es im Sanitärbereich neue Waschbecken. Die derzeit geschlossenen Spielplätze wurde überarbeitet, neue Spielgeräte aufgebaut und installiert. An Arbeit mangelt es nirgendwo.