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Duppré will Landkreistagschef bleiben

Duppré will Landkreistagschef bleiben

Zweibrücken. Landrat Hans Jörg Duppré (CDU) möchte heute zum Präsidenten des Deutschen Landkreistages wiedergewählt werden. Die Wahl des Präsidenten steht auf der Tagesordnung der Jahrestagung des kommunalen Spitzenverbandes. "Nach meiner Kenntnis hat kein Kollege eine Kandidatur angemeldet", sagte Duppré im gestern im Gespräch mit dem Pfälzischen Merkur

Zweibrücken. Landrat Hans Jörg Duppré (CDU) möchte heute zum Präsidenten des Deutschen Landkreistages wiedergewählt werden. Die Wahl des Präsidenten steht auf der Tagesordnung der Jahrestagung des kommunalen Spitzenverbandes. "Nach meiner Kenntnis hat kein Kollege eine Kandidatur angemeldet", sagte Duppré im gestern im Gespräch mit dem Pfälzischen Merkur. Seit Dezember 2002 führt der Verwaltungschef des Landkreises Südwestpfalz den Verband der 301 Landkreise."Es schadet nichts, wenn der Landkreis auch dadurch bekannter wird", meinte Landrat Hans Jörg Duppré. Auch wenn das Amt zusätzliche Arbeit bedeutet. Das funktioniere nur bei einer gut organisierten Geschäftsführung, betonte Duppré. Als Präsident repräsentiert er die 301 Landkreise in Deutschland. Für Duppré ist es auch eine Ehre, wenn er von seinen 300 Kollegen in dem "wichtigen Amt" bestätigt wird. Denn der Landkreistag wird bei politischen Entscheidungen gehört. So gehörte Duppré der Föderalismuskommission des Bundestages und -rates an.

Dabei ging es vor allem um die Finanzbeziehungen zwischen Bund, Ländern und Gemeinden. Die finanzielle Ausstattung der Städte und Kreise ist bei der Jahrestagung auch ein Thema. Dazu sind der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) sowie den Richter am Bundesverfassungsgericht Udo di Fabio geladen.

Vor dem Hintergrund der klammen Kassen der Städte, Landkreise und Kommunen fordert Hans Jörg Duppré eine bessere finanzielle Ausstattung der Kommunen. Zumal die Kommunen die Vorgaben des Bundes und der Länder umsetzen müssen. "Bund und Länder haben die Gesetzgebungskompetenz und die Kommunen müssen das zahlen."

Aber Duppré denkt nicht nur an die Finanzen. Er fragt auch, ob sich die Gesellschaft alles leisten kann, was gefordert wird. Duppré regt dazu ein Umdenken an. "Der Landkreistag kann seine Bedenken dabei der Bundesregierung mitteilen." Aber die Umsetzung der Vorschläge sei etwas anderes.

Die Umsetzung der Hartz IV-Gesetze ist ein weiterer Punkt der Jahrestagung. Dazu empfängt der Landkreistag Bundesarbeits- und Sozialministerin Ursula von der Leyen (CDU). Ende 2010 werden die Arbeitsgemeinschaften der Städte und Kreise mit der Agentur für Arbeit aufgelöst. Das Bundesverfassungsgericht hatte 2007 die Zusammenlegung als verfassungswidrig erklärt. "Wie es weiter geht, ist noch offen", sagte Duppré. Hier erhoffen sich die Landkreise Informationen durch die Ministerin.

Wobei über 170 Landkreise das im Landkreis Südwestpfalz praktizierte Optionsmodell bei der Betreuung und Vermittlung der Langzeitarbeitslosen wünschten. "In der Südwestpfalz haben wir damit gute Erfahrung gemacht und können die Kollegen in den anderen Kreisen verstehen, dass sie dieses Modell wünschen." Laut Duppré findet das Optionsmodell vor allem bei kleinen Kreisen Anklang. "Die Städte favorisieren Arbeitsgemeinschaften mit der Bundesagentur."

Zur Person

Hans Jörg Duppré wurde am 19. März 1945 im Westerwald geboren. Er studierte in Mainz und Lausanne Rechtswissenschaft. Während der Referendarzeit absolvierte er zwei Semester an der Hochschule für Verwaltungswissenschaft in Speyer. Am 1. Oktober 1979 wurde er Landrat des Kreises Pirmasens (jetzt Südwestpfalz). Im Juni 2009 wurde er in Direktwahl erneut wiedergewählt. Seit dem 1. Dezember 2002 ist Duppré Präsident des Deutschen Landkreistages, dessen Präsidium er bereits ein Jahrzehnt angehörte. Duppré ist zudem stellvertretender Vorsitzender des rheinland-pfälzischen Landkreistages, dessen Vorsitzender er bereits war. sf