DRK Hornbach : Menschen, die ihr Blut für andere geben

Bei der Ehrung freiwilliger Blutspender beim DRK Hornbach, zusammen mit Freiwilligen aus Altheim, empfahlen sich überzeugte Langzeit-Spender als Vorbilder. Auslöser für die Meisten: Eigene Krankenhauserfahrung oder Bedarf in Familie und Freundeskreis.

Blut ist ein kostbarer Lebenssaft. Und zudem hoch begehrt. Wer schon einmal einen tragischen Unfall hatte oder sich einer größeren Operation unterziehen muss, bei der mit einem hohen Blutverlust zu rechnen ist, ist unter Umständen abhängig von Blutkonserven. Wie überall, fehlt es auch in diesem Bereich an Ehrenamtlern, so dass manche OP mangels Blutkonserve verschoben werden muss. Blut, das ein anderer Mensch mit einer passenden Blutgruppe freigiebig zur Verfügung gestellt hat.

Ein Grund, aus dem unter anderem das Deutsche Rote Kreuz (DRK) regelmäßig zu Blutspenden einlädt. Jetzt wurden beim Ortsverein Hornbach die treuesten und fleißigsten Blutspender geehrt. Da die langjährige Leiterin des Sozialdienstes, Ulrike Zäh, zugleich verantwortlich zeichnet für die Altheimer Blutspender, fand die kleine Feier länderübergreifend im Hermann-Gutzlerhaus in Hornbach statt. Nicht nur hier gab es das weithin bekannte, gute Essen, das von Ulrike Zäh und ihrem Team eigenhändig zubereitet wurde: Chili Con Carne, saarländisch abgeschmeckte Salate (mit Maggi) sowie ein fruchtiges Dessert. Aus den erwartungsfrohen Kommentaren der Geladenen ließ sich schließen: Neben dem Bedürfnis, sich sozial zu engagieren, anderen etwas Gutes zu tun und damit womöglich Leben zu retten, spielen zudem die Gemeinschaft und gemäß dem nicht nur saarländischen Wahlspruch „Hauptsach, gudd gess“, die kulinarische Anerkennung für jede ehrenamtliche Blutspende beim DRK Hornbach eine Rolle.

Die Spender kommen, weil es familiär zugeht. Man trifft Bekannte, sitzt nach dem Spenden zusammen, isst und trinkt bei belegten Brötchen, selbst gebackenen Kuchen oder Obst.

Etwas, das unter anderem der Hornbacher Peter Schowalter vom Ringweilerhof lobt. Nachdem der Landwirt vom Dach gestürzt war, kam er – ohne selbst eine Blutspende zu benötigen – ins Grübeln und wurde Blutspender. Angeregt durch einen Spendenbedarf innerhalb seiner Familie und in seinem Freundeskreis, gelangte auch der Mauschbacher Wilfried Lauer, der nach Möglichkeit keinen Termin verpasst, ins Team der regelmäßigen Blutspender. Er weiß: „Mit Null Rhesus Negativ bin ich der Joker. Mein Blut passt auf jeden Patienten.“

Viermal pro Jahr dürfen sich Frauen dem im Mittelalter nicht selten verordneten Therapeutikum des Aderlasses hingeben, Männer sogar sechs Mal. So wundert es wenig, dass zwei Männer für jeweils 125 Mal Blutspenden ausgezeichnet wurden: Der langjährige Bereitschaftsleiter Wolfram Hartzendorf, sozusagen das Gesicht des DRK in Hornbach, sowie Ulrich Fischer (Mandelbachtal), gefolgt von Seniorin Elfriede Zäh aus Gersheim mit immerhin 100 Blutspenden.

Der Ortsverein Hornbach ist seit Jahrzehnten in der Hand der Familie Hartzendorf. Bei der Mitgliederversammlung im Juni konnte als neuer Vorsitzender Sebastian Hartzendorf, Assistenzarzt der Anästhesie am Homburger Uniklinikum, gewonnen werden. Er tritt damit in die Fußstapfen seines Großvaters, dem Ehrenvorsitzenden Dr. Gunter Hartzendorf. Die beiden Stellvertreter bleiben Frank Lehner und Wolfram Hartzendorf. Der neue Gemeinschaftsleiter Lukas Schneider wurde übrigens für seine ersten zehn Spenden geehrt.

Mit einer Urkunde, einer Flasche Sekt, Schlüsselanhängern, Schals, Handcrèmes oder anderen Kleinigkeiten dankte der Verein seinen treuen Spendern. Selbst am Tag vor Weihnachten gibt es für alle, die ihr Blut vielleicht zum Geschenk machen wollen, im Bürgerhaus von Althornbach den nächsten Termin.

Für Ulrike Zäh war die Ehrung laut ihren Worten ihre letzte offizielle Amtshandlung als Sozialdienstleiterin in Hornbach. Seit den Neuwahlen ist sie als Stellvertreterin ihrer Nachfolgerin Lisa Funk ins zweite Glied zurückgetreten. Ihre Position in Altheim hat sie allerdings beibehalten.