Drama in der Lindenstraße

Die letzte Asphaltschicht in der Lindenstraße war sozusagen ein Weihnachtsgeschenk für die Anlieger des Straßenzuges. Noch vor den Festtagen war die vielbefahrene Kreisstraße fertig. Doch jetzt hat sie bereits wieder ein Flickstück.

Nicht einmal acht Wochen ist es her, seit die Lindenstraße (Kreisstraße 75) in Battweiler die letzte Fahrbahndecke bekam. Seit Wochenmitte hat der durchgehende, schwarze Fahrbahnteppich allerdings schon wieder ein Flickstück. Mitarbeiter der Verbandsgemeindewerke Zweibrücken-Land, Abteilung Wasser, mussten die neue Fahrbahn aufbrechen, um einen Schaden an der Hauptwasserleitung beheben zu können. Wie sich nach den Aufbrucharbeiten herausstellte, war das gusseiserne Hauptrohr gebrochen. Über die Leckstelle konnte sich zunächst unkontrolliert Wasser in den Untergrund ergießen, bis die Bruchstelle lokalisiert und entsprechend "abgeschiebert" wurde, wie es in der Fachsprache der Wasserwerker heißt.

Ob der Hauptrohrleitungsbruch in einem direkten Zusammenhang mit den Straßenausbauarbeiten steht, konnte oder wollte gestern auf Anfrage unserer Zeitung niemand sagen. Ortsbürgermeister Werner Veith nahm als Straßenanlieger von den Geschehnissen Kenntnis, Details zum Schadensvorgang lagen ihm jedoch nicht vor. Straßenanlieger erklären jedoch, sie hätten schon in der Bauzeit Gespräche mit Zuarbeitern geführt, die das Öffnen der Baugrube bemängelten. Tatsächlich war aufgrund des Lehmbodens nach der langanhaltenden Schlechtwetterphase ein Befahren des ausgehobenen Straßenbereichs nicht mehr möglich. Es musste erst wieder schweres Schottermaterial herbeigeschafft werden, um über eine "Baustraße" wieder eine Zuwegung zu bekommen.

Es ist zudem bereits die zweite Aufbruchstelle im frisch hergestellten Straßenzug. Die erste Stelle lag noch im Bürgersteigbereich. Dort musste "nur" das Verbundsteinpflaster herausgenommen werden, um an die undichte Stelle zu kommen. Dieser Aufbruchbereich konnte jedoch spurenlos verschossen werden, was jetzt bei der Fahrbahndecke nicht mehr der Fall ist.

Schlechte Kunde zudem für jene Anlieger in der Lindenstraße, die möglichst bald ihren Glasfaser-Internetzugang haben wollen. Darunter auch die Ökumenische Sozialstation, die darauf brennend wartet. Im Ortsgemeinderat ist nach einer mehrstündigen Diskussion zwar eine glasklare Entscheidung getroffen worden, doch von der Umsetzung scheinen die Beteiligten noch weit entfernt zu sein. "Jetzt will der Straßenhersteller doch selbst den Aufbruch vornehmen. Wir warten deshalb auf einen Kostenvoranschlag", so Ortsbürgermeister Werner Veith zum Pfälzischen Merkur. Dieses Warten ist allerdings nicht mit dem Ratsbeschluss konform. Denn dieser hatte sich dafür ausgesprochen, dass der Betreiber für die Glasfaserversorgung die Schadensbehebung aufkommt und dies in Eigenleistung vornehmen kann. Die Leidtragenden bei dem Hin und Her sind eine Handvoll Anlieger, weil die weiterhin in die Röhre schauen, was den Zugang zu schnellen Datenautobahn angeht.