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Dorfmoderation in Althornbach gestartet

Dorfmoderation : Jetzt sind die Bürger gefragt

In Althornbach ist das Projekt Zukunftscheck Dorf gestartet. Bemängelt wurde, im Ort fehle es an Gemeinschaftsgefühl.

Zukunftscheck Dorf ist jetzt auch in der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land gestartet. Mit Landrätin Susanne Ganster, Verbandsbürgermeister Björn Bernhard, Ortsbürgermeister Bernd Kipp wie dem Projektbeauftragten des Landkreises Südwestpfalz, Mathias Rebmann. Losgegangen ist es mit einer ersten Infoveranstaltung. Althornbach, in der alphabetischen Rangfolge der 17 Ortschaften von Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land eh an erster Stelle stehend, ist jetzt auch als Auftaktgemeinde ausgewählt worden. 

Der neue Landeswettbewerb „Zukunftscheck -Dorf“ hat den Ziel, den ländlichen Raum bei seiner Herausforderung im Hinblick auf den Strukturwandel genau unter die Lupe zu nehmen und notfalls mit geeigneten Maßnahmen den Entwicklung bei Überalterung der Dorfbevölkerung und Folgen wie Gebäudeleerstand, Nahversorgung und dem sozialen Miteinander im eigenen Dorf entgegenzuwirken.

Professionelle Hilfestellung will das Land bei der Aufgabenbewältigung bieten. Entsprechende Maßnahmen und Erfahrungen aus dem Modellversuch im Eifel-Landkreis Bitburg-Prüm sollen beispielgebend genutzt werden. Die Dörfer fit zu machen für die Zukunft in baulicher, sozialer und infrastrukturelle Hinsicht.

Die Landkreise sind bei „Zukunftscheck Dorf“ federführend. Für den Landkreis Südwestpfalz ist Mathias Rebmann als Projektentwickler eigens dafür angestellt worden. Ihm wird dabei eine ganz besondere Funktion zuteil, er soll sozusagen Schnittstelle für Bürgerinteressen aus den teilnehmenden Dörfern und dem Angebot des Landes im Projekt sein. Rebmanns unmittelbare

Verbandsbürgermeister Björn Bernhard zeigte sich zusammen mit Ortsbürgermeister Bernd Kipp erfreut darüber, dass es jetzt auch im westlichsten Zipfel des Landkreises Südwestpfalz die Sache „Zukunftscheck-Dorf“ angeschoben wird. Von den 17 Orten in Zweibrücken-Land sind elf dabei. Für die übrigen Sechs ist eine Teilnahme nicht machbar: Contwig und Hornbach sind zu groß und in der Stadtsanierung beheimatet. Groß- und Kleinsteinhausen, Mauschbach und Walshausen sind teils schon Schwerpunktgemeinden oder Orte mit frischen Dorfentwicklungskonzepten. 

Der junge Kreisverantwortliche Mathias Rebmann skizzierte die bekannte Ausgangssituation in vielen Dörfern der Region: Der demografische Wandel hinterlässt Spuren. Junge Menschen, oft studiert, ziehen aus ihrer lieb gewonnen Heimat weg. Strukturwandel auf dem flachen Land. Landwirtschaftliche Betriebe sind reihenweise verschwunden. Bauliche Leerstände eine Folge des altersbedingten Wandels. Vereins- und Dorfleben gehen vielfach rapide zurück. Eine Entwicklung, der es mit aller Kraft und Macht entgegenzusteuern gilt. Möglichkeiten zeigte Mathias Rebmann verständlich und geschickt mit seiner ausgefeilten Fachpräsentation bei dieser Infoveranstaltung auf, hatte zudem Hinweise dafür, wie an Fördertöpfe und Zuschussmöglichkeiten zu kommen ist. „Dass beispielsweise „Fanta“ Zuschüsse für Spielplätze bereitstellt, ist längst nicht allen bekannt!“ 

Allein bei den vielen Bild- und Wortinformationen blieb es an diesem ersten Abend des Zukunftschecks-Dorf in Althornbach nicht. Eine Art Bestandsaufnahme der Althornbacher sollte folgen, die Auftaktveranstaltung abrunden. Was gefällt ihnen in der eigenen Lebensumgebung, was weniger, was gibt es zu kritisieren, so die Fragestellung von Projektmacher Mathias Rebmann mit der Aufforderung, diese Stärken und Schwächen zu skizzieren. Für Positives grüne Karten, für das Negative wie beim Fußballspiel vom Schiedsrichter Rot.

Bürgerhaus, Dorfmitte, Kita, Spielplatz, Rad- und Wanderwegenetz standen ganz oben an. Fehlendes Gemeinschaftsgefühl der Bürger, kein Bürgertreff, keine Annahme des Kulturangebotes, Engagement in Dorfgemeinschaft oder der Leerstand der Grundschule, Abholzung von Bäumen am Radweg, schlechte Busanbindung wohl zur Stadt oder das Fehlen eines Dorfladen auf der Minusseite.

Jetzt sollen Arbeitskreise gebildet werden. Die Listen wurden noch am gleichen Abend ausgelegt. Jetzt liegt es an den Bürgern sich einzubringen, Bernd Kipp will weiter die Werbetrommel dafür rühren und hofft, dass die Schar derer die etwas verändern und den Ort für die Zukunft fit machen wollen, groß wird.