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Dorfgemeinschaftshaus Kleinsteinhausen wird saniert

Haushalt im Ortsgemeinderat : Haken und Ösen bei Kleinsteinhauser DGH-Sanierung

Das Sanieren des Dorfgemeinschaftshauses mit dem Glockenturm ist eine große Herausforderung für die Ortsgemeinde Kleinsteinhausen. Ortsbürgermeisterin Martina Wagner und die Ratsmitglieder haben jedoch das Projekt mit allen seinen Tücken angenommen und sind dabei, für die Ortschaft insgesamt und die Bürger vor allem mit dem Herausputzen des denkmalgeschützten Anwesens eine bedeutende Stätte der Begegnung zu schaffen.

Welche Kräfte mit dieser Maßnahme gebündelt werden, lässt sich auch am neuen Doppelhaushalt für die Jahre 2020/2021 ablesen. Die Objektsanierung ist das einzige Vorhaben im Investitionsprogramm für dieses und das kommende Jahr überhaupt. Fast eine halbe Million Euro an Geldern sind bereitgestellt. Zu den geschätzten Kosten von 429 400 Euro erhält die Ortsgemeinde Zuschüsse des Landes und vom Landkreis in Höhe von insgesamt 339 000 Euro. Das Planungsbüro Hans-Jürgen Wolf aus Kaiserslautern, dem Planung und Bauleitung bei der Sanierungsmaßnahme obliegen, hatte die verschiedenen Gewerke ausgeschrieben. Doch Corona machte in den zurückliegenden drei Monaten bekanntermaßen auch Zusammenkünfte von Gemeinderatsmitgliedern unmöglich, so dass Ortsbürgermeisterin Martina Wagner nicht umhin kam, verschiedene Gewerke per Eilentscheidung zu vergeben. Sie tat dies allerdings stets in Absprache mit den beiden Beigeordneten Hüther und Grünfelder.

So etwa die Malerarbeiten für das sanierungsbedürftige Gebäude. Der einheimische Unternehmer Knerr bekam dabei mit seinem Angebot knapp unter 70 000 Euro den Zuschlag. Die Ratsmitglieder nahmen in der Mittwochsitzung diese Entscheidung ohne Widerspruch zur Kenntnis. Wegen der farblichen Gestaltung haben die Ratsmitglieder sich gleichfalls intensiv mit den Vorschlägen des Planungsbüros auseinander gesetzt und ihre Entscheidung getroffen. Abwarten muss jedoch die Ortsgemeinde zunächst noch die Stellungnahme der Kreisverwaltung Pirmasens, genauer gesagt der Denkmalschutzbehörde.

Der Auftrag für die notwendigen Zimmermannsarbeiten am Haus, hier insbesondere am Glockenturm, wurde an Holzbau-Peifer aus Wallhalben für rund 30 000 Euro vergeben. Von dort kam nunmehr der Hinweis, dass es für die Arbeiten speziell bei den Lagern für die Glocke besser sei, abgelagertes Eichenholz zu verwenden. Allerdings, es muss mit Mehrkosten von rund 2000 Euro für diesen Fall gerechnet werden. Damit ist nach dem Einbau keine Verspannungen geben kann, sprachen sich die Ratsmitglieder dafür aus, diesen Verbesserungsvorschlag mit den geringen Mehrkosten anzunehmen. In diesem Zusammenhang erinnerte der Beigeordnete Hermann Hüther daran, dass es beim Nebengebäude zum Dorfgemeinschaftshaus faule Sparren und Balken gibt. Ihr Austausch sei daher auch aus diesem Grund mehr als sinnvoll.

Ob es dazu kommen wird, muss sich in naher Zukunft ergeben, denn Ortsbürgermeisterin Martina Wagner machte deutlich, dass für das Gesamtsamtsanierungswerk nur ein bestimmter Etat zur Verfügung steht. Die Dorfglocke soll in den kommenden Tage von ihrem instabilen Platz heruntergeholt werden. Die Glocke, den Dorfbewohnern vertraut beim Mittags- und Abendgeläut wie bei Bestattungen, wird dann einige Zeit verstummen.

Ein hoher Kostenfaktor bei den Sanierungsarbeiten sind die notwendigen Steinmetzarbeiten. Dass diese allerdings den Kostenrahmen derart sprengen würden, konnte niemand vorher erahnen. Mit mehr als 100 000 Euro war ein Unternehmen aus Bamberg billigste Bieterin. Ein saarländischer Mitbieter hatte gar den fast vierfachen Betrag für die ausgeschriebenen Arbeiten vorgeschlagen. Die Ausschreibung musste wegen Nichtfinanzierbarkeit aufgehoben werden.

Mit 375 000 Euro ist auch im neuen Doppeletat für die Jahre 2020/2021 der Anteil an der Einkommensteuer eine feste Einnahmegröße. Verbandsgemeindekämmerer Knecht erwartet für das kommende Jahr eine geringe Steigerung. An zweiter Stelle auf der Einnahmenseite liegen die Schlüsselzuweisungen mit geschätzten 154 000 Euro. Mit rund 31 640 Euro an Gewerbesteuer ist dieser Posten eine durchgängige Größe. Mit 284 120 Euro ist die Kreisumlage eine große, finanzielle Bürde. An die Verbandsgemeinde werden 209 000 Euro abgeführt.